Die Gestalt der steirischen Landschaft wird im Hochsommer und Frühherbst von großflächigen Maisfeldern, die unter idealen Bedingungen eine Höhe von rund drei Metern erreichen, bestimmt. So mancher beklagt dann die eingeschränkte Sicht auf die Umgebung. Der baukulturell Interessierte wird dies vermutlich nicht tun, schützen diese temporären Pflanzenwände doch sein anspruchsvolles Auge vor Blicken auf die unzähligen Bausünden der Gegend. Im Labyrinth, das diese Felder bilden, kann er sich beim Spazierengehen dem ungestörten Träumen von einer mit Umsicht gestalteten und bebauten Landschaft hingeben oder sich gedanklich in eine Zeit zurückversetzten, in der das ausgedehnte Wandern durch nahezu unverbautes Gebiet noch möglich war.
Der erste Frost im Herbst bereitet diesen Träumereien jedoch ein jähes Ende, denn die schützenden Felder werden abgeerntet und die Bausünden, die sich im Sommer dahinter weiter verdichtet haben, sind dann wieder traurige Realität.