THEATER IM PALAIS

Neuer städtischer Raum für Studierende der Kunstuniversität Graz und Stadtbewohnerinnen.

von ,

28/11/2014

Das Theater im Palais, das vom Institut für Schauspiel der Kunstuniversität Graz (KUG) genutzt wird, ist saniert und erweitert worden. Nach rund eineinhalb Jahren Bauzeit fand am 18. November 2014 die Eröffnung des Gebäudes und des neugestalteten Platzes zwischen Palais Meran, MUMUTH und Theater im Palais statt. Architektur und Generalplanung lag in den Händen des Grazer Büros balloon architektur.

Das Projekt ging aus einem geladenen einstufigen Realisierungswettbewerb hervor, den die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) unter 9 TeilnehmerInnen aus Wien und Graz auslobte. Die Jury unter dem Vorsitz von Architekt Bernhard Marte kürte im Februar 2011 das Grazer Büro balloon architektur zu Gewinnern des Verfahrens.

Für balloon war es nicht nur wichtig, mit dem neu zu errichtenden Foyer den heterogenen Gebäudebestand des Theater im Palais zu homogenisieren, sondern auch einen öffentlichen Platz – einen Campus – zu schaffen, der einerseits der Bedeutung der KUG, andererseits dem städtischen Umfeld gerecht wird. Durch das Öffnen des vorher eher geschlossenen Hofes zwischen Palais Meran und Theater im Palais zur Leonhardstraße hin konnte ein neuer urbaner Aufenthaltsraum geschaffen und zugleich die Blickbeziehung Leonhardstraße – MUMUTH verbessert werden.

Die vorher sehr heterogen wirkenden Gebäudeteile des Theater im Palais werden nun von einem goldfarbenen, baldachinartigen 'Vorhang' umfasst und zu einer architektonischen Großform vereint. Dieser das Gebäude vierseitig umschließende Baldachin inszeniert das Bestandsgebäude neu und verleiht ihm Eigenständigkeit im Kontext MUMUTH und Palais Meran. Dieser semitransparente Baldachin ist aus 3 mm Aluminiumblech mit unterschiedlichen Lochungen und Prägungen hergestellt, die – aus einer Chronofotografie des Physiologen und Fotopioniers Étienne-Jules Marey entwickelt – die Bewegungsabfolge in einem Salto darstellen. Die alte Umfassungsmauer des Palais Meran wurde von den Veränderungen nicht angegriffen – ihre Silhouette bleibt hinter dem 'goldenen Baldachin' sichtbar.

Mit dem neuen Foyer erhält das Institut für Schauspiel der KUG einen multifunktionalen, flexibel nutzbaren Großraum mit einer Fläche von rund 300 qm. Er beherbergt neben dem Eingangsbereich auch Büros für die Bühnentechnik, eine Seitenbühne, ein Behinderten WC und einen Aufenthaltsraum für Studierende. Der außenliegende goldfarbene Baldachin übernimmt im Foyer-Inneren die Funktion des Sonnenschutzes gegen Westen und findet an der Decke des Foyers seine Entsprechung in der abgehängten Ornamentdecke.

Die Funktionsbereiche Theater und Institut für Schauspiel verfügen über getrennte Eingänge und können wechselweise miteinander ge- und entkoppelt werden. Ein längliches Einbaumöbel im Foyer übernimmt die Funktionen der Besuchergarderobe, des Buffets und der Teeküche für das Institut. Bei Thaterbetrieb fungiert es zusätzlich als Abschirmung des Zugangs zu den Institutsräumen im Bestandsgebäude.

Mobile Abtrennungen aus Vorhängen, die bei Bedarf zum Einsatz kommen, wahren den Großraumcharakter des Foyers.

Nominierung zum Mies van der Rohe Award 2014

Das Theater im Palais ist aktuell mit 18 anderen österreichischen Bauten für den Mies van der Rohe Award 2014 – Europas beste Bauten – Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur – nominiert.

  • © David Schreyer
  • © David Schreyer
  • © David Schreyer
  • © David Schreyer
  • © David Schreyer
  • © David Schreyer
  • © David Schreyer
  • © David Schreyer
  • © David Schreyer
  • © David Schreyer
  • © David Schreyer
  • © David Schreyer
  • © David Schreyer

Das Theater im Palais in Graz wurde am 18. November 2014 nach Sanierung und Erweiterung um ein neues Foyer wiedereröffnet. 

Das Projekt ging 2011 aus einem geladenen, einstufigen Realisierungswettbewerb der BIG hervor, bei dem 9 Büros teilnahmen und den balloon architektur, Graz, gewinnen konnten. (s. Link unten)

Realisierung TiP: Juli 2014

Platzgestaltung: Sept. 2014

Einrichtung: Sept. 2014

Architektur + Generalplanung

balloon architektur

Rampula/Gratl/Wohofsky

Bauherrschaft

BIG, LIG, KUG

In der GAT-Reihe bauwerk.aktuell werden Architekturproduktionen innerhalb und außerhalb Österreichs präsentiert, die kürzlich fertiggestellt wurden. Bei der Kuratierung werden Projekte von AkteurInnen bzw. ProtagonistInnen mit Bezug zur Steiermark bevorzugt.

Weiterführende Links

TIP_und_Platzgestaltung_Hauptzugang _Leonhardstraße
Campus zwischen Palais Meran, MUMUTH und Theater im Palais, Ansicht Süd © David Schreyer
TIP_und_Platzgestaltung_Ansicht_Nord.jpg
Theater im Palais vom Norden © David Schreyer
TIP_und_Platzgestaltung_räumliche_Einheit.jpg
Foyer und Campus © David Schreyer
TIP_Innenraum_Foyer.jpg
Foyer – Großraum © David Schreyer
Theater im Palais, Lageplan
Theater im Palais, Lageplan © balloon architekten
Theater im Palais, Grundriss EG. Platzgestaltung
Theater im Palais, Grundriss EG. Platzgestaltung © balloon architekten
Theater im Palais, Foyer, Querschnitt
Theater im Palais, Foyer, Querschnitt © balloon architekten

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