Das beste Haus 2015: die Siegerprojekte

Auszeichnung für das beste Ein- oder Zweifamilienhaus je österreichischem Bundesland

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06/05/2015

Der Architekturpreis Das beste Haus feiert 2015 sein zehnjähriges Bestehen. Aus 129 Einreichungen wurden die diesjährigen Siegerprojekte ausgewählt. Die ausgewählten Häuser konnten mit innovativen Konzepten, einem hohen Maß an Wohnqualität, einem verantwortungsvollen Umgang mit Materialien und ihrem Umfeld überzeugen. Unter den 24 Nominierungen des diesjährigen Preises finden sich Ensembles von Alt und Neu, Raumexperimente für besondere BauherrInnenbedürfnisse und außergewöhnliche Beispiele für gemeinsame und gemischte Nutzung.

Burgenland: HAUS MARKT 67

Objekt: geschlossene Bauweise

Besonderheit: gewollt unscheinbares Äußeres, raffinierte Innenräume 

Grundfläche (bebaute Fläche): 64 m2

Wohnfläche: 68 m2

ArchitektIn/PlanerIn: Claudia Cavallar

„Das kleine Ferienhaus setzt neue Maßstäbe. Es verbaut keine schöne und spektakuläre Stelle, sondern steht in unauffälligem Umfeld. Weniger mondän ist kaum vorstellbar. Der Neubau mit seiner grauen Fassade und dem Satteldach übernimmt das Volumen des alten Stadels, der an dieser Stelle stand. Innen wird ein raffinierter Großraum durch einen möbelartigen Einbau aus Holz strukturiert. Die Architektin zeigt mit diesem intelligenten Haus, wie man mit gestalterischer Könnerschaft den Baubestand der Region ohne Neuaufschließungen nutzt.“

(Klaus-Jürgen Bauer, Architektur-RAUMBURGENLAND – Jury)

Kärnten: HAUS UND ATELIER IN ZELL/SELE

Objekt: freistehend

Besonderheit: Low-Tech-Bauweise, Alt & Neu im Einklang 

Grundfläche (bebaute Fläche): 212 m2 (neu)

Wohnfläche: 155 m2 (neu)

ArchitektIn/PlanerIn: Ferdinand Certov

„Wie selbstverständlich und unabsichtlich – obwohl rücksichtslos zeitgemäß – fügt sich das Ensemble aus erstaunlich saniertem Bestand und Neubau in die bestehende Dorfstruktur und wirkt dabei völlig zwanglos; vielleicht bedingt durch die unbedarfte Unaufgeräumtheit: Hof da, Terrasse dort, Aufbau hier ...: ein Gehöft in der im südlichen Grenzland üblichen leichten Unordnung. Im Gegensatz dazu die kompromisslos mit viel künstlerischem und handwerklichem Geschick durchgezogene Bauqualität."

(Roland Winkler, Architektur Haus Kärnten – Jury)

Niederösterreich: RAMPHOUSE

Objekt: freistehend

Besonderheit: Materialwahl, Formgebung, Rampe als zentrales Element 

Grundfläche (bebaute Fläche): 135 m2

Wohnfläche: 160 m2

ArchitektIn/PlanerIn: WILLL Architektur mit Bernd Leopold

„Eine zweistöckige Funktionsskulptur ist das – im doppelten Sinn – preiswerte Ergebnis konsequenter wie feinsinniger Planung. Gebaut ist das Ramphouse großteils aus Stahlbeton und Glas. Vor allem im Innenraum ist dies überall zu spüren. Das Haus ist ein gelungenes Beispiel dafür, dass mutige Materialwahl und Formgebung auch im Einfamilienhausbau richtig angesiedelt sind und dass Beton und Glas – im Zusammenspiel mit Licht, Farbe und Interieur – eine gemütliche Wohnatmosphäre erzeugen können.“

(Lukas Göbl, Architekturnetzwerk ORTE NÖ – Jury)

Oberösterreich: HAUS SONNBERGER

Objekt: freistehend

Besonderheit: wohnliches Haus in schwieriger Lage günstig errichtet 

Grundfläche (bebaute Fläche): 240 m2

Wohnfläche: 130 m2

ArchitektIn/PlanerIn: Hammerschmid, Pachl, Seebacher – Architekten

„Der mit schwarzer schwedischer Schlammfarbe behandelte Baukörper gliedert sich straßenseitig in einen überdachten Vorbereich für Pkw und einen um eine Terrasse orientierten Wohn- und Schlafbereich. Diese Anordnung ermöglicht einerseits Abschirmung zur unmittelbaren Nachbarschaft und andererseits das Öffnen zur umliegenden Hügellandschaft. Die klare erfrischende Haltung zu Landschaft und Topografie im Kontext der gestellten Bauaufgabe und der sparsame Einsatz von Ressourcen und Materialen zeichnen das Haus in seiner alltäglichen Lage aus.“

