Wettbewerb Neubau Mädcheninternat Bad Gleichenberg 021-040

Dokumentation der Projekte 021 bis 040 des offenen, anonymen Architekturwettbewerbs für ein Mädcheninternat in Bad Gleichenberg samt Jurybeurteilungen.

15/09/2004

Offener - Einstufiger - Anonymer - Baukünstlerischer Architekturwettbewerb

Neubau eines Internates für Mädchen - Bad Gleichenberg - Steiermark - Österreich

Dokumentation der Projekte 021-040

Projekt 021:

Die städtebauliche Lage des Rundbaues wird inmitten des Bauplatzes so situiert, dass keine differenzierten Außenräume möglich sind. Die Rundbauproblematik und die vorgesehene Erschließung wirken nicht überzeugend. Die stark konisch zulaufenden Zimmergrundrisse sind schlecht organisierbar. Im Falle der Dreibettzimmereinheit fehlt der Aufenthaltsbereich. Die Anbindung an den Bestand ist aus den Plänen schwer ersichtlich. Die Erschließungsflächen wurden Platz sparend gelöst, der Mittelbaukörper im runden Innenhof wirkt jedoch zu massiv und lässt in den Resthöfen wenig Platz für eine qualitative Innenansicht.

Projekt 022:

Die vorliegende städtebauliche und gestalterische Lösung erscheint der gestellten Aufgabe nicht entsprechend gelöst, in die verbleibende Restfläche zwischen Altbau und dem Neubauteil wird der qualitative Außenraum durch Parkflächen zugestellt. Die stark gegliederte Außenerscheinung findet in den konventionellen Innenräumen keine Entsprechung. Die langen Gangfluchten mit Fluchttüren an den jeweiligen Enden werden äußerst problematisch beurteilt. Der sehr stark strukturierte Baukörper ist mit einer von Unten kommenden Erschließung wenig überzeugend aufgeschlossen. Die städtebauliche Anbindung im oberen Bereich ist nicht befriedigend gelöst. Die Zimmerlösung ist gut zoniert, jedoch fehlt in allen Bereich die Schrank- und Abstellmöglichkeit.Projekt 023 - 2. Nachrücker:

Das Objekt ist losgelöst vom Bestand, bindet sauber an das Gelände an, die Erwartung das

Gesamtgefüge mit einem weiteren Teil zu ergänzen wird jedoch nicht erfüllt. Das Objekt ist vollkommen losgelöst und der zwisden zwischen die beiden Baukörper situiert. Das Objekt steht sowie die

übrigen Baukörper solitär da, durch die Lage des Baukörpers wird fast empfunden, dass das Gebäude nicht zum Schulkomplex azugehört. Die Frage wird diskutiert, ob diese Solitärstellung gewünscht ist oder ob es einen positiven Bezug zum Altsbestand aus städtebaulicher Sicht geben muss.

Obwohl der Zimmertypus lang gestellt und dadurch eher negativ bewertet wurde, ist durch die Modellierung der Bettnischen sowohl in der seitlichen als auch in der Höhenlage das Zimmer als spannende Lösung einzuordnen, die Zonierung mit den Bädern, Kästen und dem Arbeitsbereich ist gut gelöst. Sowohl Zweibettzimmer als auch Dreibettzimmer funktionieren in gutem Modus. Die Belichtung

aus dem Innenhof ist für die Zimmer nicht genutzt. Eine relativ lange Anbindung an die Schule wird, weil kein spannender Raum dabei durchquert wird, negativ bewertet.

Es wur en zwei Gruppen auf einer Ebene angeordnet. Die Raumhöhen können nicht überprüft werden, erscheinen aber zu gering für die Hochbettsituationen.

Wie das Gebäude auf dem Sockelgeschoss sitzt und wie die Fassadenausbildung durchgebildet ist, kann das Objekt, wiewohl die Geschosshöhen nicht kotiert sind und zu gering erscheinen, positiv bewertet werden.

