Graz-Reininghaus Quartier Zwei

Emil Gruber zur Präsentation des Entwurfs dreier Architekturbüros am 16. Nov. 2018 in Graz

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21/11/2018

Emil Gruber ist Kulturjournalist, Fotograf und Sammler. 1959 in Leoben geboren, lebt und arbeitet er in Graz. mehr

Quartier Zwei ist der zentrale Teil der Reininghausgründe, rund 20.000 m2 zwischen Unesco Esplanade und Alte Poststraße. Das Grundstück ist im Besitz der GA Immobiliengesellschaft GmbH. Wie schon vorige Woche im Baufeld Mitte der Smart City Waagner Biro treten auch hier drei Architekturbüros als Bauplaner in einem kooperativen Verfahren auf. Die Namen sind klingend: COOP Himmelb(l)au, Delugan Meissl Architects und Architektur Consult. Letztere vertritt laut Partner Hermann Eisenköck auch die Investoren. Dabei soll es sich um nicht näher genannte Immobilienfonds handeln.
Mit Beginn nächsten Jahres werden in drei Etappen bis 2022 mehrere Objekte das Grundstück befüllen. Als „Vorabschnitt“ wird, sofern alle Bebauungspläne genehmigt werden, der Aushub einer Tiefgarage mit Ende 2019 den Startschuss zur Quartiersumsetzung geben. 
Zwei in sich verdrehte Quader stapeln sich im Bauabschnitt 1 zu einem Turm, dessen Höhe im vorliegenden Prospekt unterschiedlich angegeben wird. Die Angaben schwanken zwischen einer Höhe von 76,5 und ca. 80 Metern. Das höchste Haus von Graz wird, wie auch alle anderen Gebäude im Quartier Zwei, eine rein gewerbliche Nutzung erfahren. Büros werden den Großteil ausmachen, die unteren der 21 Stockwerke sind als Hotel geplant. Ein Interessent dafür soll vorhanden sein, ein Name wurde noch nicht preisgegeben. Das dreistöckige Sockelgebäude, das mit einem großen Atrium ausgestattet ist, werden neben dem Hotel, Geschäfte, Gastronomie und Gesundheits- bzw. Wellnesseinrichtungen belegen. Eine verglaste Lobby verbindet Sockel und Turm. An seiner Spitze wird eine Skylounge (inklusive Gastronomie) eine weiträumige Aussicht bieten. Die Lounge wird öffentlich zugängig und frei von Konsumationszwang sein, lautet das Versprechen der Investoren.
Neben diesem „Edelstein“ (O-Ton Gerfried Peyker von der Architektur Consult) wird in der nächsten Etappe ein kleineres Gewerbeobjekt mit rund 60 Metern errichtet. Hier ist an eine Mischnutzung Büro, Dienstleistung und Geschäfts- bzw. Gastroeinheiten in den ebenerdigen Flächen gedacht.
Über dem öffentlichen Platz zwischen den beiden Hochhäusern wird ein gläsernes Flugdach als Schutz gegen das Wetter gespannt und eine zentrale Plaza (oder Mall wie es die Entwickler bezeichnen) für Quartier Zwei ergeben.
Den dritten und letzten Abschnitt bilden kleinere Objekte. Hier sind eingeschoßige Pavillons ausgewiesen, die unter einem gemeinsamen Dach die Durchgängigkeit zum angrenzenden Park garantieren. Auftragsarbeiten von internationalen KünstlerInnen werden sich durch das Quartier ziehen.
Auf die Nettonutzfläche von 43.000 m2 (brutto 51.500 m2) entfallen für den Handel 11.000, die Gastronomie 1.500, das Hotel mit 125 Zimmern 5.500, die Gesundheitseinrichtungen 2.500 und die Büros 18.500 m2. Die zweistöckige Tiefgarage wird Platz für knapp über 400 Autos bieten, ein überdachter Abstellplatz für rund 700 Fahrräder ist auch vorgesehen. Laut Peter Kothgasser von der GA Immobilienbesitzgesellschaft ist aktuell die Auslastung der zukünftigen Flächen bei 40%. Für die teilnehmenden Fonds ist der Break-even ab einer Auslastung von 75% erreicht, so Kothgasser. Die Gesamtinvestitions- kosten werden mit 165 Millionen Euro beziffert.
Gerfried Peyer verteidigte in diesem Zusammenhang nochmals die Form des Zustandekommens dieses Projekt. Die „Gemengelage“ des künftigen Zentrums von Reininghaus lässt sich durch eine Ausschreibung nicht definieren. Nur eine schrittweise Entwicklung mit vorgegebenen Architekturbüros sei in der Lage, die Vorgaben und Notwendigkeiten eines Zentrums des neuen Stadtteils, in dem einmal 15.000 Menschen leben und/oder arbeiten werden, zu erfüllen.
Stadtbaudirektor Werle sieht im "Workshop-Verfahren" nicht nur „höchste Qualität“ sondern auch einen „Dimensionssprung“. In diesem Projekt ist die Verwaltung nicht mehr nur Behörde, sie nimmt auch „proaktiv als Mitentwickler“ teil. Nachdem dieser Quartiersteil als künftiges Zentrum der "Bezirksstadt" (O-Ton Nagl) sein wird, wird die gesamte infrastrukturelle Steuerung hier implementiert. Dabei wäre zu geringe Dichte eine Verschwendung, sagt Werle (Die Grundstücke in Reininghaus sind als „Aufschließungsgebiet – Kerngebiet" mit einem Bebauungsdichtewert von 0,8 bis 2,5 ausgewiesen. Dieser Abschnitt wird eine Dichte von 2,75 haben.)
Stadtplanungschef Bernhard Inninger ergänzte, dass er in seiner Funktion für die 1:1 Umsetzung der hier präsentierten Schaubilder garantiere. Überhaupt schreibe die Stadt allen Quartieren – egal ob von öffentlicher Hand oder privat gestaltet – ein gültiges, durchgängiges auf einander abgestimmtes Konzept – unter anderem bei Beleuchtung und Bodenbelag – vor.
Nichts Geringeres als ein neues Wahrzeichen erwartet sich Bürgermeister Nagl von den Bauvorhaben im Quartier Zwei. Ein erster Schritt zum „künftigen Weltkulturerbe“, wie er ironisch anmerkte. Graz zur Nummer 1, zur innovativsten Stadt Österreichs zu machen, ist sein erklärtes Ziel.
Parallel zu den Objekten wird ein Verkehrskonzept umgesetzt, das neben neuen Fuß- und Radwegen auch die Alte Poststraße für den zu erwartenden stärkeren Autoverkehr adaptiert und ausbaut. Bis 2022 wird zusätzlich die Straßenbahnverlängerung ins neue Zentrum vom Bürgermeister garantiert. Genauere Informationen zum Streckenverlauf werden noch folgen.

