Offener Kommentar ...

... zu einem absurd-lächerlichen „Qualifizierungsvorgang“ 

Juryentscheidung innerhalb 6 Stunden zur Zukunft des Stadtteils Riedenburg in Salzburg

von ,

27/03/2014

„Juryentscheidung innerhalb 6 Stunden“ über 17 renommierte Projekte zur Zukunft des Salzburger Stadtteils Riedenburg.

Entscheidung Jury bzw. „Jurytätigkeit“ nach ca sechs (6!) Stunden Beratung über die Arbeit von 17 Projekten für einen nachhaltigen, gemischtgenutzten Stadtteil mit ca 360 Wohnungen, Läden, Büros und vielfältiger Wohnmilieus, Park und Kindergarten u.s.w.

Juryergebnis - ein städtebauliches Leitkonzept unter Einbindung nur eines weiteren Teilnehmers für den Teilbereich Neutorstrasse.

Diese entwürdigende Jurytätigkeit in der Art und Weise einer sechsstündigen Vorbesprechung am 20. März 2014 über die Tragweite eines Stadtteils in Anbetracht der höchstqualifizierten Teilnehmerteams abzuwickeln, ist unabhängig von einem +guten/-schlechten Ergebnis „lächerlich genial“ –

- fachlich verantwortungslos

- unseriös

- überheblich

- eine Verarschung des inhaltlichen, zeitlichen und finanziellen Engagement aller Teilnehmerteams

- Diskretitierung eines EU-weiten Architekturverfahrens

- einer Stadt wie Salzburg nicht würdig -

eben ein skandalöser, bisher unerreichter einzigartiger Vorgang. Daran wird auch umfangreiches und/oder nachgereichtes Protokoll über sechs Stunden nicht ändern.

Die neue Stadtregierung und die Auftraggeber müssen diese Entscheidung zurückweisen.

Neben der breiten politischen und oftmaligen medialen Ansagen, die Riedenburgkaserne kooperativ auf Basis eines oder mehrer Leitkonzepte zu entwickeln und mehrere, vielfältige Architekturhaltungen (im Vorfeld wurden von 4-5 Teams in den Medien/Politik gesprochen) in das Projekt aufzunehmen, einen Entwicklungsdialog mit Anrainern, Stadt und Fachleuten zu ermöglichen kann jetzt nach Vorliegen eines solch lapidar, beliebigen Vorganges nur von einem „(kooperativen) Scheinverfahren“ also der bewussten Täuschung aller, nominierten und renommierten Teilnehmer gesprochen werden.

Es gibt keine weitere kooperative Bearbeitungsstufe, nur eine (max. zwei) Architekturhaltung bestimmt die nächsten 70 Jahre ein ganzes Stadtquartier mit mind. 360 Wohnungen, dies ist eine fachlich-politische Entscheidung wie in der Wiederbaufbaunachkriegszeit.

Weder den Auslobern, der Stadt und den zukünftigen NutzerInnen wird damit eine Grundlage argumentiert gegeben und unterläuft somit die gemeinsamen, zukunftweisenden Absichten den überfälligen Paradigmenwandel des trivialen stadtzerstörenden monofunktionalen Wohnbaues 

„Stadt anstatt Siedlung und einen Genuis loci“ zu beschreiten.

Verantwortliche Fachjury

Arch. DI Rüdiger LAINER, Architekt, Vorsitzender des Preisgerichts, Wien

Arch. DI Peter RIEPL, ehemalig Gestaltungsbeirat, Stellvertretender Vorsitz, Linz, Landschaftsarchitektin

DI Susanne BURGER, Gestaltungsbeirat, München

Arch. DI Georg HUBER, Salzburg

Arch. Mag.arch. Rolf TOUZIMSKY, Linz

Geladene Teilnehmer aus EU-weit vorgeschaltenem Bewerbungsverfahren (aus 97 Anträgen)

01. Berger + Parkkinen ZT, Wien Idealice Landschaftsarchitektur, Wien

02. GEISWINKLER & GEISWINKLER, Wien Jakob Fina, Wien

03. Atelier Thomas Pucher ZT, Graz Schegk, D-Haimhausen

04. PPAG architects ZT, Wien YEWO LANDSCAPES eU, Wien

05. Thalmeier Architektur ZT, Hallein DnD Landschaftsplanung, Wien

06. FUKSAS, I-ROM Florence Mercier Paysagiste, F-Paris

07. ZUCCHI – PICCO Architetti, I-Milano Antonio Stignani, I- Ravenna

08. ARGE STUDIOVLAY, Wien Agence Ter .de, D-Karlsruhe & Auernhammer Wolrab, München & Forsthuber Martinek ZT, Salzburg

09. ARTEC Architekten, Wien Auböck+Karasz, Wien

10. maxRIEDER ZiviltechnikerGmbH mit Arch Wagner ZTGmbH Wien-Salzburg ARGE hutterreimann & Prof. Andrea Cejka, Wien-Salzburg, Wien, Berlin, Rapperswil