Projekt 024 - von der Jury nach dem ersten Bewertungsdurchgang ausgewählt:

Die Erschließung von unten mit dem relativ großen Wendekreis der Verkehrslösung wird als

problematisch empfunden, obwohl auch die obere Anbindung platztechnisch gut gelöst ist. Als Gegenargument wird die kreisförmige Zufahrt nur für eine temporäre Zufahrt gesehen, der Campus, der im oberen Bereich entstehen kann, wird dadurch zum Personalparkplatz degradiert. Die

Maßstäblichkeit des Baukörpers wird als zu massiv empfunden. Es ist keine Anbindung auf dem Niveau des oberen Vorplatzes gegeben. Die Instrumentalisierung des Außenraumes ist durch die Aufständerung nicht gegeben und wird in dieser Form nicht funktionieren.

Auf Grund der Zimmeranordnung wird ein extrem breiter Fassadenzugang durch die Zimmer erreicht.

Die Gangerschließungen sind allerdings nur durch extrem lange Erschließungswege möglich.

Der Baukörper selbst ist durch unterschiedliche Texturen in der Fassade gegliedert, die nicht nachvollziehbar sind. Die Großflächenverglasungen sind nicht weiter strukturiert und in dieser Form

nicht möglich.

Projekt 025:

Der Baukörper wird an der südlichen (oberen Grundstücksgrenze) situiert, trotzdem wird der Versuch einer Erschließung von unten mit einer entsprechend ausgebildeten Vorfahrt angeordnet, die außer einem relativ großen Flächenverbrauch, keine wirklichen Qualitäten aufweist. Müll und Zweiräder werden in der Eingangssituation angeordnet. Die Zimmer sind konventionell gelöst. Das Dreibettzimmer wird durch ein quer gestelltes Stockbett möbliert, wodurch zwar die Verkehrsfläche im Zimmer erhalten bleibt, aber durch die Anordnung eines dritten Schreibtisches die Qualität stark einbüßt.

Projekt 026 - von der Jury nach dem ersten Bewertungsdurchgang ausgewählt:

Die Erschließung wird von unten zum am oberen Bereich angeordneten Baukörper geführt. Vor der Schule wird ein Parkplatz angeboten. Die Eingangserschließungsebene ist etwas tiefer gesetzt als der derzeitige Zugang. Eine wirklich gelungene Anbindung ist nicht gegeben. Der Bezug zur Landschaft wird auch urch die Abschlussscheiben der Zimmertrakte ignoriert. Aus städtebaulicher Sicht wird

zugemacht wo Aussicht sein könnte und das Objekt verbaut sich diese Möglichkeit die Landschaft hineinzuziehen. Die Logik in der Innenhofsituation ist künstlich, wenn Außen Grünraum genug vorhanden ist. Das Projekt baut sich eine künstliche Welt auf, indem die natürliche zerstört wird.

Die Zweibettzimmerlösung ist als gelöst zu betrachten, die Dreibettzimmerlösung wird nicht als optimal gesehen. Eine Zonierung ist zwar vorhanden, allerdings wird die Vorraumsituation negativ beurteilt. Durch die gewählte Anordnung der inneren Organisation ergeben sich sehr lange Erschließungswege.

Projekt 027:

Die Anordnung der drei Gruppen in drei Baukörpern und auf einer Ebene bedingt einen großen Flächenverbrauch, nahezu die gesamte zur Verfügung stehende Liegenschaft wird verbaut. Die Zufahrt erfolgt von unten und ist schlecht definiert. Die Zimmeranordnung ist interessant gelöst, ist jedoch nur bedingt tauglich in Bezug auf die Erschließung der Sanitärzellen, die durch den Schlafbereich mittels Schiebetüre begehbar sind. Hallensituation und Eingangsbereich im Untergeschoss werden gut und übersichtlich gelöst.

Projekt 028:

Der sehr einfach strukturierte, längliche Baukörper wird im oberen Teil des Grundstückes im rechten Winkel und die Kante des Schulgebäudes aufnehmend angeordnet. Die Anordnung der Gemeinschaftsräume in der Kopfsituation und danach anschließend ein extrem langer Erschließungsgang ohne Unterbrechung wirken monoton und sind auch von der Aufsicht her, als problematisch anzusehen. Die Erdgeschosszone mit der herausragenden Empfangshalle, Lounge, Aula in verglaster Ausführung, wird positiv aufgenommen.Projekt 029:

Das durch die Situierung des Baukörpers bedingte Anschlussteil an den Schulbaukörper, geschieht an einer nicht vorgesehenen Stelle und ist aus Bestandsüberlegungen nicht möglich. Die Zufahrt zum Haupteingang ist planlich nicht gelöst, von oben besteht lediglich ein Zugang zum Internat, Vorfläche ist für den Aufwand zu gering dimensioniert. Die als Türme ausgebildeten Gruppenräume, Fernsehen, Teeküche, Lernen, erscheinen übertrieben in der Wertigkeit und sind von der Erschließungsfläche starr abgeschlossen. Der Geländeeinschnitt ist überdimensional hoch und nur durch aufwendige Stützmauern lösbar. Die Zimmerdetails fehlen.

