Wettbewerb Neubau Mädcheninternat Bad Gleichenberg 061-080

Dokumentation der Projekte 061 bis 080 des offenen, anonymen Architekturwettbewerbs für ein Mädcheninternat in Bad Gleichenberg samt Jurybeurteilungen.

15/09/2004

Offener - Einstufiger - Anonymer - Baukünstlerischer Architekturwettbewerb

Neubau eines Internates für Mädchen - Bad Gleichenberg - Steiermark - Österreich

Dokumentation der Projekte 061-080

Projekt 061:

Der zweigegliederte Baukörper wird exakt parallel mit den gleichen Abständen zum Schulbaukörper aufgestellt. Die Eingangshalle ist mit Treppen und Rampen erschlossen. Die Gemeinschaftsräume im Erdgeschoss sind über verschiedene versetzte Niveaus angeordnet. Die Zimmer sind in ihrer Organisation gut gelöst. Nachteilig wirkt die Konzentration des Lernens in der Spange im Mittelbereich, der die beiden Baukörper zusammenhält. Die Anbindung der Halle an den Schulbaukörper ist überdacht und nimmt auf den Bestand keinerlei Rücksicht. Die Anbindung erfolgt weiters an einer nicht gewünschten und freigegebenen Stelle in das Schulgebäude.

Projekt 062 - Anerkennungspreis:

Das Projekt zeichnet sich durch eine flächige Verbauung mit dem Versuch aus, durch die Hofsituation und deren Verknüpfung innere Qualitäten herzustellen, wo auch der Außenraum mit eingebunden werden kann und wo landschaftsräumliche Zusammenhänge gefunden werden können. An der Nordseite hätte eine bessere Distanzierung stattfinden können, um den Campus auch räumlich einzufangen. Städtebaulich ist die obere Campuszone gut gelöst, die Gesamtgeste des Projektes, Platz

freizuhalten und sich an der nordsüdlichen Grenze zu platzieren, wird positiv bewertet.

Die Dreibettzimmerlösung ist als Stockbettlösung konzipiert, die Zweibettzimmerlösung wird als gut

eingestuft. Die Zonierung erfolgt in klassischer Weise. Die Möblierung kann durch geringfügige Änderungen optional den, vom Auslober gewünschten Erfordernissen, angepasst werden. Die Erschließung mit den Hofsituationen ist sehr positiv bewertet worden. Die Gruppen werden zwar auf

zwei Geschosse aufgeteilt, sind jedoch in ihrem Zusammenhang gut gelöst. Im Erdgeschoss ist hinter den gut situierten Funktionsräumen die erste Wohngruppe untergebracht. Von der Übersichtlichkeit und vom Ablauf der inneren Erschließung wird dieses Projekt gut bewertet. Das Zimmer und das Klappbett werden als Schwäche empfunden. Herausragend wird jedoch die Innenhofsituation bewertet.

Die architektonische Lösung mit den Innenhöfen und der Ram enerschließung wird positiv bewertet. Die Stirnfläche gegen die geschlossene Fläche mit den Einschnitten wirkt nicht zu groß und passt sich

maßstäblich dem Projekt an.

Projekt 063:

Der monolithische Baukörper wird in schräger Lage in die Mitte des Baugrundstückes gelegt. Die Erdgeschosszone wird nach Süden hin verschwenkt. Die Erschließung in den Obergeschossen wird durch sich verjüngende Gänge bewerkstelligt, die zentral über eine Stiegenanlage erschlossen werden. Der Glassteg als Zugang zur Schule mit der seitlich verschränkten Treppenanlage wirkt übertrieben. Die Zimmer sind in der Zweibettbelegung gut gelöst. Die Dreibettbelegung funktioniert nur über ein Hochklappbett.

Projekt 064:

Das sehr kompakte Projekt ist winkelförmig angelegt. Die Gruppeneinteilung ist auf die Geschossigkeit abgestimmt, die Qualität wie sich der Baukörper nach unten über ein Sockelgeschoss mit arenaartigen Sitzstufen entwickelt, wird positiv vermerkt. Die Zimmer sind konventionell gelöst, an der inneren Erschließung ist die Kompaktheit des Projektes auch deutlich ablesbar. Die Vorzone und die Anbindung im oberen Bereich sind jedoch nicht deutlich ausformuliert und sind in ihrer Höhenentwicklung idealisiert. Die gewählte Haupterschließung und die Anbindung in das Objekt erscheinen problematisch.

Projekt 065:

Die städtebauliche Anordnung am Grundstück scheint zufällig und nicht ideal gelöst. Die Halle ist prinzipiell gut gelöst, die Anbindung des Übergangs in die Schule ist allerdings problematisch. Die Verbindung mit dem südlichen Vorplatz (Zugang Speisesaal) existiert nicht. Den Zimmern fehlt die geforderte Zonierung.

Projekt 066:

Dieses Projekt weist eine überzogene axiale Komposition auf, die formale Durchbildung ist äußerst schematisch und von fragwürdiger Qualität. Die großzügig angelegte axiale Ausrichtung mündet in einer sehr banalen Fluchttreppe. Den Zimmern fehlt die gewünschte Zonierung.

