Die Errichtung des Grazer Murkraftwerks und der damit einhergehende Bau des zentralen Speicherkanals haben den Murufern bis ins Stadtzentrum stark zugesetzt. Tausende Bäume wurden geschlägert. Und nun drohen die noch stehen gebliebenen Bäume zu ertrinken. Ab Höhe der Augartenbucht in Richtung Süden stehen auf beiden Uferseiten die meisten Bäume mit dem Stamm im Wasser oder unmittelbar am Wasserrand.
Viele Bäume sind bereits tot, kippen, zerbrechen und treiben als Totholz ab. Manche sind an Gurte festgebunden (!), vielleicht um sie dadurch am Abtreiben zu hindern. Viele Stämme wurden bereits auf halber Höhe oder knapp über dem Wasser abgesägt. Wenn die Bäume bis jetzt noch nicht abgestorben sind, so werden sie das in absehbarer Zeit sein.
Sehr bald werden die Ufer nahezu baumlos sein und für Menschen und Tiere einen trostlosen Lebensraum Mur darstellen. Daran werden auch die (wenigen) Nachpflanzungen nichts ändern.
Das "grüne Band" der Mur mit den (einst) tausenden mächtigen Au-Bäumen, das Jahrzehnte das Grazer Stadtbild prägte, werden wir bald nur mehr auf alten Ansichten bzw. in dem Buch Die Mur in Graz- das grüne Band (Hrsg. Johannes Gepp) betrachten können.
Hauptsache, die Stadt Graz wird europäische Vorzeige-Stadt für Klimainnovationen, indem sie u.a. ankündigt „sensationelle“ 800 neue Bäume pro Jahr zu pflanzen.
Da kann man sich schon ein wenig gepflanzt fühlen.
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