Projekt 030:

Das Objekt stellt einen Solitärbau mit 6 Geschossen dar. Der Bau wird sowohl städtebaulich als auch von der Massierung der Baumassen vollkommen falsch konzipiert empfunden. Die Situierung eines 6-geschossigen Gebäudes an der unteren Stelle des Bauplatzes ist für spätere Erweiterungsmöglichkeiten im oberen Bereich fehl am Platz. Die interne Erschließung durch die Anordnung von jeweils zwei Geschossen für eine Gruppe widerspricht der Ausschreibungsabsicht.

Projekt 031:

Das Objekt ist in seiner Situierung problematisch. Der Geländeanschnitt im UG weist ca. 6 m auf, was den Ausschreibungsabsichten widerspricht. Die interne Anordnung der Zimmer und die Anordnung um einen Lichtschacht der lediglich den Arbeitsplatz und die Schlafkoje belichtet und belüftet, erscheint aufwendig und übertrieben. Die Anbindung des Lichtschachtes an die Nasseinheit wurde nicht vorgesehen. Die Allgemeinflächen und vor allem die Zufahrt zum Haupteingang sind ohne Qualität für eine Platzsituation, da sie durch KFZ-Stellplätze eingeschränkt wird, die an der Stelle situiert sind, die den Naturraum in möglichst guter Qualität in den Zwischenraum der Gebäuden einfließen lassen könnte.

Projekt 032:

Entfällt (Doppelnummernvergabe beim Einlangen)

Projekt 033:

Das Objekt weist einen nach Süden geöffneten Aufenthaltsbereich auf, der im Freien Sitzstufen in den Garten integriert hat. Die Erschließung ist problematisch anzusehen, da eine direkte Zufahrt für Ladetätigkeit nicht möglich gemacht wurde. Die Situierung der sich nach oben verbreiternden Stufen und die sparsame Rampenlösung lassen eine Zufahrt nicht zu. Die Zimmer sind konventionell gelöst. Die Anordnung der Gruppenräume in den Ecksituationen könnten mehr Qualitäten aufweisen und nutzen die möglichen Eckoptionen nicht ausreichend. Die Erschließung für die oberen Geschosse ist abweisend und eher zufällig.

Projekt 034:

Das mit einer einhüftigen Erschließung konzipierte Gebäude, ist in seiner städtebaulichen Formulierung unpräzise, vor allem die Zugangslösung von unten und die Anbindungssituation sind nicht konsequent zu Ende geführt. Die Zimmer sind für den Zweibetttypus interessant gelöst. Für den Dreibetttypus gibt es Nachteile für den Dritten und auch die Restflächen werden durch die Auffüllung der Funktionen für den Dritten beengt.

Projekt 035:

Der Schematismus und die langen Gangfluchten dieses Projektes werden negativ beurteilt. Es lässt weder innen- noch außenräumliche Qualitäten erwarten. Die Anbindung an den Bestand ist an dieser Stelle nicht vorgesehen. Bei den Zimmergrundrissen wird die Aufstellung der individuellen Stauräume zu knapp an einem der drei Betten als problematisch betrachtet.

Projekt 036:

Die flächenintensive Anordnung des ausgedrehten kubischen Baukörpers in der Mitte des Grundstückes ist städtebaulich nicht nachvollziehbar. Ebenso ist der Übergang zur Schule in seiner Höhenentwicklung aus den Plänen nicht ablesbar. Die Zimmergrundrisse sind von durchschnittlicher Qualität.

Projekt 037:

Bei diesem Projekt erscheint die Erschließungs- und Zugangssituation unklar gelöst. Die Anordnung einer Tiefgarage war nicht gefordert und ist unökonomisch. Die extrem langen Gangfluchten mit der Anordnung der Müllräume am jeweiligen Ende werden problematisch beurteilt. Die Inszenierung der Treppenanlage zwischen Bestand und Neubau findet ihren Endpunkt in einem Lichtgraben. Die Zimmergrundrisse sind geschickt gelöst, allerdings wird die Orientierung der westlichen Zimmer zum Bestand ohne Lösung eines Sichtschutzes negativ beurteilt.

