Wettbewerb Neubau Mädcheninternat Bad Gleichenberg 001-020

Dokumentation der Projekte 001 bis 020 des offenen, anonymen Architekturwettbewerbs für ein Mädcheninternat in Bad Gleichenberg samt Jurybeurteilungen.

15/09/2004

Offener - Einstufiger - Anonymer - Baukünstlerischer Architekturwettbewerb

Neubau eines Internates für Mädchen - Bad Gleichenberg - Steiermark - Österreich

Dokumentation der Projekte 001-020

Projekt Nr. 001

Das Projekt wird städtebaulich durch eine, an der Nordseite angeordnete, Erschließungsspange am oberen Hauptplatz situiert. Die Gruppen werden in drei nach Norden gerichtete Baukörper aufgeteilt. Die Übersichtlichkeit für die Beaufsichtigung der Schülerinnen wird durch die

zweigeschossige Anordnung, die nicht der Ausschreibung entspricht, in je einem Baukörper stark beeinträchtigt. Auch die Sichtverbindungen werden als mangelhaft bewertet. Die Zimmer sind konventionell gelöst, die Dreibettbelegung ist nur durch ein Stockbett angeboten.

Projekt Nr. 002

Obwohl die Baumasse in einer, den Schichtenlinien folgenden Anordnung, auch in der Höhendifferenzierung der Topographie angemessen situiert wurde, ist die innere Funktionalität nicht in der gleichen Qualität gelöst worden. Erschließungstechnisch ergeben sich durch die flachen Baukörper sehr lange Gangfluchten. Den Zimmern wird keine Aussicht geboten, die Verbindung zum Altbau ist funktional nicht ausreichend bearbeitet. Die dreigeschossige Halle und die Anbindung an die

einzelnen Gruppen stellen einen nicht uninteressanten Lösungsansatz dar.

Projekt Nr. 003

Der an sich interessant komponierte Baukörper entwickelt in den Außenzonen räumlich qualitätvolle Hofbereiche. Die Außenräume und auch die Innenhöfe haben in ihrer Struktur ein Potential, das mit das mit der Landschaft harmoniert. Als Schwachpunkt gesehen wird die nicht weiter detaillierte sehr enge

Anbindung an den Hauptbaukörper des Schulgebäudes. Die Innenerschließung ist auf Grund der Baukörpersituation eher unübersichtlich und birgt lange Wege. Positiv vermerkt wurde die angebotene

Einzelzimmerlösung in architektonischer Hinsicht und der Raumqualität, dieser Vorschlag wird aber vom Nutzer abgelehnt. Die Situierung des Baukörpers ist aus baurechtlicher Sicht nicht möglich, da an

die Grundstücksgrenze Süd direkt angebaut wurde.

Projekt Nr. 004

Der kompakte Baukörper wird von Unten erschlossen, wobei die Anbindung an die Schule nicht dargestellt wurde. Die Innenhofsituationen sind ein interessanter Aspekt. Die Erweiterbarkeit der Halle

mit der Anordnung der Gemeinschaftsräume ist problematisch. Die Höhenangaben sin offensichtlich falsch, daher ist die genaue Höhenlage des Projektes und die Anschlussstelle an den Bestand nicht

ablesbar.

Projekt Nr. 005

Die Turmlösungen, die auf einem Sockelgeschoss mit der Erschließungszone aufgesetzt sind, verfügen über nicht ausschreibungsgemäße Zusammenlegung von Gruppen über drei Geschosse, was von der

Beaufsichtigungsproblematik der Schülerinnen als problematisch anzusehen ist und in der

Ausschreibung auch ausgeschlossen war. Der Grenzabstand zur südlichen Grundgrenze ist zu gering im Sinne der Steiermärkischen Bauor nung anzusehen.

Projekt Nr. 006 - Anerkennungspreis:

Das Projekt zeichnet sich durch sehr sparsamen Flächenverbrauch und eine sehr kompakte Baukörperlösung aus. Die Anbindung erfolgt vom oberen Bereich.

