Gegenstand des EU-weiten, offenen, einstufigen, anonymen, baukünstlerischen Wettbewerbs war die Erlangung von Vorentwurfskonzepten für den Um- und Zubau des A-Gebäudes in der Landesnervenklinik Sigmund Freud in Graz. Der Auslober, die Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft m. b. H., beabsichtigt an diesem Ort die Abteilung für Abhängigkeitserkrankungen mit 120 Betten zu situieren.
Am 7. Dezember 2005 wählte die Jury aus 25 Einreichungen das Siegerprojekt.
SIEGER > Projekt 22:
Architekt DI Irmfried Windbichler, Graz
2. PREIS > Projekt 16:
ARGE Seidel:Architekten / thoma architekten / Kummer-Lubk-partner, Zeulenroda (D)
DI Josef H. Seidel, DI Hermann Thoma, DI Roland Kummer
3. Preis > Projekt 3:
epps Ploder Simon ZT GmbH, Graz
Architekt DI Elemer Ploder, Architektin DI Petra Simon
ANKÄUFE:
Projekt 25:
Caramel Architekten ZT-GmbH
architekten katherl.haller.aspetsberger
Wien
Projekt 14:
dsw Architekten und Ingenieure, Berlin (D)
Dröge Sänger Walter GbR
Projekt 12:
Neugebauer + Rösch, Stuttgart (D)
Auswahlkommission:
_ Architekt DI Helmut Dietrich, Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Steiermark und Kärnten
_ Architekt DI. Michael Zaic, Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Steiermark und Kärnten
_ Betr. Dir. MAS Bernhard Haas, Landesnervenklinik Sigmund Freud Graz
_ Ärztl. Dir. Prim. Dr. Rainer Danzinger, Landesnervenklinik Sigmund Freud Graz
_ DI Walter Raiger, Technische Direktion KAGes Graz
_ DI Michael Pansinger, Technische Direktion KAGes Graz
_ DI Johannes Almer, Technische Direktion KAGes Graz
BESCHREIBUNG DES SIEGERPROJEKTS
Projekt 22: Architekt DI Irmfried Windbichler, Graz
Dem Bestand wird südseitig ein lang gestreckter leicht geknickter Baukörper zur Seite gestellt, der über einen trapezförmigen verglasten Erschließungsbaukörper mit dem Bauteil A verbunden ist.
Durch diese Anordnung entsteht ein gut dimensionierter geschützter Gartenbereich. An der Ostseite wird über eine neu definierte Platzsituation der Zugang in den neuen Gebäudekomplex organisiert. Dadurch wird allerdings der Nachteil erkauft, dass der Personenhauptzugang verdeckt und relativ weit von der Erschließungsstraße abgerückt situiert ist. Offensichtlich wird durch die Bepflanzungsbänder im Vorplatz versucht, dem entgegenzuwirken.
Die große Qualität des Projektes liegt im sensiblen Umgang mit dem Außenraum und mit der respektvollen Anbindung an das Bestandsgebäude. Hervorzuheben ist auch die funktionelle Strukturierung des Gebäudes, das den Idealvorstellungen der Nutzer sehr nahe kommt.
Gut gelöst ist die Anbindung der Rettungszufahrt an die Akutaufnahme und die Trennung vom Ambulanzbereich. Die Organisation der Pflegeeinheiten und die Situierung des Pflegestützpunktes in guter Anbindung an den Akutbereich entsprechen den Vorstellungen des Auslobers.
Die Eingangssituation weist keinen Windfang auf und ist in der dargestellten Dimension zu gering bemessen. Die Anordnung von zwei parallelen Gängen im Bereich der Anbindung an den Bestand wird als Vorteil angesehen, die Situierung und Gestaltung der vertikalen Verbindungselemente (Treppe, Lift) stellt einen hohen Anspruch an die Detailausführung, um den transparenten Charakter des Verbindungsbauteils zu erhalten. Dabei ist im Besonderen der Ausbildung der Einhausung der Fluchttreppe erhöhtes Augenmerk zu verleihen. Die beiden Fluchttreppen an der Westseite des Bestandsgebäudes sowie des Zubaues, die mit ausladenden Terrassen kombiniert sind, verunklären die beiden Baukörper unnötig.
