Die Ausloberinnen SG Ennstal und SG Elin hatten einen geladenen, zweistufigen Wettbewerb unter acht TeilnehmerInnen für einen Geschoßwohnbau mit Büro- und Dienstleistungsflächen in Weiz ausgelobt und zwischen 06. September 2018 und 31. Jänner 2019 durchgeführt.
Wettbewerbsaufgabe
Das zentral gelegene, 5.715m2 große Wettbewerbsareal in Bahnhofsnähe wird im Norden von der Straußgasse, im Süden von der Karl-Schönherr-Gasse und im Westen von der Franz-Pichler-Straße begrenzt, die wiederum westlich an das Innovationszentrum W.E.I.Z. angrenzt.
Die Stadt Weiz will sich prinzipiell dem Smart-City-Gedanken öffnen, weshalb dieser Wettbewerb letztlich zu einem Vorzeigeprojekte hinsichtlich Energiebedarf, -verbrauch und -gewinnung führen soll.
Die Ausloberin SG Ennstal beabsichtigt 25 geförderte Wohnungen und zwei Wohngemeinschaften für behinderte Personen zu errichten, während die SG Elin 30 geförderte Wohnungen und Büroflächen realisieren will. Die SG Ennstal plant in einem weiteren Schritt einen Kindergarten und eine Kinderkrippe, sowie eine Erweiterung des Innovationszentrums und freifinanzierte Wohnungen zu errichten.
Wettbewerbsergebnis
Die Jury unter dem Vorsitz von Architekt Josef Hohensinn entschied in ihrer ersten Sitzung am 08. November 2018 vier Projekte im Rahmen der zweiten Wettbewerbsstufe vertiefend bearbeiten zu lassen. In der zweiten Sitzung am 31. Jänner 2019 wurde folgendes Ergebnis erzielt:
- Platz 1: Ederer + Haghirian Architekten
- Platz 2: Arch. DI Helmut Zieseritsch
- Platz 3: ex aequo: obereder I staller architektur
- Platz 3: ex aequo: Arch. DI Robert Rohsmann
Weitere TeilnehmerInnen
- halm.kaschnig.wührer architekten
- PURPUR Architektur
- Arch. DI Randolf Riessner
- Arch. DI Bernhard Schlömicher
Jurybewertung Platz 1
POSITIV
_ Durch die intelligente, logische Anordnung der Gebäude entsteht eine sehr anspruchsvolle,
städtebauliche Lösung
_ Drei in sich abgeschlossene Gebäudeeinheiten spannen einen großzügigen, grünen Freiraum auf
_ Durch die Situierung der Gebäude ist "Luft" vor Wohnfassaden
_ Durch die Situierung des Quartiersplatzes am Nord-West-Eck entsteht ein klarer Vorplatz, ein
guter Zugang zum Büro SG Elin ist dadurch gegeben
_ Am ruhigsten Bereich des Areals ist das betreute Wohnen sinnvollerweise angesiedelt
_ Die Situierung des Innovationszentrums ist logisch gewählt. Die Büroeinheiten stellen sich als pragmatische Lösung dar, wo nur ein kleiner und doch besonderer Teil für das Entree und die innere Erschließung verwendet wird. Die Büroeinheiten sind gut nutzbar und flexibel kombinierbar konzipiert.
_ Durch die Situierung der Kinderbetreuung kann diese auch als alleinstehender, vollwertiger Bauteil in jeder Bauphase ausgeführt werden. Spannende und gut ausgerichtete Aufteilung der Freibereiche für die Kinderbetreuung.
_ Die vorgeschlagenen Wohneinheiten weisen eine hohe Qualität auf.
_ Im Vergleich zu den anderen Projekten bietet dieses Projekt den größten und
"entspanntesten" Grünraum.
_ Durch die Kombination mit den Nebengebäuden entlang der Garagenbebauung ergibt sich
eine intelligente Erschließung der Wohnungen und einhergehend eine sinnvolle Positionierung der Fahrradabstellflächen bei gleichzeitiger Kaschierung der Garagengebäuderückwand.
_ Die Teilbarkeit und Gleichwertigkeit der Baufelder sind gegeben.
_ Der Außenauftritt der SG Elin wird als angemessen empfunden.
KRITISCH
_ Die intelligente städtebauliche Lösung findet leider keine ausreichende Entsprechung in der
architektonischen Ausformulierung
_ Eine Überarbeitung hinsichtlich der Energieversorgung / Wärme sollte detaillierter erfolgen.
Die Möglichkeit, die über Photovoltaik gewonnene Energie zu anderen Gebäuden zu bringen und zu speichern, sollte überlegt werden.
Auflagen für Platz 1
Die Fassaden- und Freiraumgestaltungen müssen unter Einbeziehung der Jury weiterentwickelt werden. Es ist zu überprüfen in welcher Form die Freiräume der Wohnungen begrünt werden können (Green Building). Detaillierte Material- und Farbangaben sind zu machen.
Die Lage des Gemeinschaftsraumes ist in Hinblick auf die Bauabschnittsbildung zu überdenken.
Es wird vorgeschlagen für die Außenanlagen ein qualifiziertes Landschaftsarchitekturbüro zu beauftragen.
Das Energiekonzept ist detaillierter herauszuarbeiten.








