ReduceReuseRecycle

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Architekturvermittlung am BG Porcia in Spittal/Drau (K)

von ,

02/08/2013

geboren in Feldkirchen/Kärnten | 1992-2000 Studium der Architektur an der TU Wien und freie Mitarbeit in verschiedenen Architektur- und Planungsbüros, Diplom 2001 | 2001 - 2005 freie Mitarbeit in verschiedenen … mehr

Im Rahmen des Vermittlungsprogrammes RaumGestalten 2012/13 arbeiteten Sonja Hohengasser (ARCHITEKTUR_SPIEL_RAUM_KÄRNTEN | FH Kärnten) und Studierende des Studiengangs Architektur der FH Kärnten mit SchülerInnen der 1. Klasse des Bundesgymnasiums Porcia in Spittal/Drau zum Thema „ReduceReuseRecycle“. Dabei wurde der ökologische Kreislauf eines alltäglich verwendeten Objektes (Becher in jeder Form wie Joghurtbecher) untersucht und unter dem Aspekt “Vom Müll zum raumgestalteten Werkstoff“ weiter behandelt.

Anhand eines gebauten Beispiels in Finnland bekamen die SchülerInnen Einblick in den Planungsprozess und die Arbeit der ArchitektInnen. Bilder, Skizzen und ein dafür angefertigtes Modell veranschaulichten Form, Funktion, Proportion, Material und Bauweise dieses Gebäudes und vermittelten, dass Architektur einem logischen Prinzip unterliegt.

Weiters ließ eine Präsentation die SchülerInnen in die Realität von Müllkindern eintauchen, die es fast überall auf der Erde gibt und die weggeworfenes Material sammeln, um daraus auch Unterkünfte zu bauen. Müllvermeidung und was mit Weggeworfenem passiert, waren daher Diskussionsthemen. Beispiele der Recyclingarchitektur zeigten, dass unterschiedliche, gebrauchte Materialien für Notunterkünfte bis hin zu modernen Fassadengestaltungen verwendet werden.

Gesammelte Joghurtbecher, Trikotschnüre und Kartonreste waren die Ausgangsmaterialien für das geplante Projekt, welches später 1 : 1 umgesetzt werden sollte. Mit Unterstützung der Studierenden konnten sich die SchülerInnen, in mehreren Arbeitsgruppen aufgeteilt, auf die Suche nach Lösungen für raumbildende Elemente mit Bechern und dafür geeignete zerstörungsfreie Verbindungsmittel machen. Da das Baumaterial nach seiner Verwendung möglichst unzerstört wieder in den ökologischen Kreislauf zurückgeführt werden sollte, schieden Klebeverbindungen aus. Daher wurden Kleidungsstücke, Netze, Strumpfhosen, Kabelbinder, Stäbe usw. als Verbindungsmittel ausprobiert, bis endlich Wäsche- und Büroklammern entdeckt wurden

.

Aus den konisch geformten Bechern entstanden mithilfe der Büroklammern blumenartige, gewölbte Elemente und durch Auffädeln der Becher auf Trikotschnüre stabile und teleskopartige Stützen. Diese Bauelemente dienten später für den Hausbau im öffentlichen Raum, dem Stadtpark in Spittal/Drau. Die Stämme der Bäume vor Ort erwiesen sich als hilfreich für das Vorhaben. Die „Baustelle“ lockte viele Besucher an, die neugierig nachfragten und auch selbst Hand anlegten. Nach dem Verzehren des "Hauseinweihungsbuffets" stellten die SchülerInnen ihre Bauwerke den Eltern, Freunden und Journalisten vor.

Der Höhepunkt im Park war kein Schlusspunkt. Das Team möchte versuchen, wie weit das Material noch auszureizen ist. Die Schule machte sich bereits auf die Suche nach weiteren Standorten, um im Herbst noch einiges entstehen zu lassen.

METHODEN, ZIELE

Die Methode, mit Kindern gemeinsam ein neues Baumaterial über Versuch und Irrtum zu untersuchen und auszureizen, bindet sie in den Prozess intensiv ein und lässt sie selbstständig agieren. Durch die aktive und intensive Auseinandersetzung mit dem Thema „Müll“ und den bereits realisierten Beispielen der Recyclingarchitektur werden die SchülerInnen für den Umgang mit Rohstoffen und Architektur sensibilisiert und ihre Kritik- und Urteilsfähigkeit gefördert.