Projekt 067:

Dieses Projekt wirkt räumlich und strukturell unlogisch, die an den gerundeten Gebäudeecken möglichen Raumqualitäten werden zu Resträumen degradiert. Die Dreibettzimmerlösung wirkt durch die Möblierung äußerst beengt. Die weitläufige Umfahrung und die zerstreute Parkplatzlösung sind unökonomisch.

Projekt 068:

Die städtebauliche Anordnung und die Verkehrserschließung sind flächenintensiv und ineffizient. Vorplatz und Zugangslösung sind gut organisiert, die geforderte Erweiterbarkeit der Halle ist bedingt gegeben. Die Zimmerlösungen sind von durchschnittlicher Qualität.Projekt 069 - 1. Preis :

Dieses Projekt wird vor allem durch die städtebauliche Lösung positiv bewertet. Mit ganz einfachen Mitteln wird der Internatsplatz hergestellt. Er schafft es, eine Zugangssituation herzustellen, die die

inneren Qualitäten sichtbar macht und auch die Terrassenlösung mit der Ausblicksituation über die Terrasse hinweg einzufangen.

Die Qualität dieses Projektes liegt auch in der Auseinandersetzung und Lösung des neu strukturierten Campus, er sich zwischen dem Internatsneubau der Mädchen, dem Internat der Burschen mit dem, im gleichen Baukörper untergebrachten Speisesaal für alle und der Schuleingangslösung nunmehr als logische Konsequenz herausgearbeitet hat.

Das Objekt reagiert in vorherragender Weise auf den Bestand, die Maßstäblichkeit der Zwischenräume zum Altbestand und unter den Baukörpern wird raffiniert gelöst.

Die Zimmerlösung ist sowohl für Zweibett- als auch für Dreibettzimmer, allerdings durch Zonierung in der Längsausrichtung, gut gelöst. Die Option einer Verbesserung ist durch die Anordnung gegeben und wird von der Jury empfohlen. Der Kernbereich (Lage zum Innenhof) wäre marginal zu überarbeiten, was als reparabel von der Jury eingestuft wurde.

Das Projekt hat eine klare Haltung und wurde mit der architektonischen Ausbildung des Baukörpers und mit den subtil aufeinander reagierenden Außenräumen auch hin zum Altbestand als sehr gut bewertet.

Projekt 070:

Die durch die weitläufige Mäanderform bedingten langen Erschließungswege sind ineffizient. Die Zimmer sind ungünstig organisiert, da sich die Schlafbereiche in einem unbelichteten und unbelüfteten Innenbereich befinden. Darüberhinaus wird die Dreibetteneinheit nur durch Errichtung eines Stockbettes erreicht.Projekt 071:

Die städtebauliche Konzeption einer Hochhausscheibe mit sieben Geschossen erscheint absurd und der gegebenen Situation in keiner Weise angemessen. Die Dreibettzimmereinheit wird nur durch Einbau eines Stockbettes erreicht.

Projekt 072:

Das räumliche Potential des Mäandertyps ist nicht genutzt, an den Gebäudeinnen- und –außenecken entstehen kaum Raumqualitäten. Die Höhenentwicklung ist unklar, insbesondere die Bestandsanbindung ist nicht dargestellt. Die Dreibettzimmereinheit wird nur durch Einbau eines Stockbettes erreicht.

Projekt 073:

Die Anordnung von zahlreichen Zimmern zum bestehenden Schulgebäude wird negativ ohne Lösung des Sichtschutzes beurteilt. Die Erschließung des zweiteiligen Gebäudes ist prinzipielle gut gelöst, es fehlen allerdings die vertikalen räumlichen Zusammenhänge im Bereich der zentralen Erschließung. Die Zonierung der Zimmer ist prinzipiell gelungen, die innen liegende Einheit ist insbesondere den Arbeitsplatz betreffend stark benachteiligt. Der städtebauliche Bezug zum Bestand ist kaum nachvollziehbar.

Projekt 074:

Die klare innere Struktur wird positiv beurteilt. Städtebaulich ist die Nähe zum Bestand mit den darin angeordneten Zimmern sehr problematisch. Die Erschließung wirkt umständlich und viel zu eng. Bei den Zimmern wird negativ angemerkt, dass die Dreibettzimmer ein Stockbett beinhalten, die Arbeitsplätze zum schlecht belichteten Gang orientiert sind (insbesondere im Erdgeschoss) und die Sanitäreinrichtung vollkommen ungeeignet angeordnet ist.

Projekt 075:

Die städtebauliche Situierung dieses Projekt sowie die Gliederung des Baukörpers scheinen absurd. Es entstehen ca. 130 m lange innenliegende Erschließungsgänge. Wenig überzeugend ist auch die Zugangslösung am Kopfende des Gebäudes über die viel zu kleine Halle. Die Zimmer mit der internen Zonierung sind prinzipiell gut gelöst.