Projekt 038:

Auch bei diesem Projekt werden die langen Gangfluchten mit den Müllräumen am jeweiligen Ende und die Orientierung eines Großteils der Zimmer zum Bestand als negativ bewertet. Die Zimmergrundrisse scheinen gut organisiert zu sein, wenngleich die Plandarstellung schlecht leserlich ist. Dies gilt insbesondere für die Ecktypen, bei denen entstehende attraktive Eckzonen durch eine diagonale Trennwand und einen sehr kleinen Raum ohne Nutzungsangabe nicht optimal ausgenutzt erscheinen.

Projekt 039:

Die höhenmäßige Anbindung an den Bestand und die Vorfahrt ist nicht dargestellt und daher nicht nachvollziehbar. Die Zimmergrundrisse mit einem mittig angeordneten Bett werden äußerst problematisch beurteilt. Formal weist dieses Projekt teilweise krasse Widersprüche zwischen der Darstellung im Plan und der Planbeschriftung (m2 Angaben) und zwischen den Darstellungen in verschiedenen Maßstäben auf.

Projekt 040:

Die angestrebte Zonierung der Zimmer wirkt an sich logisch, die Anordnung der Lerneinheit zum Gang hin, führt aber bei mindestens der Hälfte der Zimmer zu Belichtungsproblemen. Der städtebauliche Ansatz sowie die Anbindung an den Bestand überzeugen nicht.

021.jpg
Projekt 021: Andreas Fellerer, Architekt, Jiri Vendl, Architekt, 1050 Wien, Österreich
022.jpg
Projekt 022: Martin Kroll, Architekt, 14471 Potsdam, Bundesrepublik Deutschland
023.jpg
Projekt 023 - 2. Nachrücker: Thomas Schnizer, Architekt, 1060 Wien, Österreich
024.jpg
Projekt 024 - von der Jury nach dem ersten Bewertungsdurchgang ausgewählt: Rainer Diekmann, Architekt, 76135 Karlsruhe, Bundesrepublik Deutschland
025.jpg
Projekt 025: Helga Mellert, Architektin, 80799 München, Bundesrepublik Deutschland
026.jpg
Projekt 026 - von der Jury nach dem ersten Bewertungsdurchgang ausgewählt: Thomas KONRAD, Architekt, 1040 Wien, Österreich
027.jpg
Projekt 027: Johannes Scheurecker, Architekt, 1060 Wien, Österreich
029.jpg
Projekt 029: Fabijanic Architekten, 70191 Stuttgart, Bundesrepublik Deutschland
030.jpg
Projekt 030: Eva Ceska, Architektin, Friedrich Priesner, Architekt, 1060 Wien, Österreich
031.jpg
Projekt 031: Regina Kohlmayer, Architektin, Jens Oberst, Architekt, 70180 Stuttgart, Bundesrepublik Deutschland
033.jpg
Projekt 033: Kaup.Jesse.Hofmayr.Werner, Architekten, 80636 München, Bundesrepublik Deutschland
034.jpg
Projekt 034: Dirk Klaus Hermann ALTEN, Architekt, 10823 Berlin, Bundesrepublik Deutschland
035.jpg
Proojekt 035: Architekturbüro Kohler, 10963 Berlin, Bundesrepublik Deutschland
036.jpg
Projekt 036: mt2 Architekten, Susanne Senf, Architektin, Martin Kühnl, Architekt, 90425 Nürnberg, Bundesrepublik Deutschland
037.jpg
Projekt 037: Thomas Gerhager, Architekt, 83022 Rosenheim, Bundesrepublik Deutschland
038.jpg
Projekt 038: Markus Kenkmann, Architekt, 12047 Berlin, Bundesrepublik Deutschland
039.jpg
Projekt 039: Molzbichler + Ruczka ZT GmbH, 1080 Wien, Österreich
040.jpg
Projekt 040: René Walkenhorst, Architekt, 30175 Hannover, Bundesrepublik Deutschland

Artikelempfehlungen der Redaktion