Graz-Reininghaus

Quartier Zwei

Das Stadquartier Q2, westlich des Schulquartiers Q12 und östlich des Reininghaus-Parks gelegen, bildet das Zentrum im neuen Stadtteil Reininghaus. Hier soll Urbanität entstehen – ein deutlich sichtbares Zeichen des modernen Graz.

Eigentümer

GA Immobilienbesitz-

Gesellschaft, Graz

Architektur

Architektur Consult, Graz

COOP Himmelb(l)au, Wien

Delugan Meissl, Wien

Stadtbaudirektor Werle sieht im Workshop-Verfahren nicht nur „höchste Qualität“ sondern auch einen „Dimensionssprung“. In diesem Projekt sei die Verwaltung nicht mehr nur Behörde, sie nehme auch „proaktiv als Mitentwickler“ teil.

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Emil Gruber zur Präsentation des Entwurfs am 16. Nov. 2018

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Weiterführende Links

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Graz-Reininghaus Quartier Zwei, Rendering, Architektur: Architektur Consult, COOP Himmelb(l)au, Delugan Meissl © Architektur Consult
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Rendering © Architektur Consult
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Lageplan, Screenshot Präsentation © Emil Gruber
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Quartieraufteilung, Screenshot Präsentation © Emil Gruber
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Längsschnitt, Screenshot Präsentation © Emil Gruber
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Nutzungen, Screenshot Präsentation © Emil Gruber
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Esplanade – Zentrale Mall, Screenshot Präsentation © Emil Gruber
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Modell, Quartier 2 © Emil Gruber
Graz-Reininghaus Rahmenplan
Rahmenplan © Atelier Thomas Pucher / BRAMBERGER [architects]

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