WETTBEWERBSERGEBNIS Häuser der Caritas, Projekt Paulinum, Graz

Das Grazer Architekturbüro eep architekten konnte den von der Caritas Diözese Graz-Seckau ausgelobten, nicht offenen, steiermarkweiten Realisierungswettbewerb für sich en

08/04/2011

Das Grazer Architekturbüro eep architekten konnte den von der Caritas Diözese Graz-Seckau ausgelobten, nicht offenen, steiermarkweiten Realisierungswettbewerb für sich entscheiden.

Den zweiten Rang erlangten halm.kaschnig.wuehrer architekten, den dritten Rang Gangoly + Kristiner Architekten (beide mit Bürositz in Graz).

Die weiteren Teilnehmer waren:

Nussmüller Architekten, Graz

MALEK HERBST Architekten, Graz

Zinterl Architekten, Graz

architekturbüro veider*röthl*kaltenbrunner, Leoben

Bauaufgabe

Die Caritas der Diözese Graz-Seckau errichtet am Standort Grabenstraße 39-43 ein zentrales Verwaltungsgebäude in funktionellem Zusammenhang mit dem bestehenden Paulinum, einem dreigeschossigen Villenbau im der Altstadtschutzzone von Graz. Die Haltung der Caritas und die tägliche Arbeit der MitarbeiterInnen werden vom Leitbild mit seinen Werten bestimmt. Diese Werte sollten auch im Zubau zum Ausdruck kommen. Spezielle Herausforderungen dieser Bauaufgabe stellten der Umgang mit der städtebaulichen Situation, die Lage in der Altstadtschutzzone, die funktionelle und gestalterische Interaktion mit dem Bestand und der Wunsch nach einer energieeffizienten nachhaltigen Architektur im Low Cost-Bereich dar.

BESCHREIBUNG DES SIEGERPROJEKTS

„Die Gesamtanlage mit Gebäuden unterschiedlicher Nutzung und Erscheinung, und dem Park als verbindendes Element, versteht sich als spirituelle, räumliche und soziale Oase im städtischen Kontext im Sinne des Leitbildes der Caritas. Eine Architektur, bei der Konstruktion und Erscheinung ident sind, und die Landschaftsgestaltung drücken auf einfache, aber nie banale Weise, nicht nur den spirituellen Kern sondern auch die sozial offene Vielfältigkeit der Caritas aus.“, lautet die Leitidee des siegreichen Planerteams, eep architekten.

Städtebauliche Situation / Grünraum

Der Neubau nimmt an der Grabenstraße den kleinteiligen Maßstab der gegenüberliegenden vorgründerzeitlichen Bebauung auf und nutzt die Topographie; um von zwei Geschossen an der Grabenstraße auf drei Geschoße im Westen anzusteigen. Der Park ist verbindendes Element aller Einrichtungen am Gelände und bietet Orte unterschiedlicher Außenraumqualitäten. Er wird als Oase im Verkehrsfluss der Grabenstraße soweit als möglich mit seinen bestehenden Qualitäten belassen und durch zusätzliche Maßnahmen in seinem Wesen so gestärkt, dass seine Inselfunktion als verbindender Träger nicht nur den Einrichtungen der Caritas sondern auch der weiteren Umgebung zu Gute kommt. Der straßennahe, östliche Bereich zur Grabenstraße wird als Schwelle und Puffer zwischen Straßenraum und Innenraum des Parks ausgebildet. Die Gestaltungsmaßnahmen stellen sowohl eine Einladung zum Betreten bzw. Durchschreiten des Parks als auch eine Abschirmung des Parks dar. Ein breiter, gestufter Strauchsaum entlang des Zaunes dient als Puffer und partielle Abschirmung zur Straße. Durchblicke bleiben erhalten.

Funktion

Die Analyse des Raum- und Funktionsprogramms führt zu einer Teilung in ein Servicehaus im Bestandsgebäude mit den operativen Einheiten, und dem neuen Haus für die Verwaltungseinheiten, mit der räumlich funktionellen Schnittstelle Zugang/ Meetingzone/Seminarbereich. Der zentrale Zugang erfolgt entlang des neuen Gebäudes gedeckt zu dieser Zone. Im Sinne der Übersichtlichkeit schließen an diese Zone Treppenhäuser und Lifte beider Häuser an. Im Bestandsgebäude erweitert sich diese Zone zum zentralen Lichthof mit Wartebereich, im neuen Gebäude findet diese Zone ihren Abschluss in der Kapelle.

Konstruktion, Materialisierung

Ein hölzerner Lammellenschirm mit unterspannten Dachträgern erzeugT einen durchlässigen Raum unter dem sich die Funktionen ordnen: Betonfertigteilhohlkörperdecken werden von diesem Lamellenschirm getragen. Lediglich entlang des zum Park hin offenen Zugangsbereiches werden die Hohlkörperdecken von einer Massivkonstruktion gestützt. Mit dieser Bauweise ist bis auf den zentral aussteifenden Kern des Gebäudes, eine im Inneren stützenfreie Konstruktion möglich. Das Dach im obersten Bürogeschoss wird durchgängig spürbar und verstärkt die angestrebte, beschirmte Atmosphäre.

Holzfenster mit Brüstungselementen bilden den räumlichen AbschluSS nach außen:. Ein textiler, außenliegender Sonnenschutz verhindert sommerliche Überwärmung. Derselbe Stoff wird auch als Fassadenmaterial über die Brüstungselemente gespannt. Ein dunkler Farbton der Holzkonstruktion lässt das neue Gebäude ganz zurücktreten. Ein heller, freundlicher Farbton des textilen Sonnenschutzes/ der Brüstungsverkleidung erzeugt zwischen den Lamellen eine Leichtigkeit, die den Schirmcharakter des Gebäudes unterstützt. (Textauszug: eep architekten)

Verfasser/in:
Redaktion GAT Graz Architektur Täglich

Weiterführende Links

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SIEGERPROJEKT, Schaubild. Planung: eep architekten ZT GmbH, Graz
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Wettbewerbsareal, Luftbild

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