Sa. 9/11/2024 11:00 - Sa. 22/02/2025 17:00

Steine zwischen den Fronten

Antifaschistische Denkmäler im ehemaligen Jugoslawien. Ein Projekt von Melanie Hollaus & Christoph Lammerhuber mit Günter Richard Wett

Ausstellung, Tirol

aut.architektur und tirol

Lois Welzenbacher Platz 1Adambräu

6020 Innsbruck

Denkmal aus Beton links und rechts, in der Mitte eine Person mit Rücken zur Kamera. Wald im Hintergrund

Melanie Hollaus (Regisseurin und Videokünstlerin) und Christoph Lammerhuber (Architekt und Kameramann) beschäftigen sich seit mehreren Jahren auf künstlerische Weise mit den Gedenkstätten des antifaschistischen Widerstands im ehemaligen Jugoslawien – den sogenannten „Spomeniks“. Über 200 großmaßstäbliche Denkmäler entstanden während Titos Regierungszeit (1953 – 80) im ganzen Land, geschaffen von bekannten Architekten und Bildhauern wie Bogdan Bogdanović oder Dušan Džamonja. Sie erinnern in erster Linie an den Widerstand der Partisan:innen gegen die Besatzungsmächte und an die Verbrechen des Zweiten Weltkriegs, waren aber auch ein politisches Instrument innerhalb Titos Vision eines klassenlosen Landes, in dem die Bevölkerung ohne ethnische Spannungen miteinander lebt. Heute sind viele dieser „steinernen Zeugen“ vergessen, verwahrlost oder zerstört. Die einst als völkerverbindend konzipierten Monumente erzählen so ungewollt die komplexe Geschichte von ideologisch, politisch, religiös und ethnisch motivierten Konflikten mit, die noch lange nach dem Ende der Jugoslawienkriege (1991 – 2001) andauern.

2022 wurden Hollaus und Lammerhuber im Rahmen ihrer Recherchen zu unfreiwilligen Zeug:innen der Verwüstung der Partisanen-Nekropole von Bogdan Bogdanović in Mostar. In Folge holten sie ausgewählte Denkmäler in Form einer Augmented Reality Ausstellung nach Wien. Darauf aufbauend werden im aut fünfzehn dieser surrealistischen Monumente in ihrer Einzigartigkeit und mit all ihren ambivalenten Zuschreibungen in Form von Multikanal-Videoinstallationen, einem 3D-Objekt als Augmented Reality sowie Fotografien und Drohnenflügen von Günter Richard Wett erlebbar gemacht. 

Ausstellungseröffnung: Freitag, 8. November 2024, 20 Uhr
Austellungsdauer: 9. November 2024 - 22. Februar 2025

Weiterführende Links

Plakat mit Abbildung eines antifaschistischen Denkmals aus Beton, in Landschaft eingebettet. Informationen zu Austellungsterminen.
Plakat, © Günter Richard Wett
Vier Bilder aus einer Videoinstallation, Kriegsszenen überblendet mit Denkmälern und Landschaften
"DOYOUREMEMBERDOYOUNOIDON´T", 5-Kanal Videoinstallation, 2024, ©: Melanie Hollaus, Christoph Lammerhuber
Filmstill, man sieht ein antifaschistisches Denkmals aus Beton, in Landschaft eingebettet. Die Untertitel der Szene sind eigebettet. Person 1 (unsichtbar) fragt "Sie sind sicher?", Person 2 (unsichtbar) antwortet "Hundertprozentig. Herausgeschmolzen ist er!"
"Nach Sarajevo – U Sarajevo", SCI-FI- und Foundfootage-Film, 2022, unvollendet (Filmstill), ©: Melanie Hollaus, Christoph Lammerhuber © Melanie Hollaus, Christoph Lammerhuber

Veranstalter:in: aut.architektur und tirol

Mehr Informationen: Link zur Eröffnung