Der Pfauengarten ist kein Pfauengarten,
obwohl die Gegend dort
noch so benannt wird.
Der Pfauengarten war einmal
ein Klostergarten,
durch die Stadtmauer
getrennt vom Glacis.
Grün und hohe alte Bäume
entwickelten sich mit dem später
am Glacis angelegten Stadtpark
zu einer Parklandschaft.
Später wurde der Pfauengarten
am östlichen Ende des Karmeliterplatzes
abgemauert und nachts mit einem
schweren Tor verschlossen.
Tagsüber nutzten den Pfauengarten
privilegierte Beamte als Park(!) Platz.
Noch später kam der Investor
und kaufte das gesamte Areal.
Dieses wurde in ein tiefes Loch und
noch später in eine Tiefgarage verwandelt.
Der beschauliche Pfauengarten
mutierte zu einer
steppenartigen Un-Gegend.
Überraschend, aber großartig entstanden:
Die Blickverbindungen vom Karmeliterplatz
zum Stadtpark und die
vom Stadtpark zum Schloßberg.
Dann inszenierte der Investor
einen Architektenwettbewerb
für die Bebauung dieser Tiefgarage.
Ein Hotel und Wohnbau waren gefordert.
Unter dem Vorsitz des
Architekten aus Norwegen,
dem wohl der Blick zum Horizont,
nicht aber der vom Stadtpark zum
Schloßberg bedeutsam war,
kürte die Jury das Siegerprojekt.
Später – jetzt, sind
die Blickverbindungen
Stadtpark–Schloßberg,
Karmeliterplatz–Stadtpark
und andere Chancen
für immer verbaut.
Wie aus Dachfirsten Dachtraufen werden,
wie aus einem Panorama Sehschlitze werden
und wie aus Stadtraum plötzlich Profit wird.
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