Unter dem Vorsitz von Architekt Daniele Marques wählte die Jury des EU-weiten, offenen, zweistufigen Realisierungswettbewerbs aus 57 Einreichungen den Projektentwurf von Riegler Riewe Architekten aus Graz zum Sieger.
Die weitere Reihung:
2. Preis ex aequo: Delugan Meissl ZT GmbH, Wien
Gobiet & Partner ZT GmbH, Wien
Werner Sobek Stuttgart GmbH & Co KG,
2. Preis ex aequo: Designed by Erick van Egeraat BV, Rotterdam
3. Preis: Wolfgang Tschapeller ZT GmbH, Wien
Arch. Ernst Mayr, Wien
Arch. DI Werner Silbermayr, Wien
1. Nachrücker: ARGE Kopper-Zeininger, Wien
Architekt DI Ernst M. Kopper
Architekt DI Johannes Zeininger
2. Nachrücker: Architekten DI Ferdinand Certov & DI Dietger Wissounig, Graz
Weitere Teilnehmer der 2. Stufe waren:
_ YF Architekten ZT GmbH, Wien
DI Christoph Karl, Mag. Andreas Bremhorst
ARGE Architekten ZT GmbHs
_ Atelier d'architecture Chaix & Morel et associés, Paris
JSWD Architekten GmbH & Co KG, Köln
_ Ortner & Ortner Baukunst, Wien
_ Henn Architekten, München
Das Siegerprojekt von Riegler Riewe Architekten überzeugte die Jury durch seine kommunikativen Möglichkeiten, seine hohen außen- und innenräumlichen Qualitäten, die sehr gute Einbindung in das städtische Umfeld und den Bezirk Graz-Ries sowie die räumliche Anbindung an das bestehende LKH-Univ. Klinikum Graz. Sehr gut gelungen ist nach Meinung der Juroren auch die starke Auseinandersetzung mit energetischen Aspekten, welche eine wesentliche Zielsetzung der Universität ist. Mit dem Neubau MED CAMPUS in Graz-Ries entsteht der vierte Universitätsstandort in Graz. Die bisher auf die Stadt verteilten universitärmedizinischen Einrichtungen werden nun nahe dem LKH-Univ. Klinikum Graz unter einem Dach vereint. Auf zwei unmittelbar angrenzenden Bauplätzen östlich und westlich der neuen Stiftingtalstraße und des Stiftingbachs ist die bauliche Umsetzung von zwölf Instituten, vier Forschungszentren, Lehreinrichtungen, Startup-Unternehmen, einem Administrations-gebäude sowie studentischer Infrastruktur wie Mensa und Aula geplant.
Für Wissenschafts- und Forschungsministerin Beatrix Karl, die am 16. Juli bei der Präsentation des Wettbewerbsergebnisses anwesend war, ist der MED CAMPUS ein „wichtiger Schritt für den weiteren Ausbau des Wissenschafts- und Forschungsstandortes Graz sowie die erfolgreiche Weiterentwicklung der Unistadt Graz. Die neue Infrastruktur wird sowohl den Studierenden und den Lehrenden als auch den Forschenden zugute kommen.“ Als „erfreuliches Ergebnis einer jahrelangen Projektvorbereitung durch ein interdisziplinäres Team“ sieht der Grazer Stadtbaudirektor DI Mag. Bertram Werle den Siegerentwurf des Wettbewerbs. Man habe sensible Bereiche wie Städtebau, Verkehr und Ökologie berücksichtigen müssen. Jetzt gehe es um die Umsetzung mit innovativen Lösungen, etwa einem Mobilitätsvertrag, um das zusätzliche Verkehrsaufkommen bewältigen zu können, und die Verlängerung der Straßenbahn. All das soll in einem Bebauungsplan vom Grazer Gemeinderat beschlossen werden. Da viele der Gebäude, in denen die Med Uni Graz bisher untergebracht ist, sanierungsbedürftig sind, wurde nach Untersuchungen und Berechnungen im Jahr 2005 vom zuständigen Ministerium dem Neubau der Vorrang gegeben. Errichter und Eigentümer des MED CAMPUS wird die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) sein. Die Gesamtinvestitionskosten des MED CAMPUS (Modul 1 und 2) liegen bei rd. 320 Millionen Euro brutto. Diese werden von der BIG vorfinanziert und über eine erhöhte Mietzahlung ab dem Jahr 2014 von Seiten des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung refinanziert.
In den Gebäuden, die auf dem rund 4,3 Hektar großen Grundstück entstehen, sind Lehrflächen für 1.200 Studierende der Human-, Zahnmedizin- und Gesundheits- und Pflegewissenschaft vorgesehen. Der Veranstaltungsraum sowie die Kommunikations- und Freiflächen bieten 4.300 Studierenden Platz. Im MED CAMPUS integriert ist zudem das Zentrum für Wissens- und Technologietransfer in der Medizin (ZWT), das die zielgerichtete Kooperation zwischen wissenschaftlicher Forschung an der Med Uni Graz und deren wirtschaftliche Umsetzung gemeinsam mit Unternehmen ermöglichen wird. Hier ist Raum und Infrastruktur für universitäre Unternehmensausgründungen, so genannten Spin-Offs, sowie für nationale und internationale Unternehmensansiedlungen aus dem Fachbereich der Medizin, Biomedizin und Life Sciences. Das Projekt wird in zwei Modulen errichtet werden. Baubeginn ist im Frühjahr 2012. Als erster Bauabschnitt im ersten Modul wird das ZWT bis Herbst 2013 realisiert. Die Inbetriebnahme des MED CAMPUS ist schrittweise ab Mitte 2014 vorgesehen.
AUSSTELLUNG:
Sämtliche Wettbewerbsarbeiten werden im Anschluss an die Eröffnung im Hörsaalzentrum des LKH-Univ. Klinikums, Auenbruggerplatz 15, 8036 Graz ausgestellt.
Ausstellungsdauer: 16. - 30. Juli 2010
Öffnungszeiten: Mo–Fr 9.00–17.00 Uhr
- Verfasser/in:
- Redaktion GAT Graz Architektur Täglich
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