Wie sieht es eigentlich aus in Spielberg?

Ein Ort im Dornröschenschlaf

von ,

07/06/2007

Studium der Architektur an der TU Graz. Seit 1988 Architekturbüro mit Schwerpunkt Ortsraum und Baugruppen.
 Ortsbildsachverständige. Gründungsmitglied der Arge W:A:B, der Grazer Initiative für Baugruppen, 2008: u.a … mehr

Als nicht am Rennsport interessierte Bürgerin kam es mir dennoch eines Tages im Mai 2007 in den Sinn, dort Nachschau zu halten und spontan von der Murtal-Schnellstraße ab

Als nicht am Rennsport interessierte Bürgerin kam es mir dennoch eines Tages im Mai 2007 in den Sinn, dort Nachschau zu halten und spontan von der Murtal-Schnellstraße abzubiegen.

Erst einmal auf der Suche nach dem Ort Spielberg, der nicht unbedingt leicht zu erkennen ist und sich hauptsächlich als Aneinanderreihung von Häusern nördlich der Landesstraße entpuppt – übrigens mit prächtigem Blick auf das Murtal und seine Berglandschaft. Wie mag es diesen Anrainern jetzt ergehen? Der große Aufbruch in eine Zukunft mit Renn- und Teststrecke samt Ausbildungszentrum ist misslungen. Die abgespeckte kleine Variante noch nicht gesichert. Ich frage mich, ob es diese Anrainer gewesen sind, die sich gegen das große Projekt gestellt haben. Wie ich später erfahre, nein. Dann endlich, das ramponierte Schild „A1 Ring“ auf einer groß dimensionierten Abbiegekreuzung, die eine Vorstellung gibt, wie stark die Verkehrsbelastung zu Zeiten der Austragung der Autorennen gewesen sein muss. Auf der Zufahrtsstraße zum eigentlichen A1-Ring herrscht eine eigenartige Stimmung zwischen Abwarten, Hoffen („Matti bleib auf dem A1 Ring“) und Resignation, die angesichts der darauf folgenden tatsächlichen Rennstrecke in gespenstische Ruhe übergeht. Ja, und jetzt wird auch klar, warum sich hier jemand ganz besonders für die Verhinderung des Mateschitz-Projekts eingesetzt hat: Dieser Anrainer thront in einer romantischen Landschaftsmulde auf einem Südhang direkt über der Rennstrecke, bzw. was von ihr übrig geblieben ist. Und ich frage mich, ob er sich nach gelungenem Widerstand, angesichts der Trümmer und Absperrzäune wirklich wohl fühlt. Eines aber ist typisch für unser Land: Offensichtlich sind wir nicht in der Lage, in einer kultivierten Art und Weise Projekte zu diskutieren und zu kommunizieren, demokratisch abzusichern und dann erst zu verwirklichen. Protest ist viel leichter, speziell, wenn man keine Alternativen anzubieten hat.

Weiterführende Links

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An dieser Straße wohnt der Großteil der Spielberger Bevölkerung. Friedliche Aussicht ins Murtal.
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Kreuzung an derselben Straße - Abfahrt zum alten A1-Ring.
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Entlang der Zufahrt zu den ehemaligen Eingangsgebäuden entlädt sich der allgemeine Unmut über die derzeitige und vergangene Situation.
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Die Zufahrtsstraße führt in eine flache, idyllische Landschaftsmulde, in die die Rennstrecke gebaut wurde. Vereinzelte große Höfe hinter alten Bäumen, Schotterberge, Absperrzäune.
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Die Tribüne! Und ein paar leere A1-Ring-Gebäude.
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Ehemalige Streckenteile hinter einer Absperrmauer ...
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... ramponierte Hinweisschilder, noch mehr Absperrgitter, wo sind da Anrainer?
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Abgesperrte Ruinen, die zwar nicht von Menschen, aber von der Natur erobert werden.
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Und wirklich - ein Anrainer! Der Anrainer, dem das große Projekt von Mateschitz missfallen hat - die Stille ist hörbar.
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Wenn auch die Holztribünen einmal verfallen sind, die ohnehin alten A1-Ring-Gebäude zusammengebrochen sind, wird er (oben genannter Anrainer) seine totale Ruhe haben. Oder gibt es doch bald etwas Neues? Fotos: K Wallmüller

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