Die Nebenräume, Gruppenräume sind neben der Erschließung und an den Innenhof anschließend gut angeordnet. Die Zimmerlösungen sind durchschnittlich gelöst, die im Erdgeschoss liegende Halle mit den Erweiterungsflächen und den zugeordneten Freizeitflächen wird als gut gelöst betrachtet. Auch die Anbindung ins Freie mit den Außenbereichen, die in der Sockelzone direkt innerhalb des Quaders

angeordnet sind, wird sowohl funktional als auch räumlich gut gelungen bewertet.

Die Qualität im Innenhof wird für die architektonische Gestaltung als zu gering für die Möglichkeit betrachtet. Die Fassadengestaltung mit den vertikalen Schlitzausrichtungen ist als nicht adäquat zu

werten, in Bezug auf das, was der Baukörper verspricht. Es müssten speziell in der

Fassadengestaltung mehr Aussagen getroffen werden. Die Darstellung im Modell entspricht nicht dem leicht fliegenden Charakter des Baukörpers.

Projekt Nr. 007:

Obwohl das Projekt an der oberen Grundstücksgrenze und in relativ massiver Art angeordnet ist, erfolgt die Hauptzufahrt über den Parkplatz von unten grundstücksverbrauchend und es ist lediglich eine Personalzufahrt wird von Süden vorgesehen. Die Hallenlösung ist unglücklich organisiert und nicht erweiterbar. Die Wohngruppen werden über vier Geschosse organisiert, was der Ausschreibung nicht entspricht.

Projekt Nr. 008:

Der kreuzförmig ausgebildete Baukörper wird vom Süden erschlossen, ohne eine Lösung für eine neue Ordnung im oberen Bereich anzubieten. Der Anschluss an das Hauptgebäude erfolgt über eine Brücke im ersten Obergeschoss, die mit der Fluchttreppe des Bestandes als problematisch im Zusammenhang betrachtet wird. Die Zimmerlösung ist schlecht organisiert, die Sanitärzelle wird mittig angeordnet, dadurch ist nur eine Restflächenverteilung gegeben.

Projekt Nr. 009:

Beim Projekt Nr. 009 wurde nur ein Modell abgegeben. Der Verfasser hat noch vor Abgabe der Wettbewerbsarbeiten seinen Antrag zurückgezogen.

Projekt Nr. 010:

Die Erschließung erfolgt von Oben. Die Eingangssituation ist nicht vollständig ausformuliert. Der sich an der Grundgrenze erstreckende Erschließungsbaukörper verbindet die drei nach Norden liegenden Gruppen, wobei die Wohngruppen über zwei Geschosse mit ungünstigem Betreuungsablauf gelöst wurden. Es sind unterschiedliche zweigeschossige Lösungen der Zimmer vorgeschlagen worden, wobei die Zweigeschossigkeit keinen Gewinn für die Raumqualität bringt. Die Aufschließung erscheint inkonsequent von der Aufteilung dem sehr einfach gestalteten Baukörper gegenüber. Problematisch ist die Belichtung, so haben die Schlafbereiche keine Fenster. Lernzimmer und Gruppenräume stellen eine Verlegenheitslösung dar. Die Hallenlösung lässt eine Erweiterung nicht zu. Die Anbindung an die Schule wurde nicht zu Ende formuliert.

Projekt 011:

Die Gruppierung von jeweils vier Aufenthaltsbereichen zu einer kommunikativen Zwölfergruppe entlang des Ganges wird als interessanter Ansatz positiv bewertet. In den Dreibettzimmereinheiten fehlt allerdings ein Arbeitsbereich. Weiters wird die problematische lineare Anordnung der Zimmer entlang eines 80 m langen Ganges im Westtrakt negativ beurteilt. Die Orientierung der Zimmer zum Bestandsgebäude im Westen ist durch die gegenseitige Einsichtsmöglichkeit ohne Lösungsansatz dafür problematisch.