Die gestalterische Durchbildung der Fassaden arbeitet mit gut proportionierten Elementen. Die vielfältige Anwendung unterschiedlicher Elemente in den Fassadenflächen beeinträchtigt das Gesamterscheinungsbild. Insbesondere ist hier auf die Mischung von vertikal und horizontal angeordneten Einzelöffnungen in Verbindung mit durchgehenden horizontalen Bandfenstern hinzuweisen.
Das Projekt vereint somit unter den eingereichten Arbeiten die best mögliche Kombination aus den funktionellen Anforderungen, der architektonischen und gestalterischen Qualitäten und der städtebaulich außenräumlichen Verflechtung mit dem Bestand und ist damit für die Realisierung am besten geeignet.
(Auszug aus dem Juryprotokoll)LISTE aller eingelangten Arbeiten:
Projekt 1> Kennzahl: 711250-
Architektenarbeitsgemeinschaft
Architekt DI Hermann Eisenköck, Architekt DI Rupert Gruber, Graz
Projekt 2 > Kennzahl: 010900
Architekturbüro Seeger, Kumberg
Architekt DI Guido Seeger
Projekt 3-Kennzahl: 761009
epps Ploder Simon ZT GmbH, Graz
Architekt DI Elemer Ploder, Architektin DI Petra Simon
Projekt 4-Kennzahl: 122065
Architekt DI Heinz Spuller, Graz
Projekt 5-Kennzahl: 200502
Architekt DI Franz Ederer, Graz
Projekt 6-Kennzahl: 291203
Croce Klug Architekten Diplomingenieure, Graz
Projekt 7-Kennzahl: 006129
E.U. Arch. Gilles Chardayre, Wien
Projekt 8-Kennzahl: 765329
Architekt DI Ferdinand Čertov, Graz
Projekt 9-Kennzahl: 717273
Alten Architekten, Architekt DI Dirk Alten, Berlin (D)
Projekt 10-Kennzahl: 20020
H. Deubzer, J. König Architekten, Berlin (D)
Projekt 11-Kennzahl: 150893
DI Franz Häring Architekten BDA, Stuttgart (D)
Projekt 12-Kennzahl: 140473
Neugebauer + Rösch Architekten BDA, Stuttgart (D)
Projekt 13-Kennzahl: 293055
Architekten Kreibich Krug ZT GmbH, Annenheim
Projekt 14-Kennzahl: 002503
dsw Architekten und Ingenieure, Berlin (D)
Projekt 15-Kennzahl: 721223
Architekt DI Peter Lidl, Gleisdorf
Projekt 16-Kennzahl: 250801
ARGE Seidel:Architekten / thoma architekten / Kummer-Lubk-Partner, Zeulenroda (D)
Projekt 17-Kennzahl: 667576
Architekt DI Piantino, Graz
Projekt 18-Kennzahl: 187940
Architekten Hussa-Kassarnig ZT GmbH, Graz
Projekt 19-Kennzahl: 716675
Architekturbüro Univ. Prof. Arch. DI Dr. techn. Hansjörg Tschom, Graz
Projekt 20-Kennzahl: 105041
Pittino & Ortner Architekturbüro ZT-GmbH, Deutschlandsberg
Projekt 21-Kennzahl: 201200
Arch.-büro DI Silvia Kerschbaumer-Depisch, Fürstenfeld
Projekt 22-Kennzahl: 482252
Architekt DI Irmfried Windbichler, Graz
Projekt 23-Kennzahl: 000011
Architekt DI Stephan Tschavgov, Graz
Projekt 24-Kennzahl: 210314
Architekt DI Ralf Hollomey, Graz
Projekt 25- Kennzahl: 010203
Caramel Architekten ZT-GmbH, architekten katherl.haller.aspetsberger, Wien
AUSSTELLUNG:
Das Siegerprojekt und alle eingereichten Arbeiten sind von 15. bis 17.02.2006 im HDA Haus der Architektur, Engelgasse 3-5 in Graz ausgestellt.
Öffnungszeiten: 10.00-18.00 Uhr
Eröffnung der Ausstellung: 14.02.2006, 18.30 Uhr
- Verfasser/in:
- Redaktion GAT Graz Architektur Täglich
