Nahezu 400 Personen haben bereits unterschrieben, heute wird die Petition „Stopp und Neustart Verfahren Remise Steyrergasse, Graz“ an Vizebürgermeisterin Judith Schwentner und Wolfgang Malik, Chef der Holding Graz, übergeben.
Die von zahlreichen Architekturinstitutionen und -plattformen unterstützte Petition „Stopp und Neustart Verfahren Remise Steyrergasse, Graz“ ist seit 13.12.2021 online – und zählt bereits knapp 400 Unterschriften. Diese werden heute an Vizebürgermeisterin Judith Schwentner und Wolfgang Malik, Chef der Holding Graz, übergeben. Vizebürgermeisterin Schwentner lässt das Verfahren mittlerweile prüfen und will „aus Sicht der Stadtentwicklung, des Klimaschutzes und der Tram-Kapazitäten das Maximum herauszuholen“. Die Kammer der ZiviltechnikerInnen für Steiermark und Kärnten wiederum will sich für ein offenes Qualitätsverfahren und eine breite, transparente Diskussion einsetzen. Auch die Initiative Graz Aktuelle Themen als Urheberin der Petition wird sich im Sinn eines konstruktiven zivilgesellschaftlichen Engagements weiterhin zu diesem und anderen wichtigen Themen in Graz einbringen.
Hintergrund der Petition ist ein durch die Holding Graz, eine Tochtergesellschaft der Stadt Graz, ausgeschriebenes Verhandlungsverfahren für die Generalplanung des Straßenbahnbetriebshofs Steyrergasse Süd in Graz. Auf einem 44.700m² großen Areal im zentrumsnahen Grazer Bezirk Jakomini soll eine bestehende Remise umgebaut sowie eine neue Straßenbahnremise mit 300 darunter liegenden betrieblichen KFZ-Stellplätzen sowie weitere betriebliche Bauten der Holding Graz errichtet werden. Für das Projekt wurden per einstimmigem Gemeinderatsbeschluss vom Februar 2021 156 Mio. Euro aus öffentlichen Geldern genehmigt.
Kritisiert wird nicht nur die monofunktionale Ausrichtung des Bauvorhabens, sondern auch das Verhandlungsverfahren selbst. Der Generalplanerauftrag soll im Bestbieterprinzip nach rein technischen Kriterien vergeben werden, stadtplanerische und architektonische Inhalte werden – abgesehen vom Fassadendesign der Remise – nicht bewertet. Für das Verfahren besteht keine Kooperation mit der Kammer der ZiviltechnikerInnen für Steiermark und Kärnten, die Verhandlungskommission ist unbekannt.
Die Petition hat nicht zum Ziel die Remise in der Steyrergasse zu verhindern, sondern eine multifunktionale Nutzung des Areals im Sinn einer "Remise Plus" zu ermöglichen, die dem Trend zur effizienten Nutzung wertvoller zentrumsnaher innerstädtischer Räume entspricht. Die Petition kann dabei durchaus als Rückenwind für die inhaltlichen Ziele der neuen Grazer Stadtregierung betrachtet werden: mehr Nachhaltigkeit, mehr öffentlicher Raum, mehr multifunktionale Gebäudetypologien. Darüber hinaus ist die Stadt Graz aufgefordert, ihrem im „Grazer Modell“ dargelegten baukulturellen Bekenntnis zu entsprechen und die Holding Graz als ihre Tochtergesellschaft mit der Durchführung eines Bürgerbeteiligungsprozesses, der diesen Namen auch verdient, sowie eines städtebaulichen Wettbewerbs und eines architektonischen Realisierungswettbewerbs für das Areal zu beauftragen.
Die Petition kann weiterhin über den Link rechts unterschrieben werden.
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Die Petition wird unterstützt durch:
FH Joanneum Masterstudiengang Architektur
Forum Stadtpark
GAT Architektur Steiermark
IG Architektur
LAMA | Das lösungsorientierte Architekturmagazin
TU Graz/ FAKarch
TU Graz/ Institut für Städtebau
TU Graz/ Institut für Wohnbau
ZV Steiermark