Projekt 012 - 1.Nachrücker:

Der Vorplatz und das Parken werden auf +2,93 angehoben, die bestehedtebaulich ist das Projekt plausibel zum Altbestand angeordnet. Die Ecksituation und die

Eingangshalle sind jedoch nicht optimal gelöst. Ein Vorspringen des Eckbaukörpers zum Eingang hin ist notwendig. Sehr gut gelöst ist das Hineinfließen des Naturraumkörpers nordseitig in das Gebäude.

Die Qualität die durch den Baukörper entsteht, wird in der Vorplatzanbindung und in der städtebaulichen Lösung des Zugangs zu den Gebäudekomplexen nicht adäquat gelöst. So präzise sich die Außenräume, Höfe gestalten lassen, ist die richtige Eingangssituation an der Ecke problematisch und nicht präzise.

Die Zweihüftigkeit der Anlage wird negativ bewertet in Bezug auf die Überwachung durch das Aufsichtspersonal. Bedingt durch die Anordnung der Innenhöfe sind die Erschließungsgänge sehr weitläufig gestaltet. Dagegen werden die Anlagen der Höfe in ihrer räumlichen Qualität positiv bewertet. Die Zimmer haben als dritte Belegung querversetzte Hochbetten, was von der Nutzerseite nicht positiv gesehen wird. Die Halle, die sich über zwei Geschosse erstreckt ist nicht erweiterbar. Die Gruppenräume liegen an der Südfassade und sind von der Beaufsichtigung her schwer überschaubar.

Der gläserne Baukörper entwickelt an der Außenhaut eine Symbolik, die sich durch die geschlossenen Zimmerkerne nicht widerspiegelt. Der gläserne Puffer an der Nordseite wird positiv bewertet.

Projekt 013:

Die Anbindung an den Bestand im Obergeschoss ist interessant und gut gelöst. Allerdings ist die lang gezogene Halle bezüglich der Erweiterbarkeit und Bespielbarkeit nicht ideal. Allgemein wirkt das Projekt sehr schematisch, was auch in den Ansichten deutlich wird.Projekt Nr. 014:

Die Anordnung der Zimmer erfolgt zum Teil in drei siebengeschossigen Türmen, was unökonomisch ist und der Ausschreibung widerspricht. Es sind keine aus der vertikalen Anordnung resultierenden Vorteile erkennbar.

Projekt Nr. 015:

Die innere Organisation der Zimmer mit getrennten Schlafeinheiten und kommunikativen Zonen ist gut gelöst. Durch die hakenförmige Verzahnung der Zimmergrundrisse entstehen allerdings innenliegende Schlafräume, die nur über sehr kleine Lichthöfe belichtet und belüftet werden. Diese Lösung wird abgelehnt. Der Bestandsanschluss mit massiven Geländeveränderungen vor der Schule wird äußerst problematisch beurteilt.Projekt Nr. 016 - von der Jury nach dem ersten Bewertungsdurchgang ausgewählt:

Die Zufahrt zum geplanten Baukörper durch die Rampenlösung (Abtauchen) führt zu kritischen

Diskussionen. Der Zugang findet durch eine garagenähnliche Rampenkonstruktion statt. Die

städtebauliche Lösung der Lage des Baukörpers ist jedoch zufrieden gelöst, das Ziel einer

Spangenlösung und gemeinsamen städtebaulichen Lösung zwischen dem Altbestand wird durch Abfahrt in die Tiefgarage nicht erreicht.