Die Möglichkeit, ein Produkt noch einmal zu verwenden, bevor es wieder in den ökologischen Kreislauf eingeschleust wird, sensibilisiert für den Umgang mit Ressourcen. Die intensive Zusammenarbeit mit der Architektin und den Architekturstudierenden lässt die SchülerInnen in die Realität eintauchen und lehrt sie, mit Ernsthaftigkeit und Verantwortung an Dinge herangehen.

Wichtige Aspekte sind die verbale Vermittlung der eigenen Ideen in Bezug auf Umgang mit architektonischen Gestaltungsmitteln und die Präsentation der entstandenen räumlichen Strukturen. Dass die SchülerInnen das Projekt als nicht beendet betrachten und noch weiter bauen wollen, spricht für den Erfolg der Vermittlungsarbeit.

Projektbeteiligte

Schule

BG Porcia Spittal/Drau, Zernattostraße 10, 9800 Spittal, Klasse 1c

29 SchülerInnen der 1C

Aschbacher Carolin

Dertnig Kristina

Feichter Julian

Frick Caroline

Hoppmann Aileen

Kovacic Emma

Lampersberger Katharina

Maske Lilli

Mattijssen Lauren

Moser Melanie

Neuschitzer Lisa

Olsacher Laura

Pirker Fabian

Pittino Kerstin

Pranzl Alina

Quendler Paulina

Reichmann Denise

Schaffer Tobias

Schlüter Anna-Lena

Schneider Katrin

Stoxreiter Gerrit

Strauß Lisann

Terkl Nina

Thaler Melanie

Tomassetti Loris

Unterkofler Elisa

Wieltschnig Jasmin

Wieser Marie

Zweibrot Laura

Lehrerin

Mag.Michaela Gansger

Baukulturexpertin

DI Sonja Hohengasser; ARCHITEKTUR_SPIEL_RAUM_KÄRNTEN | FH Kärnten unterstützt von den angehenden BaukulturexpertInnen (Studierende der FH Kärnten, Studiengang Architektur):

Florian Anzengruber | Thomas Harlander | Karin Menzel | Nevena Marjanovic | Milorad Milic

Das Projekt wurde unterstützt von:

Volpini, Baumax ,Sax, Brevillier Urban & Sachs, ARCHITEKTUR_SPIEL_RAUM_KÄRNTEN, FH Kärnten

Architekturvermittlungsprojekt im Rahmen von RaumGestalten 2012/13, gefördert von KulturKontakt Austria

Weiterführende Links

Raumgestalten 2013_Hohengasser_BG Porcia_06
Einführung in das Thema © Sonja Hohengasser
Raumgestalten 2013_Hohengasser_BG Porcia_01
Einführung in das Thema © Sonja Hohengasser
Raumgestalten 2013_Hohengasser_BG Porcia_02
Vom Rohmaterial bis zum fertigen Becher - Exkursion zur Fa. Volpini, die 4000 Joghurtbecher zur Verfügung stellte. Sie wurden nach Abschluss des Vermittlungsprojektes wieder dem Recyclingprozess zugeführt. © Sonja Hohengasser
Raumgestalten 2013_Hohengasser_BG Porcia_03
Experimentieren © Sonja Hohengasser
Raumgestalten 2013_Hohengasser_BG Porcia_05
Joghurtbecher, Trikotschnüre und Kartonreste als Baumaterialien © Sonja Hohengasser
Raumgestalten 2013_Hohengasser_BG Porcia_12_05_02
Eine Stütze ensteht durch das Auffädeln der Becher auf eine Trikotschnur © Sonja Hohengasser
Raumgestalten 2013_Hohengasser_BG Porcia_Verbindungsmittel
Als Verbindungselemente dienen Büroklammern und Wäschekluppen. © Sonja Hohengasser
Raumgestalten 2013_Hohengasser_BG Porcia_12
Umsetzung des Projektes im Stadtpark Spittal/Drau © Sonja Hohengasser
Raumgestalten 2013_Hohengasser_BG Porcia_15
© Sonja Hohengasser

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