INSZENIERTE JENSEITS KULISSE

A Tempo: Über den 18. Videoclip des GAT-Projekts im Architektursommer

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17/07/2015

Emil Gruber ist Kulturjournalist, Fotograf und Sammler. 1959 in Leoben geboren, lebt und arbeitet er in Graz. mehr

1954 gründete Monsignore Otto Mauer die Galerie St. Stephan. Sie wurde zu einem der  wichtigsten österreichischen Nachkriegsforen für neue Strömungen in Kunst und Architektur, national wie international. 

Dabei formulierten Theologen gemeinsam mit Architekten das Kirchenbauprogramm neu. Nicht mehr die Ehrfurcht vor der klerikalen Macht sollte im Vordergrund stehen, sondern die Öffnung zur Gemeinde hin. Eine neue Formensprache entstand, Kirchenschiffe und klassischer Turm verschwanden, der Altar rückte ins Zentrum von rechteckigen, fast quadratischen Grundrissen. 

Wenn auch die flächendeckende Revolution ausblieb, einige spektakuläre Interpretationen gelangen. Fritz Wotruba mit seiner Betonblock-Kirche in Wien-Liesing (1974-1976) oder Karl Schwanzer mit der Ziegelwand dominierten Christkönigkirche in Pötzleinsdorf (1960-1963) sind herausragende Beispiele. Clemens Holzmeister sind reduzierte, luftige Sakralbauten gelungen. Friedensreich Hundertwasser blieb dagegen bei der Neuadaptierung der Sankt Barbara Kirche in Bärnbach seiner Maxime „Die gerade Linie ist gottlos und unmoralisch“ kompromisslos treu.

Es ist zwar keine Kirche, aber das erste realisierte Projekt von Günter Domenig und Eilfried Huth, die Pädagogische Akademie der Diözese Graz-Seckau (1969), hätte ohne den von Otto Mauer begründeten Dialog möglicherweise auch kaum in ihrer radikalen Form umgesetzt werden können.   

GAT ganz fromm 1: Der Blick auf das Ganze ist uns verwehrt. Anne Faucheret rezensiert die herms FRITZ Ausstellung in der Basilika Mariazell 2010

GAT ganz fromm 2: Christof Wirnsperger: Selten kommt ein Esel allein. Ein Palmsonntag im Thomatal, Lungau, Salzburg. (SonnTAG 022) 2004

GAT ganz fromm 3: Der liebe Gott steckt im Detail! Ute Angeringer-Mmadu zur Renovierung der Außenfassade der Grazer Andräkirche 2010.

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Von 1. Juni bis 30. September 2015 findet der erste steirische Architektursommer statt. GAT nimmt mit dem Projekt A Tempo – Die mobile High Definition Baustelle teil. INSZENIERTE JENSEITS KULISSE ist der 18. Clip der Serie.

Konzept & Grafik: Norbert Rusz

Text: Emil Gruber

Videoclips: Nico Schrenk

Musik: Norbert Rusz

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18_inszenierte_jenseits_kulisse_a_tempo_architektursommer.jpg
© Emil Gruber
Architektursommer 2015
© HDA – Haus der Architektur

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