Die Baukunst hat ihre Kunst verlernt

Die Architektur hat sich in eine eigene Welt verabschiedet, sagt Roland Gnaiger

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21/04/2013

Öde, lieblos, kunstlos – so sehen manche Kritiker die Architektur der Gegenwart. Statt der Baukultur verpflichten sich viele Architekten eher den streng kalkulierten Interessen der Investoren. Das hat Folgen, die nicht nur dem Auge wehtun.

Dagegen ist keiner immun: Häuser und Bauwerke wirken immer. Sie lenken uns durch die Räume und das Leben in ihnen, lassen uns gehen, stolpern, ankommen, immer wieder zurückkehren und irgendwann auch bleiben. Und nebenher produziert Architektur auch munter Kollateralschäden – ästhetische, soziale und sogar physiologische. Bei allen gleichermaßen und bei jedem Einzelnen ganz individuell. Architektur kann ganz schön stumm, ohnmächtig, ratlos machen. Weil die Architektur in den letzten Jahren vor allem eines bewiesen hat: das, wozu sie scheinbar nicht mehr imstande ist. Holger Reiners, ein deutscher Architekt und Buchautor behauptet das. So vehement, dass er sogar im Titel seines aktuellen Buches die Frage stellt: „Brauchen wir noch Architekten?“ Nein, sagt er. Wenn sie so bauen, wie sie heute bauen. ....

Der Artikel von Norbert Philipp erschien erstmals am 30.03.2013 in der Tageszeitung Die Presse

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