(Christoph Weidinger, afo Architekturforum Oberösterreich – Jury)

Salzburg: HAUS MAIER

Objekt: freistehend

Besonderheit: Massiv-Holzbauweise 

Grundfläche (bebaute Fläche): 172 m2 

Wohnfläche: 133 m2

ArchitektIn/PlanerIn: LP architektur ZT GmbH

„Ein Haus, das nicht vordergründig und plakativ beeindrucken muss. Die konsequente Umsetzung des monolithischen Holzbaus führt zu einer intelligenten und nachhaltigen Lösung. Auf das Wesentliche reduzierte und bewusst gesetzte Öffnungen sorgen für Ausblicke in die Natur. Die besondere Qualität der einfachen und unbehandelten Materialien sowie der Verzicht auf zusätzliche Dämmebenen sind spürbar und überzeugend. Ein vorbildliches Beispiel dafür, dass Architekt und Bauherr die richtigen Fragen gestellt und eine zukunftsweisende Antwort gefunden haben.“

(Walter Schuster, Initiative Architektur Salzburg – Jury)

Steiermark: HAUS HM

Objekt: freistehend

Besonderheit: dreiarmige Konzeption, Gleichgewicht zwischen Öffnung und Geborgenheit 

Grundfläche (bebaute Fläche): 228 m2

Wohnfläche: 138 m2

ArchitektIn/PlanerIn: yes-architecture (Marion Wicher)

„Durch die eingeschoßige, dreiarmige Konzeption wirkt das Haus kleinteilig und tritt trotz seiner charakteristischen Form sehr zurückhaltend auf. Wohn- und Schlafbereiche sind auf überzeugende Weise auf die Lebensbedürfnisse der Bauherren zugeschnitten, die Erschließungszone ist als Haus im Haus inszeniert. Die Ausblicke in die Umgebung und die Übergänge in den Außenraum werden äußerst geschickt organisiert und auf diese Weise wird ein angenehm ausgewogenes Gleichgewicht zwischen Öffnung und Geborgenheit erzielt.“

(Markus Bogensberger, Haus der Architektur HDA Graz – Jury)

Tirol: HAUS WALDE

Objekt: freistehend

Besonderheit: gekonnte Auseinandersetzung mit Bestandsarchitektur, harmonische Verbindung von Exponiertheit und Privatsphäre

Grundfläche (bebaute Fläche): 190 m2

Wohnfläche: 286 m2

ArchitektIn/PlanerIn: Gogl Architekten

„Der offene Neubau am Hang geht gekonnt mit den kontextuellen Gegebenheiten um. Anstelle herkömmlicher, kleinteiliger Raumzellen wird ein flexibler Rahmen für die Vielschichtigkeit des Lebens bereitgestellt. Ein Organismus, der sich seiner Umgebung öffnet, seinen Bewohnern gleichzeitig auch Geborgenheit bereitstellt. Der Kontrast zwischen Exponiertheit und Intimität, fließendem Raum und Rückzugsmöglichkeiten macht das Projekt besonders spür- und erlebbar.“  

(Walter Prenner, aut. Architektur und Tirol – Jury)

Vorarlberg: HAUS HOHLEN

Objekt: freistehend

Besonderheit: Erweiterung und Sanierung mit beispielgebendem gestalterischen und ökologischen Mehrwert

Grundfläche (bebaute Fläche): 127 m2

Wohnfläche: 204 m2

ArchitektIn/PlanerIn: Jochen Specht

„Bei dieser Erweiterung bleibt der Altbau im neuen Gebäude sicht- und erlebbar. Erweiterung erfuhr der Baukörper durch die Verbreiterung des Dachstuhls um jeweils 1,5 Meter. So wurde Raum für neue Erschließungszonen geschaffen. Spielen, Arbeiten, Musizieren, Lesen – die Alltagsräume fließen offen ineinander und sind zoniert, aber nicht funktional zugeschrieben. Haus Hohlen zeigt, wie der Umbau bestehender Bausubstanz zu großem gestalterischen und ökologischen Mehrwert führen kann, und ist beispielgebend für eine immer bedeutender werdende Bauaufgabe.“

(Verena Konrad, vai Vorarlberger Architektur Institut – Jury)

Wien: HAUS CJ_5

Objekt: geschlossene Bauweise

Besonderheit: extreme Verdichtung, raumsparende Gestaltungslösungen 

Grundfläche (bebaute Fläche): 171 m2

Wohnfläche: 104 m2

ArchitektIn/PlanerIn: caramel architekten (Martin Haller)

„Mit der nötigen Leidenschaft für Herausforderungen entwickelten die Architekten ein Pilotprojekt für eine nachverdichtete Vorstadt. Auf einem 170 m2 kleinen, 5 Meter schmalen Grundstück schufen sie eine ­luxuriöse Raumskulptur. Raumsparend wurden möglichst viele Bereiche mehreren Funktionen zugeordnet. Ein lichtdurchflutetes, introvertiertes Universum für einen Bauherren mit Hang zu unkonventionellen Wohnformen. Mit scheinbarer Leichtigkeit gelang dieses architektonische Experiment. Ein in jeder Hinsicht höchst beachtenswertes Haus!“