11. ARGE Schwarzenbacher Architektur ZT Otmar Stöckl, Zell / Pram & Fally+Partner ZT, Salzburg

12. HALLE 1 Architekten, Salzburg Gabriele Kiefer, D-Berlin Kreuzberg

13. Peter Ebner and Friends ZT, Wien Mahl-Gebhard-Konzepte, D-München

14. LC4 architektur, W Lankmayer, Salzburg Keller Damm Roser, D-München

15. Baumschlager Hutter ZT, Dornbirn-Wien Carla Lo, Wien

16. querkraft architekten ZT, Wien Doris Haidvogl, Wien

17. ARGE COOP HIMMELB(L)AU, Wien ST raum a. Landschaftsarchitektur, Berlin & ARCHITEKTUR CONSULT Graz Wien & ÖIR-PROJEKTHAUS, Wien

Geschätzter Mindestaufwand je Teilnehmerteam:

6 Wochen mit mindestens 3 Mitarbeitern ca 1.320 Stunden bei nur € 40.-/ h, sind ca € 52.800.- je Teilnehmer, gesamt ca € 898.000.-.

Vorgesehenes Verfahrensentgelt je Teilnehmerteam: € 8.235.-. Dies zum Engagement!

Jedes der vier Fachjurymitlieder hat somit in den sechs Stunden "Beratung" je Stunde € 37.400.- verfeuert. Das ist HYPOARGEALP-Rekord. Dies zur Integrität einer raschen 8:0 Entscheidung ohne darüber zu schlafen.

(Auszug) Ursprünglich ausgelobtes Verfahrensprozedere

Auszug Verfahrensausschreibung - Grundlagen/Auslober

Die Ausschreibung Projektentwicklung „Riedenburgkaserne“ Salzburg, städtebaulicher, baukünstlerischer und landschaftslanerischen Realisierungswettbewerb (datiert 26.11.2013) von GSWB, Salzburg und UBM, Wien.

Auszug Verfahrensausschreibung - Formale Verfahrenbedingungen.

Nicht offener, einstufiger Städtebaulicher, Baukünstlerischer und Landschaftsplanerischer

Realisierungswettbewerb (anonyme Bearbeitungsstufe) mit evtl. nachfolgender kooperativer Verfahrensstufe (2. Bearbeitungsstufe) und vorgeschalteten Bewerbungsverfahren (EU-weit).

1. Bearbeitungsstufe Realisierungswettbewerb (anonym):

Gegenstand und Ziel der 1. Bearbeitungsstufe ist die Findung einer verträglichen städtebaulichen als auch landschaftsplanerischen Leitstruktur mit qualitätsvollen differenzierten Architektursprachen, lebenswerten und lärmgeschützten Wohnungen und attraktiver Landschafts-Freiraumgestaltung.

Ein Siegerprojekt Städtebau - Architektur und Landschaftsplanung wird ausgewählt, wobei wünschenswert wäre, wenn die beiden Leitstrukturen Städtebau-Architektur und Landschaftsplanung aus einem Projektteam entspringen, sie müssen sich aber nicht decken. Zwei (ca.) weitere Wettbewerbsbeiträge können ausgewählt werden, sodass im anschließenden kooperativen Verfahren mehrere (ca. 3) Projektanten und ein(e) LandschaftsplanerIn das Planungsgebiet auf Basis der jurierten Leitstruktur kooperativ weiter entwickeln und zum realen Projekt gelangen.

2. Bearbeitungsstufe - Kooperatives Verfahren (alternativ): ENTFÄLLT AUFGRUND DER jURYENTSCHEIDUNG.

Sollten in der 1. Bearbeitungsstufe mehrere Projektanten ausgewählt werden, folgt die 2. Bearbeitungsstufe, das kooperative Verfahren. Gegenstand und Ziel des kooperativen Verfahrens ist die gemeinsame Präzisierung der städtebaulichen und landschaftsplanerischen Leitstruktur im Dialog, die Definition von Baufeldern und deren Umsetzung durch die in der 1. Bearbeitungsstufe ausgewählten Teilnehmer. Die ausgewählten Teilnehmer arbeiten kooperativ an der schrittweisen Annäherung an Aufgaben und Ziele in einem Meinungsaustausch zwischen den Teilnehmern, den Auftraggebern, Vertretern der Jury und weiteren Beteiligten, insbesondere des Amtes für Stadtplanung und Verkehr. Dabei werden ein oder mehrere Präsentationskolloquien durchgeführt, um mit den Teilnehmern gemeinsam Lösungsansätze zu diskutieren, bevor diese weiter bearbeitet werden.

Wettbewerbsergebnis

Wohnen in Salzburg - Riedenburgkaserne

In der Bewerbungsphase haben sich 97 Büros beworben, von denen die Jury 17 Teilnehmer für die Bearbeitungsstufe 1 auswählte. Geplant waren 2 Bearbeitungsstufen, sofern sich die Jury in der Bearbeitungsstufe 1 zu keinem eindeutigen Leitprojekt entscheiden kann.

Gewinner nach Bearbeitungsstufe 1

ARGE Schwarzenbacher Architektur, Salzburg, Landschaftzsarchitekt DI Mag. Otmar Stöckl, Zell a.d.Pram und Fally+Partner Architekten, Salzburg.

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