Ad Making-of

Ein Aufruf an die Grazer Architekturstudierenden

Zugegeben: Ich selbst kam auch zu spät, aber früh genug, um ...

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20/02/2014

Studium der Architektur an der TU Graz. Seit 1988 Architekturbüro mit Schwerpunkt Ortsraum und Baugruppen.
 Ortsbildsachverständige. Gründungsmitglied der Arge W:A:B, der Grazer Initiative für Baugruppen, 2008: u.a … mehr

Zugegeben: Ich selbst kam auch zu spät, aber früh genug, um beispielsweise den detaillierten Ausführungen über die vielfältigen Möglichkeiten eines modular organisierten Wohnbaus, der bis ins Detail samt Kostenrechnung gediehen war und dann doch nicht so gebaut wurde, zu lauschen. Und: wieder einmal zu staunen, was durch den geförderten Wohnbau eigentlich alles an Chancen für die Kunden der Wohnbau-Genossenschaften vergeben wird. Oder: über die Absurdität, dass in Schulbauwettbewerben die Berücksichtigung von engagierten pädagogischen Konzepten zwar eingefordert wird, dann aber genau diese Konzepte in der Wettbewerbsausschreibung in Raumprogramme gegossen werden, die eher der mariatheresianischen Zeit entsprechen. Oder: über die Tatsache, dass wirklich wichtige Entscheidungen in einer Gemeinde im Wirtshaus getroffen werden und es dabei ein Glück für den Ort ist, wenn gerade die richtigen Leute auf einander treffen.

Ja: Der Abend gewährte tiefe Einblicke in den Berufsalltag der Architektinnen und Architekten. Dabei dürfen wir nicht außer Acht lassen, wie viel an Energie, Freude und Engagement für räumliches Schaffen in ihnen steckt und darauf brennt, zum Ausdruck - sprich zur Verwirklichung - zu kommen. Oft vergeblich und fürs Archiv. Wo immer das dann auch landet. Dass es durch Engagement aller Beteiligten gelingen kann, zum ursprünglich angepeilten Ziel zu kommen, kann man an den Realisierungen, wie denen des Architekturpreises des Landes Steiermark nachvollziehen.

Aber: Das Making-of wird wohl wieder einmal Vielen, die es eigentlich interessieren sollte, verborgen bleiben. Wieder einmal lauschte nur eine kleine Schar Interessierter den Ausführungen der Architektinnen und Architekten über das Zustandekommen, die Ideen und Anstrengungen im Vorfeld der Realisierungen - des letztlich Gebauten. Die vom HDA Graz vermutlich wirklich Angesprochenen - die Studierenden der Architektur - sind der Diskussion fern geblieben. Liegt es am Timing der Veranstaltung mitten in den Semesterferien oder daran, dass sich der architektonische Nachwuchs lieber hinter ihren Laptopbildschirmen in den sozialen Netzwerken aufhält? Wir wissen es nicht. Auf jeden Fall ist ihnen eine Chance entgangen, sehr persönliche und höchst spannende Einblicke in den Alltag der Berufsgruppe zu erhalten, die sie vermutlich ernsthaft anstreben.

Also bitte: Hingehen, wenn es wieder einmal eine solche Gelegenheit gibt! Denn: Es geht um die Weitergabe des Feuers!

PS:

Am Mi., dem 19.02.2014, 18:00 Uhr, lud das HDA Graz unter dem Titel Making-of zur Diskussionsrunde, die die Entstehungsgeschichte und die Hintergründe der Projekte, die im Architekturjahrbuch Graz Steiermark 2013 präsentiert und in der nur noch bis 21. Februar 2014 laufenden Ausstellung dargestellt werden, beleuchtete. Es handelt sich um die Volksschule in Hausmannstätten von .tmp architekten, den Wohnbau FLUR 20 in Graz von INNOCAD Architektur, den Museumshof in Kammern von yes-architecture und die Volksschule in Bad Blumau von Feyferlik / Fritzer.

Diskussion Making-of

Mi. 19.02.2014, 18:00

Ausstellung

Projekte des Architekturpreises des Landes Steiermark 2013

18. Jan. bis 21. Feb. 2014

Di - So 10 bis 18 Uhr

HDA Graz

Weiterführende Links

HDA LAP 2013
Projekte des Architekturpreises des Landes Steiermark 2013, Ausstellung vom 18. Jan. bis 21. Feb. 2014 im HDA Graz © Thomas Raggam

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