Die Jury des EU-weit offenen, anonymen, zweistufigen Wettbewerbs kam in ihrer Sitzung vom 28. Februar 2006 zu folgender Entscheidung:
1. PREIS : Arch. DI Hans Mesnaritsch, Graz
2. PREIS: Architekten Pürstl-Langmaier, Graz
3. PREIS: Arch. DI Ferdinand Certov, Graz
1. Anerkennungspreis: Arch. Klingbacher ZT GmbH, Völkermarkt
2. Anerkennungspreis: Arch. DI Otto Christian Gernat, Tamsweg
1. Nachrücker: Share architects ZT-KEG, Wien
2. Nachrücker: Leiler + Leiler Architekten, Villach
Insgesamt wurden 33 Projekte eingereicht.
ZUSAMMENSETZUNG DER JURY:
_ Fachpreisrichter
Arch. Mag.arch. Mag.art. Maximilian LUGER
Arch. DI Ernst GISELBRECHT
Mag.arch. Johannes-Axel JUSTIN, LIG
_ Sachpreisrichter
DI Thomas LORENZ
Gemeinderat Helmuth FÖSSL
Hofrat Dr. Walter FRISEE
Ing. Michael Thomas STVARNIK
_ Berater des Preisgerichtes (nicht stimmberechtigt)
Direktor DI Heinz PACHERNEGG - LBS Murau
Direktor Franz KREMSER - GF Lehrlingshaus Betriebs GmbH
Rudolf STEINACHER - Internatsleiter
Mag. Alfred BALZER - Gemeinde Murau
Baumeister Franz EDLINGER - Bauamtsleiter Gemeinde Murau
_ Vorprüferin
Frau Architekt Dipl.Ing. Elisabeth ANDERL
AUSLOBERIN
LIG-Steiermark
Landesimmobilien-Gesellschaft mbH., Wartingergasse 43, A-8010 Graz
Gegenstand des Wettbewerbs war die Erlangung von Vorentwürfen für die Adaptierung und Erweiterung der bestehenden Internats- und Schulgebäude auf dem Areal der LBS Murau. PROJEKTBESCHREIBUNGEN:
(Auszug aus dem Juryprotokoll)
SIEGER > Arch. DI Hans Mesnaritsch, Graz
Das Projekt besticht durch seine klare und geordnete städtebauliche Struktur, welche in einer klaren Funktionszuordnung der einzelnen Bereiche fortgesetzt wird. Die einzelnen Baukörper sind in Relation zu Bestand und topografischer Situation gut proportioniert und lassen Außenräume von hoher Qualität erwarten. Die logische strukturelle Anlage ermöglicht Erweiterungen bzw. Adaptierungen bei zukünftigen Anpassungen an die Anforderungen. Die vorgeschlagene Erneuerung des Bauteiles 3 erscheint schlüssig, wird allerdings noch einer Kostennutzenrechnung zu unterziehen sein. Die Unterbringung der Werkstättenlager ist ausgezeichnet gelöst, die teilweise längeren Distanzen zu den einzelnen Werkstätten werden vom Nutzer als unproblematisch angesehen. Der Festsaal ist gestalterisch und funktionell sehr gut gelöst. Unbearbeitet hingegen erscheint die Nordfassade des in den Hang gesteckten Werkstättentraktes, welche auf den Plänen nicht dargestellt und im Modell wenig ausformuliert erscheint. Die Umkleiden zu den Werkstätten sind zwar im Untergeschoss
angeordnet, ihre Schmutzschleusenfunktion funktioniert jedoch. Im Internatsbereich wird die Anordnung von Stockbetten vom Nutzer als nicht ideal betrachtet, die vorgeschlagenen Freizeitbereiche weisen hingegen eine hohe Qualität auf.
2. PREIS > Architekten Pürstl-Langmaier, Graz
Die städtebauliche Lösung wird in ihrer klaren Ausformulierung und Korrespondenz zu den Funktionsbereichen positiv bewertet. Bei entsprechender bautechnischer Ausführung ist die vorgeschlagene Begrünung der Dachflächen als Qualitätsgewinn für das gesamte Areal zu betrachten.
Die Außenräume, insbesondere der Schulhof, lassen eine hohe Qualität erwarten. Die Durchfahrt wird jedoch insbesondere für die Anlieferung mit LKWs als zu eng betrachtet. Bei genauerer Betrachtung des Werkstättentraktes stellt sich heraus, dass dessen Struktur mit einem hohen Erschließungsflächenanteil kompliziert angelegt ist. Die Werkstätten wirken versteckt angeordnet, eine Durchgängigkeit zwischen Schulhof und Durchfahrt fehlt. Die große Baukörpertiefe erweist sich als problematisch. Der Festsaal ist in seiner Funktion gut organisiert, die architektonische Formulierung dieses Bauteils wie auch andere gestalterische Ausformulierungen scheinen jedoch von einer gewissen Beliebigkeit zu sein. Die konstruktive Durchbildung der Bauteile ist realistisch und gut dargestellt. Der Klassentrakt als Mittelgangtypus ist sehr konventionell angelegt. Das Internat wird vom Nutzer als gut gelöst betrachtet, problematisch ist lediglich die Lage der Erzieherzimmer. Die Freizeitbereiche sind besonders gut gelöst.
3. PREIS > Arch. DI Ferdinand Certov, Graz
Das Projekt weist eine hohe städtebauliche Qualität auf, welche ihre Wirkung vor allem im Zusammenspiel mit dem Bestand entwickelt. Die Nutzung des Daches des Werkstättentraktes als begrünter Freizeitbereich scheint logisch und erhöht die Nutzungsqualität. Positiv vermerkt wird die Verbindung des Klassentraktes mit dem Werkstättentrakt. Insgesamt bestechen die dargestellten Fassadenlösungen durch Logik und Klarheit. Im Bereich der Werkstätten wird bemängelt, dass die Zugangslösung über Garderoben funktionell nicht ideal gelöst ist. Weiters scheinen die eingezogenen Galerien zur Erreichung der geforderten Nutzflächen nutzungstechnisch problematisch. Im Schulhof entsteht durch die Hinzufügung des neuen Baukörpers eine räumlich etwas beengte Situation. Der Festsaal ist funktionell gut gelöst, die räumliche Orientierung mit Freibereich nach Norden zum Friedhof ist nicht nachvollziehbar. Das Internat im Bestand ist planerisch kaum behandelt, der Kühlraum fehlt.Die detaillierte Dokumentation des Wettbewerbs finden Sie demnächst auf GAT!
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