Der Traum vieler Österreicher ist das Einfamilienhaus im Grünen. Im Siedlungsbau fühlen sich die wenigsten Bewohner auf Dauer wohl. Auch im Einfamilienhausbau geht der Trend mehr und mehr in Richtung Fertigprodukte: das Fertighaus aus dem Katalog mit individueller Umgestaltungsmöglichkeit und Fixpreisgarantie ist für viele Bauherren das Objekt der Begierde.
Was sich derzeit in der Fertighausbranche tut und warum viele Bauherren das Haus aus dem Katalog dem, von einem Architekten/einer Architektin individuell geplanten vorziehen, versuchte GAT in einem Gespräch mit Peter Moser, Verkaufsleiter für SO-Österreich und Slowenien bei GriffnerHaus, herauszufinden.
GAT: Herr Moser, welche Ideologie verfolgt die Firma GriffnerHaus.
P. M. Das ist ganz einfach, wir wollen architektonisch anspruchsvolle und ökologisch wertvolle Häuser bauen.
GAT: Das klingt überzeugend, als Werbeslogan, aber was unterscheidet ihre Firma nun konkret von den Mitanbietern, ihr Produkt von anderen Fertighausprodukten?
P. M: Andere Hersteller wollen die meisten Fertighäuser bauen, oder wollen die billigsten sein, deshalb hat meiner Meinung das Fertighaus dieses schlechte Image. GriffnerHaus verfolgt andere Ziele. Wir bauen Häuser für Menschen, die ihre ganz individuellen Wohnträume verwirklichen wollen. Bei uns steht Service und Qualität sowohl bei der Bauausführung als auch bei den verwendeten Baustoffen an erster Stelle. Wir sind der Meinung, dass man einen optimierten Wandaufbau in einer Produktionshalle mit höherer Wertbeständigkeit errichten kann, als auf der Baustelle. Unser diffusionsoffener Wandtyp wurde gemeinsam mit der TU Graz entwickelt (Prof. Gamerith).
GAT: Sie legen also großen Wert auf Forschung und Entwicklung?
P. M: Unsere eigene Entwicklungsabteilung wird von unserem technischen Leiter, DI Hellfried Gugel geführt. Im Fertighausbau hat man zudem die Möglichkeit, neue Entwicklungen in Musterhäusern zu testen. Alles, was jemals zum Einsatz kommt, ist somit ausgetestet und erprobt.
GAT: Sie betonen, dass man bei GriffnerHaus individuell planen kann. Wie sieht das konkret aus?
P. M: Es gibt bei uns 2 Arten zu bauen:
1. nach einem komplett individuellen Entwurf
2. nach einem Plattformenkonzept oder Modulkonzept. Hier sind Plattformen mit unterschiedlichen Maßen statisch optimiert und werden dann kombiniert. Auch hier sind dem individuellen Raumkonzept fast keine Grenzen gesetzt. Fenster, Innenwände, Dachart etc. können frei gewählt werden. Der Kunde will vermehrt die individuelle Planung und GriffnerHaus will diesen Trend verstärken.
GAT: Auf der Homepage von GriffnerHaus liest man von hauseigenen Architekten. Wie viele Architekten sind bei GriffnerHaus beschäftigt?
P. M: Bei uns sind derzeit vier Architekten beschäftigt. Deren Hauptaufgabe ist das Design der Häuser. Es werden je nach Haustyp beispielsweise entsprechende Balkondetails, Vordächer, Carports entwickelt und designt. Die Details passt man dann individuell an und muss sie nicht jedes Mal neu entwickeln. Aber wir vermitteln dem Kunden auch Architekten, und es kann der Kunde mit seinem Wunscharchitekten zu uns kommen. Wir machen dann die komplette Abwicklung, nach der Planung des Architekten, natürlich mit unserem Wandaufbau. Eine Änderung des Wandaufbaues lehnen wir ab.
GAT: Sie sagten, Sie wollen die Zusammenarbeit mit Architekten verstärken. Wie soll das geschehen?