Projekt 076:

Die Proportionierung des Baukörpers um den Innenhof ist nicht geglückt, da der Innenhof im Verhältnis zur Höhe zu klein dimensioniert ist. Der Vorplatz scheint gut gelöst, allerdings ist die Höhenentwicklung nicht nachvollziehbar. Die Zimmergrundrisse sind nicht ideal, insbesondere die Dreibettzimmer scheinen sehr problematisch.

Projekt 077:

Die Platzlösung mit einem Campus stellt einen guten Ansatz dar, der Stiegenabgang zum Eingang ins Foyer ist allerdings viel zu eng. Der innenliegende Aufenthaltsbereich funktioniert belichtungstechnisch nur bei einem Bruchteil der Zimmer. Ansonsten ist die Organisation der Zimmer von durchschnittlicher Qualität.

Projekt 078:

Die Topographie dieses Projektes scheint unlogisch und wenig durchdacht. Die Treppenanlage zwischen Bestand und Neubau wirkt überinszeniert und führt in einen undifferenzierten Grünbereich bzw. zu einer Umkehre. Die Anbindung zur Schule ist nur durch die Zimmereinheiten erreichbar und daher schlecht gelöst. Im Inneren werden die sehr langen und engen Mittelgänge negativ beurteilt.Projekt 079:

Die weite Distanz zum Bestand ist flächenintensiv und unökonomisch bezüglich des Grundstücksverbrauchs und der Wegführung. Die Verdrehung des Baukörpers ist städtebaulich nicht nachvollziehbar. Die Ecklösung im Nordwesten wirkt pompös und überzogen. Die Zimmeraufteilung wirkt unlogisch, darüber hinaus fehlen die geforderten individuellen Stauräume.

Projekt 080:

Die Erschließung des Baukörpers erfolgt von Unten und bietet im Untergeschoss eine Eingangshalle mit den erforderlichen Gemeinschaftsräumen an. Die Anbindung an die Schule erfolgt im unteren Bereich (UG-Ost). Der Lichthof des Baukörpers wird durch einen runden, in der Ecke aufgestellten Risalith, der für Nutzung durch das Aufsichtspersonal vorgesehen ist, verstellt. Andererseits sitzt das Aufsichtpersonal wie in einer Auslage und hat aus dem Baukörper nicht den gewünschten Überblick. Die abgerundeten Ecksituationen sind problematisch in der Ausgestaltung anzusehen, so kann der TV-Raum nur über die Küche betreten werden bzw. ist durch die schrägwinkelige Anordnung der Trennwände eine Möblierung nur schwer möglich. Die Zweibettzimmer sind entsprechend gut zoniert. Das dritte Bett ist nicht nachgewiesen (möglicherweise Stockbett).

Der Baukörper selbst wirkt als Abschluss auf dem noch erweiterungsfähigen Grundstück.

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Projekt 061: Georg Giebeler, Architekt, 4000architekten, 51663 Köln, Bundesrepublik Deutschland
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Projekt 062 - Anerkennungspreis: Erich Prödl Associates, 8010 Graz, Österreich
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Projekt 063: Karin Wallmüller, Architektin, 8010 Graz, Österreich
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Projekt 064: Siegfried Schmidsberger, Architekt, 5020 Salzburg, Österreich
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Projekt 065: ARGE Mack + Sorg, Helmut Mack, Architekt, Francois Sorg, Architekt, 70736 Fellbach, Bundesrepublik Deutschland
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Projekt 066: Günter Eberhardt, Architekt, 4020 Linz, Österreich
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Projekt 067: Uli Schöllkopf, Architekt, Bernd Linde, Architekt, 70182 Stuttgart, Bundesrepublik Deutschland
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Projekt 068: Irmfried Windbichler, Architekt, 8010 Graz, Österreich
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Projekt 069 - 1. Preis: Wahrer_Barkowsky Architekten, 50672 Köln, Bundesrepublik Deutschland
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Projekt 070: MONOMERE, Rochus Kahr, Architekt, Thomas Maierhofer, Architekt, 51063 Köln, Bundesrepublik Deutschland
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Projekt 071: Braun und Partner Architekten, Michael W. Braun, Architekt, 81679 München, Bundesrepublik Deutschland
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Projekt 072: Jürgen Brandstetter, Architekt, Jürgen Böbel, Architekt, 73037 Göppingen, Bundesrepublik Deutschland
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Projekt 073: Andreas KARL, Architekt, 8010 Graz, Österreich
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Projekt 074: Joh. G. Waldhart, Architekt, 6020 Innsbruck, Österreich
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Projekt 075: Irmgard Lusser, Architektin, 8042 Graz, Österreich
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Projekt 076: Dietger Wissounig, Architekt, 8010 Graz, Österreich
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Projekt 077: Peter Reitmayr, Architekt, 8010 Graz, Österreich
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Projekt 078: Hansjörg Tschom, Architekt, 8010 Graz, Österreich
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Projekt 079: Junkers und Partner, Detlef Junkers, Architekt, 10966 Berlin, Bundesrepublik Deutschland
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Projekt 080: Peter Zinganel, Architekt, 8010 Graz, Österreich

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