HIDEAWAY

Wohn- und Hotelbebauung am Traunsee

Diplomarbeit von Margarete Friedl im Masterstudiengang Architektur, FH Joanneum Graz, 2015

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30/11/2015

Dipl.-Ing. Margarete Friedl, BSc *1990 in Oberösterreich, 2010 Abschluss an der HTBLuVA Mödling – Innenausbau und Innenraumgestaltung. 2013 Abschluss des Bachelorstudiengangs Bauplanung und Bauwirtschaft an der FH … mehr

Betrachtet man die Stadtentwicklung von Gmunden, einer oberösterreichischen Kleinstadt am Traunsee, über die letzten 150 Jahre, ist der Zusammenhang zwischen der Stadtentwicklung selbst und der Aufstellung im Tourismussektor von großer Bedeutung für die Stadt. Nachdem Gmunden seine Vormachtstellung im Salzhandel im 18. Jahrhundert verlor und dringend neue Einnahmequellen benötigte, waren schnell die Ecksteine eines Sommer-Erholungsortes gelegt. Über die Jahre entwickelte sich die Stadt in ein beliebtes Urlaubsdomizil mit einer beträchtlichen Anzahl an Kultur- und Freizeiteinrichtungen. Ihren touristischen Höhepunkt erreichte Gmunden Anfang des 20. Jahrhunderts. Dabei ist auffallend, dass nach jeder Investitionsphase im Bereich des Tourismus, wenig später auch die Wirtschaft einen Aufschwung erlebte.

In den vergangenen Jahren verlor der Tourismus in Gmunden allerdings an Bedeutung. Nachdem die Anzahl an Übernachtungsgästen abnahm, reduzierte sich auch die Bettenanzahl stark. Um nun Gmundens damaligen Ruf als Kurort und beliebten Ort der Sommerfrische wieder aufblühen zu lassen, muss der Markt belebt werden. Neue Übernachtungsmöglichkeiten sind dazu zwingend notwendig.

Die Zielsetzung

Gegenüber Gmundens Altstadt befindet sich auf der anderen Seite des Traunausflusses das ehemalige Seebahnhof-Grundstück. Mit einer Fläche von rund 34.600 m2 besitzt es in etwa die Größe des inneren Stadtzentrums. Hier soll nun anhand feingliederiger Planung hochwertiger Erholungs- und Lebensraum entstehen. Dabei sollen die Lage am See und die Umwelt besonders hervorgehoben werden. Ohne physikalische Grenzen zu ziehen soll hier eine zeitgemäße Hotel- und Wohnbebauung samt öffentlichen Sport- und Freiflächen entstehen.

Kurz gesagt, soll sich Gmundens neues Seehotelareal gut in die Umgebung einfinden und auch die Öffentlichkeit nicht abschirmen, sondern vielmehr diese auf das Grundstück ziehen und somit das gesamte Areal neu beleben.

Der Entwurf

Vorgelagert zum eigentlichen Entwurf begann die praktische Arbeit mit Analysen zur Stadt Gmunden und zum Grundstück selbst, um einen Überblick über alle relevanten Informationen für das neue Hotel- und Freizeitareal zu erhalten. Dabei war es auch wichtig, Gmundens Zukunftspläne im Bereich Tourismus und die gewünschten Zielgruppen zu untersuchen. Nach einigen Begehungen des Grundstücks konnten die Funktionen festgelegt werden und die Entwurfsarbeit beginnen.

Von Anfang an war die grundlegende Idee, ein Areal zu kreieren, welches trotz privater Bereiche für die Öffentlichkeit vollständig zugänglich ist. Das Grundstück lässt sich nun in drei verschiedene Bereiche gliedern – den Hotelbereich, den Wohnbereich und den öffentlichen Erholungsraum. Ein Hafen in der Mitte des Grundstücks verbindet diese Bereiche und bildet zugleich das neue Zentrum. Hier können sowohl Hotelgäste als auch andere Gäste mit kleinen Booten anlegen und das angrenzende Restaurant oder die Bar besuchen. Im Winter friert der Hafen zu und wird als Eislaufplatz umfunktioniert. Angrenzend zum Hafen befinden sich Liege- und Badewiese samt Beachvolleyballplatz.

Während sich die Lage der Wohnbebauung an den historischen Gebäuden der Nachbarschaft orientiert und die hufeisenförmige Bebauung fortsetzt, ist der Hotelbereich am See angesiedelt und setzt sich aus 26 kleinen Gebäudekörpern zusammen. Haupthaus des Hotels bildet das Hafenhaus. Es ist der größte Gebäudekörper am Areal und beherbergt unter anderem Konferenzräume, Restaurant, Bar und Lounge. Die Gästezimmer sind im ersten und zweiten Stockwerk untergebracht und in Einzel- und Doppelzimmer unterteilt.

Einen ganz besonderen Zimmertyp des Hotels stellen jedoch die Bootshäuser dar. Diese neue Interpretation historischer Bootshütten beinhaltet die Suiten des Hotels. Die zwei verschiedenen Typen sind locker an der Uferkante verteilt und ermöglichen auch dahinter liegenden Bereichen den Blick auf den See. Die Bootshäuser sind in ein- und zweigeschoßiger Variante ausgebildet und kragen über die Uferkante hinaus. Für jede Einheit ist ein eigener Steg vorgesehen. In der zweigeschoßigen Variante ist ein zusätzliches „Schmankerl“ eingeplant – jedes dieser Bootshäuser besitzt eine eigene innenliegende Anlegestelle für Boote.

HIDEAWAY: Diplomarbeit von Margarete Friedl im Masterstudiengang Architektur, FH Joanneum Graz, 2015.

Thema: Wohn- und Hotelbebauung am Traunsee.

Standort: Areal des ehemaligen Seebahnhofs

Die Arbeit wurde von Arch. DI Alfred Bramberger betreut und kann in der Bibliothek der FH Joanneum Graz eingesehen werden.

Die GAT-Reihe young planning präsentiert seit Oktober 2014 architektonische und städtebauliche Entwürfe, die im Rahmen von Diplomarbeiten an österreichischen Technischen Universitäten und Fachhochschulen entstanden sind. Die Arbeiten werden auf Empfehlung von ProfessorInnen und StudienlehrgangsleiterInnen ausgewählt.

Weiterführende Links

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HIDEAWAY – Wohn- und Hotelbebauung am Traunsee. Blick an den Bootshäusern vorbei zum Hafen mit Hafenhaus. © Margarete Friedl
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Schwarzplan Gmunden: Gegenüber Gmundens Altstadt befindet sich südöstlich, auf der anderen Seite des Traunausflusses, das Areal des ehemaligen Seebahnhofs. © Margarete Friedl
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Areal des ehemaligen Seebahnhofs: Lageplan der Wohn- und Hotelbebauung am Traunsee. © Margarete Friedl
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Zentrales Hafenhaus: Grundriss Erdgeschoß. © Margarete Friedl
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Zweigeschoßige Bootshäuser (Suiten des Hotels), Schnitt, Erdgeschoß und Obergeschoß. © Margarete Friedl
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HIDEAWAY – Wohn- und Hotelbebauung am Traunsee. Blick über den Hafen mit Hafenhaus zu den Bootshäusern. © Margarete Friedl

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