(Anneke Essl, Architekturzentrum Wien – Jury)

NOMINIERUNGEN 

Burgenland

Sommerhaus Südburgenland / ArchitektIn/PlanerIn: 24gramm Architektur

Kärnten

Haus in Unterkärnten / ArchitektIn/PlanerIn: HERTL.ARCHITEKTEN

Niederösterreich

Haus VITIS / ArchitektIn/PlanerIn: m2architekten (Georg Marterer)

Haus am Venusgarten / ArchitektIn/PlanerIn: Inprogress Architektur Consulting & thesopht|loft

Oberösterreich

Haus D / ArchitektIn/PlanerIn: LP architektur ZT GmbH

Haus Wichert / ArchitektIn/PlanerIn: Architekturbuero1 ZT GmbH (Paul Wichert)

Salzburg

Haus Gastein / ArchitektIn/PlanerIn: Imgang Architekten ZT GmbH

Steiermark

Atelier am Kogl / ArchitektIn/PlanerIn: Johannes Kaufmann Architektur

Haus MuT / ArchitektIn/PlanerIn: mia2/Gnigler/Wilhelm/Architektur

Tirol

Haus s / ArchitektIn/PlanerIn: michaela mair

Haus Bout / ArchitektIn/PlanerIn: Madritsch Pfurtscheller

Vorarlberg

Haus 37 m / ArchitektIn/PlanerIn: juri troy architects

Haus Immler / ArchitektIn/PlanerIn: ARSP – Architekten Rüf Stasi Partner

Wien

Stadthaus im 18. / ArchitektIn/PlanerIn: bogenfeld architektur

Haus Black Pearl / ArchitektIn/PlanerIn: FLATZ ARCHITECTS



Der Architekturpreis „Das beste Haus“ wird von der s Bausparkasse in Kooperation mit dem Bundeskanzleramt Österreich und dem Architekturzentrum Wien alle zwei Jahre ausgelobt und vergeben. Die Preissumme beträgt pro Projekt 6.000€ (je 3.000€ für ArchitektIn und BauherrIn).

  • © Klaus Fritsch
  • © Klaus Fritsch
  • © Lukas Schaller
  • © Certov Architekten
  • © Certov Architekten
  • © Certov Architekten
  • © Certov Architekten
  • © Studio Kerschbaum
  • © Studio Kerschbaum
  • © Studio Kerschbaum
  • © Studio Kerschbaum
  • © Dietmar Hammerschmid
  • © Dietmar Hammerschmid
  • © Dietmar Hammerschmid
  • © Dietmar Hammerschmid
  • © Volker Wortmeyer
  • © Volker Wortmeyer
  • © Volker Wortmeyer
  • © Volker Wortmeyer
  • © Croce & Wir Architekturfotografie
  • © Croce & Wir Architekturfotografie
  • © Croce & Wir Architekturfotografie
  • © Croce & Wir Architekturfotografie
  • © W9Studios/Webhofer
  • © W9Studios/Webhofer
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  • © Adolf Bereuter Fotografie
  • © Adolf Bereuter Fotografie
  • © Adolf Bereuter Fotografie
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  • © Hertha Hurnaus
  • © Hertha Hurnaus
  • © Hertha Hurnaus

10-jähriges Jubiläum für die Auszeichnung Das beste Haus. 2015 gab es 129 Einreichungen, aus denen die Siegerprojekte ausgesucht wurden.

Ziel des Preises ist, das beste Ein- oder Zweifamilienhaus jedes österreichischen Bundeslandes zu ermitteln und zu küren. Dabei werden nicht nur freistehende Bauten berücksichtigt, sondern auch Bauen im Bestand. 

Die Siegerprojekte und Nominierungen sind noch bis 26. Mai in einer Ausstellung des Az W zu sehen.

Weiterführende Links

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Das Siegerprojekt in der Steiermark: Haus HM, yes-architecture (Marion Wicher) © Croce & Wir Architekturfotografie
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Burgenland: Haus Markt 67 © Klaus Fritsch
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Kärnten: Haus und Atelier in Zell/Sele © Certov Architekten
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Niederösterreich: Ramphouse © Studio Kerschbaum
beste_haus_15_dietmar_hammerschmid_01.jpg
Oberösterreich: Haus Sonnberger © Dietmar Hammerschmid
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Salzburg: Haus Maier © Volker Wortmeyer
beste_haus_15_w9studios_webhofer_03.jpg
Tirol: Haus Walde © W9Studios/Webhofer
beste_haus_15_adolf_bereuter_fotografie_04.jpg
Vorarlberg: Haus Hohlen © Adolf Bereuter Fotografie
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Wien: Haus CJ_5 © Hertha Hurnaus

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