Am 17. Oktober 2009 konnte das Wiener Architektenteam sam / ott-reinisch den geladenen einstufigen städtebaulichen Ideen- und baukünstlerischen Realisierungswettbewerb „Thalia neu“ in Graz für sich entscheiden.
Den zweiten Platz erlangten Ernst Giselbrecht + Partner (Graz), den dritten Platz das Architekturbüro Veider * Röthl * Kaltenbrunner (Leoben). Insgesamt reichten 12 Teilnehmer ihre Entwurfsvorschläge ein.
Gegenstand des von der THALIA Errichtungs- und Vermietungsgesellschaft m.b.H
ausgelobten Wettbewerbs war die Erlangung von städtebaulichen Vorentwürfen für den gesamten Trakt der Vereinigten Bühnen Graz an der Girardigasse einschließlich „Thalia“ sowie von baukünstlerischen Vorentwürfen für die Aufstockung der „Thalia“ mit der Nutzung „Fitnesscenter“.
Beschreibung des Siegerprojektes
(Auszug aus dem Juryprotokoll)
Das Projekt zeichnet sich durch gestalterische Zurückhaltung und poetische Idee aus. Die Aufstockung wird wie eine zweite Dachlandschaft gedeutet, die sich organisch, fast reptilienartig auf die bestehende setzt. Mit dieser Idee wird gleichzeitig der heterogene Kontext souverän unterlaufen, so dass das neue Bauvolumen als selbstverständliche Ergänzung erscheint. Ohne historisierende Überanpassung entsteht so ein Zusammenspiel von verschiedenen Zeitepochen.
Dies ermöglicht zum einen eine räumliche Entwicklung nach innen mit virtuosen Lichtspielen und der für das Raumerlebnis wirkungsvollen Einbeziehung der dritten Dimension. Zum anderen wird die Bedeutung von einem Fitnessort nicht überbewertet, sondern im Gegenteil wird diese Nutzung wie eine Marginalie in das Bestehende integriert. Damit verbunden ist auch eine volumetrische Erscheinung, die der typisch Grazerischen Stadtmorphologie entspricht.
Die Funktionen werden nicht nur erfüllt, sondern der Idee entsprechend mit einer sehr kompakten Bauform organisiert.
Der Grundidee widersprechend wird der entsprechende Baukörper durch diverse Zäsuren verunklärt. In diesem Fall gilt: Einfach wäre mehr! In Richtung Osten soll das gewünschte räumliche Entwicklungspotential integriert werden, was nach der Einschätzung der Jury das Projekt städtebaulich und architektonisch verbessert. In der weiteren Bearbeitung des Projektes wäre zu klären, ob die entstehenden Ränder des Daches in Form von Terrassen oder Balkonen nutzbar gemacht werden. Derzeit ist nicht klar ersichtlich wie die Aufstockung materialisiert wird und welche Farbgebung vorgesehen ist, Details, die gerade bei diesem Projekt von tragender Bedeutung sind.
Der Verbindungskorridor ist zu eng um an diesem attraktiven Ort über der Stadt Nutzungen vorzusehen, etwa eine Bar oder Sitzplätze. Dafür bieten sich die angrenzenden Nebenräume im Bühnenturm an.
AUSSTELLUNG:
Von 21. bis 30.Oktober 2009 werden alle eingereichten Arbeiten im Bauamtsgebäude der Stadt Graz, 5. Stock, Europlatz 20, 8020 Graz ausgestellt.
Öffnungszeiten:
Mittwoch, 21. Oktober 2009, 12.00-15.00 Uhr
Montag bis Freitag 8.00 bis 15.00 Uhr
- Verfasser/in:
- Redaktion GAT Graz Architktur Täglich
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