Die Jury kürte unter dem Vorsitz von Architekt Alfred Bramberger das Projekt des Grazer Teams Hohensinn Architektur zum Sieger des von der Bundesimmobiliengesellschaft ausgelobten EU-weiten, offenen, einstufigen Realisierungswettbewerbs mit anschließendem Verhandlungsverfahren. Gegenstand des Realisierungswettbewerbes war die Erlangung von baukünstlerischen Vorentwurfskonzepten für die Neuerrichtung eines Eingangs- und Verwaltungsgebäudes für die Justizanstalt Graz Jakomini. Bei der Wahl des Siegers entschied man sich für ein erfahrenes Team. Es zeichnet bekanntlich für die Planung und Umsetzung des Justizzentrums Leoben verantwortlich, das im Jahr 2004 mit dem Architekturpreis des Landes Steiermark ausgezeichnet wurde. (ÖGFA : BIG visite III: Justizzentrum Leoben, am 18.10.2008, siehe GAT-Ankündigung)
Weitere Ränge und Anerkennungen
Den zweiten Rang erlangte das Projekt von Arch. DI Peter Hanisch aus Wien, den dritten Rang jenes von beaufort Architekten (Arch. DI Florian Lamprecht) aus Innsbruck. Anerkennungen erhielten die Projekte der Teams Poos Isensee Architekten aus Hannover (Nachrücker für die Preisränge), undachitektur (DI Thomas Klima) aus Innsbruck und ZT Arquitectos aus Lissabon.
Bewertung des Siegerprojektes
(Auszug aus dem Juryprotokoll)
Der Entwurf ist durch eine frappierende Logik in städtebaulicher und funktioneller Hinsicht gekennzeichnet. Die Idee des Sockelgeschosses für die sicherheitsrelevanten Funktionen und des aufgesetzten transparenten Verwaltungstraktes berücksichtigt auch das gestalterisch relevante Thema der sicherheitstechnisch erforderlichen Umfassungsmauern und Sicherheitszonen.
Das Projekt besticht durch die Idee der zentralen Erschließungsachse, vom Verfasser als „Magistrale“ bezeichnet, die kurze Wege und funktionell richtige Anschlusspunkte an das Hauptgebäude ohne Niveauunterschiede garantiert. Die Abfolge von Atrien und begrünten Dachflächen zwischen den Baukörpern schafft qualitätvolle und gut proportionierte Außenräume. Die Wegführung im Inneren ist durch die konsequente Trennung der Funktionen kreuzungsfrei, schafft kurze Wege und bietet durch die Anbindung an den Altbau auf 3 Ebenen die idealen Voraussetzungen für den täglichen Betrieb.
Die sicherheitsrelevanten Anforderungen im Eingangsbereich sind optimal gelöst. Die Fassadenlösung des Verwaltungstraktes ist technisch anspruchsvoll und vermittelt im architektonischen Ausdruck die Haltung des modernen Strafvollzugs.
Für die Farbgebung des Sockelgeschosses erwartet sich die Jury noch weitere Überlegungen des Verfassers, das Erscheinungsbild des Baukörpers auch ohne grüne Farbgebung mit dem umgebenden Grünraum in Kongruenz zu bringen, Das gewählte Konstruktionssystem bietet ausreichende Flexibilität und lässt einen wirtschaftlichen Aufwand in Errichtung und Betrieb erwarten.
AUSSTELLUNG:
Die ausgezeichneten Projekte (Preisträger und Anerkennungen) sowie alle eingereichten Arbeiten können von 15. bis 23. Oktober 2008 in der KFU Graz Humboldstraße 46 (Bauteil SFG), in der Zeit von 10.00 bis 16.00 Uhr besichtigt werden.
- Verfasser/in:
- Redaktion GAT Graz Architektur Täglich