Bei der Zimmerausbildung des Zweibettzimmers wurden Balkone angeordnet, die in der

Dreibettlösung nicht vorhanden sind. Balkone sind jedoch grundsätzlich nicht erwünscht. Die Erschließung der Gruppenräume ist als Spange zwischen den beiden Flächen angeordnet, die Beaufsichtigung wird durch die Zweiteilung der Gruppe erheblich erschwert. Projekt Nr. 017:

Das Projekt nimmt keine Rücksicht auf die Topographie, was an der Südostecke einen Geländeeinschnitt von ca. 7 m ergibt. Dies widerspricht der Ausschreibung und ist gestalterisch nicht gelöst. Die Halle mit der entsprechenden Erweiterbarkeit wird positiv bemerkt. Bei den Dreibettzimmern ist das im Plan strichliert eingezeichnete dritte Bett in seiner Lage äußerst benachteiligt (liegt in der Verkehrszone).

Projekt Nr. 018:

Bei diesem Projekt erscheint die Erschließung kompliziert und unpraktikabel. Die langen Gangfluchten mit den Fluchttreppenhäusern an den Endpunkten sind problematisch. Durch die Abtreppung der einzelnen Geschosse ist eine barrierefreie Adaptierung bei keiner einzigen Gruppe möglich. Die Zimmergrundrisse sind durch mangelnde Zonierung von Schlaf- und Arbeitsbereich und nicht vorhandener Aufenthaltszone ungünstig gelöst.

Projekt Nr. 019:

Das Projekt wirkt insgesamt äußerst schematisch und städtebaulich unverständlich. Auffällig sind auch die unpraktikabel organisierten Zimmergrundrisse sowohl betreffend die Zwei- als auch die Dreibettzimmer.

Projekt Nr. 020:

Dieses Projekt negiert die Topographie, insgesamt ist wenig innen- bzw. außenräumliche Spannung vorhanden und zu erwarten. Die Zimmergrundrisse sind prinzipiell gut organisiert, nachteilig beurteilt wird die Lösung des Dreibettzimmers mit einem Stockbett.

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Projekt 001: Peter Schweiker, Architekt, 83026 Rosenheim, Bundesrepublik Deutschland
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Projekt 002: Heinz Wondra, Architekt, 8010 Graz, Österreich
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Projekt 003: Friedrich Mosshammer, Architekt, 8010 Graz, Österreich
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Projekt 004: Eckhard Helfrich, Architekt, 01187 Dresden, Bundesrepublik Deutschland
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Projekt 005: Thomas Meurer, Architekt, 60316 Frankfurt, Bundesrepublik Deutschland
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Projekt 006 - Anerkennungspreis: Habermann.Stock.Decker Architekten, 32657 Lemgo, Bundesrepublik Deutschland
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Projekt 007: Eberhard Wolf, Architekt, 8045 Graz, Österreich
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Projekt 008: Helmut Zieseritsch, Architekt, 8010 Graz, Österreich
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Projekt 010: Plan B Architekten, Brandstätter ZT-KEG, 5020 Salzburg, Österreich
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Projekt 012 - 1.Nachrücker: BUSarchitektur, Laura P. Spinadel, Architektin, 1180 Wien, Österreich
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Projekt 011: Manfred Partl, Architekt, 8010 Graz, Österreich
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Projekt 013: SNS-Architects, Rainer Strauss, Architekt, Frank Kunkler, Architekt, 01187 Dresen, Bundesrepublik Deutschland
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Projekt 014: Johannes Voit, Architekt, 86159 Augsburg, Bundesrepublik Deutschland
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Projekt 015: Lotharmaria Keiner, Architekt, Franz Balkda, Architekt, 82256 Fürstenfeldbruck, Bundesrepublik Deutschland
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Projekt 016 - von der Jury nach dem ersten Bewertungsdurchgang ausgewählt: Markus Pernthaler, Architekt, 8010 Graz, Österreich
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Projekt 017: Günter Möller, Architekt, Martin Penner, Architekt, 80339 München, Bundesrepublik Deutschland
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Projekt 018: Thomas Karnberger, Architekt, 9020 Klagenfurt, Österreich
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Projekt 019: Markus Junghans, Architekt, 8052 Graz, Österreich
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Projekt 020: Florence Hildebrandt, Architektin, 21395 Tespe, Bundesrepublik Deutschland

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