P. M: Wir sind in Salzburg und Vorarlberg mit namhaften Architekten in Verhandlung über Kooperationen. Das kann bedeuten, dass wir den Architekten ein perfektes Netzwerk anbieten, den Kundenstock, an den sie selbst meist nicht herankommen, aber auch, dass Architekten mit ihren Projektideen zu uns kommen können. Beispielsweise plant ein englisches Architekturbüro gerade mit uns ein riesiges Spa-Center als Holzbau in Südfrankreich. In Irland haben wir auch einen Standort. Dort bauen wir nur mit Architekten. Die irischen Architekten kommen mit ihren Bauherrn zu uns. GriffnerHaus sagt: „Architekten planen - GriffnerHaus baut“. Der Vorteil dabei ist, dass wir in Form eines „One Stopp Shops“ dem Architekten und seinem Kunden bis hin zur Einrichtung alles aus einer Hand bieten können, inklusive einer Zeit und Preisgarantie.
GAT: Es gibt klischeehafte Vorurteile von Einfamilienhauskunden gegenüber Architekten, wie zum Beispiel: der Architekt ist zu teuer, will sich nur selbst verwirklichen. Sind das auch Gründe, warum manche Kunden zu Ihnen kommen?
P.M.: So ist es. Die uns bekannten Gründe, warum Kunden nicht selbst zum Architekten gehen, sondern sich für ein Fertighaus entscheiden, sind: der Architekt ist zu teuer, will nur seinen Ideen durchsetzen, z.B. striktes Ablehnen von einem Satteldach. Wir haben nicht wenige Kunden, die vorher schon mehrere Architekten „verbraucht“ haben, die partout nicht auf die Kundenwünsche eingegangen sind.
GAT: Sie erfüllen jeden Kundenwunsch?
P.M: Nein, wir haben auch unsere Grenzen, nicht jeder Stilwunsch wird erfüllt. Zum Beispiel würden wir keine Toskanavilla in den Alpen bauen.
GAT. Preislich ist das GriffnerHaus so etwas wie der Rolls Royce unter den Fertighäusern. Was kostet bei Ihnen ein Haus.
P:M: Ein durchschnittliches Haus kostet schlüsselfertig zwischen 1700.- und 2000.- Euro / m² (ab Kellerdecke; bei individueller Planung, wenn der Bauherr mit einem Wunscharchitekten plant oder etwas anderes will als das Standardangebot, erfolgt ein Aufschlag von 10-15 %; Anm.). Wir liefern hohe Qualität, das hat überall seinen Preis. Auch das unterscheidet uns vom Mitbewerb.
GAT. Wie fertig sind Fertighäuser?
P. M: Der Trend geht zu komplett eingerichteten Häusern, inklusive hochwertiger Möbel. Der Kunde redet dann von der Planung bis zum Bezug des Hauses nur mit uns. Wir haben für solche Komplettausstattungen eine Kooperation mit einem italienischen Möbelhersteller. Wir liefern auch Häuser mit Gartenplanung, Gartengestaltung, Pools, etc. Dafür haben wir unsere Partnerplaner und Hersteller.
GAT: Auf der Homepage von GriffnerHaus findet man den Satz „Befreiung des Raumes“. Was ist damit gemeint?
P.M: Für mich heißt das Entrümpelung von unnötigen Wänden - offenes Wohnen.
GAT. GriffnerHaus errichtet auch Büros.
P.M. Wir haben seinerzeit bereits unser eigenes Büro und ein zweites Bürohaus in der Nachbarschaft mit unserem System errichtet (in Griffen, Kärnten; Anm.). Architekt Edmund Hoke hat sie geplant. Derzeit errichten wir in Deutschland ein Bürohaus mit 8000 m² Nutzfläche. GriffnerHaus hat sich bei einem Architektenwettbewerb beteiligt und gewonnen. Der Vorteil, dass Planung und Produktion in einer Hand liegen, wird immer mehr das Thema.
GAT: Haben Sie auch Ambitionen, im geförderten Wohnbau tätig zu werden?
P.M: Da können wir preislich nicht mithalten, nicht einmal im Reihenhausbau. Wir hatten früher zwei Siedlungen mit dem Fördermodell „Bauen in der Gruppe“ errichtet. Diese Förderung gibt es nicht mehr, daher ist das für uns uninteressant, es bindet zuviel Kapital. Aber Bauherren und auch Architekten, die ein größeres Projekt bauen wollen, sind jederzeit bei uns willkommen.
Danke für das Gespräch
Peter Moser studierte an der TU Graz Architektur und ist seit 1989 bei GriffnerHaus tätig.
- Verfasser/in:
- Elisabeth Lechner, Gespräch

