Protokoll der Jurysitzung
des offenen baukünstlerischen Wettbewerbes
zur Erlangung von Entwürfen für einen
Internatszubau der Landesberufsschule Fürstenfeld
Termin der ersten Jurysitzung:
Mittwoch, der 11. Juni 2003
Beginn: 9.15 Uhr
Ende: 17.30 Uhr
Ort: Billiardraum der Landesberufsschule Fürstenfeld
Adresse: Gürtelgasse 8, 8280 Fürstenfeld
Termin der zweiten Jurysitzung:
Dienstag, der 24. Juni 2003
Beginn: 9.15 Uhr
Ende: 17.30 Uhr
Ort und Adresse: wie oben
Anwesende (o.T.):
Hauptpreisrichter:
Steinegger Wolfgang (Vorsitzender)
Unterrainer Walter (stellvertretender Vorsitzender)
Justin Johannes Axel (Schriftführer)
Dreibholz Wolfdieter
Ersatzpreisrichter:
Lueger Ewald
Koberg Günter
Beratende Teilnehmer:
Prenner Josef
Vorprüfer:
Prietl Dietmar
Entschuldigt:
Frisee Walter
Stark Horst
Johs Dieter
Erste Jurysitzung:
TOP 1: Begrüßung durch den Hausherrn
Prenner begrüßt als Hausherr die anwesenden Jurymitglieder. Durch die Abwesenheit von Frisee und Stark vertritt er die Fachabteilung 14B. Details zur organisatorischen Abwicklung werden besprochen.
TOP 2: Beschlussfähigkeit des Preisgerichts
Der Vorsitzende stellt die Beschlussfähigkeit des Preisgerichts fest.
Prenner wird weiterhin als beratendes Mitglied ohne Stimmrecht (da er nicht als Ersatzpreisrichter nominiert war) an der Sitzung teilnehmen.
Die Teilnehmer werden auf ihre Verschwiegenheitspflicht hingewiesen. Etwaige Befangenheit wird hinterfragt und liegt nicht vor.
Ziel der ersten Jurysitzung ist es, von den eingereichten Projekten etwa 10 für die Endauswahl zu selektieren.
TOP 3: Bericht der Vorprüfung
Prietl berichtet:
33 Projekte wurden fristgerecht und anonym abgegeben.
Bei Projekt Nr. 2 fehlen diverse Unterlagen (etwa sind Räume, Grundrisse und Schnitte nicht beschriftet, daher nicht eindeutig identifizierbar).
Bei den Projekten Nr. 2, 5 und 30 wurden zusätzliche Kostenschätzungen abgegeben, die in der Ausschreibung nicht gefordert waren. Diese bleiben in Kuverts verschlossen und werden für die Bewertung nicht herangezogen.
Ein ausführlicher Bericht mit Kenndaten über jedes einzelne Projekt, insbesondere Bruttogeschossflächen, Bruttorauminhalte und andere Vergleichswerte, die sich kostenrelevant niederschlagen würden, wird an die Jurymitglieder ausgegeben und von Prietl vorgestellt.
Im Anschluss werden anhand dieses Berichts in einem ersten Sichtungsdurchgang die Projekte vom Vorprüfer einzeln vorgestellt.
Nochmals wird über die wichtigsten Themen im Zusammenhang mit der Bauaufgabe gesprochen: ?Sonderwohnen? in Zusammenhang mit Lernen, Gemeinschaft/Offenheit versus Rückzug/Geschlossenheit, der Bau als Antwort auf den Ort, Angemessenheit und auch Ausdruck, Maßstäblichkeit, Erschließung, Außenraumqualitäten.
TOP 4: Erster Wertungsrundgang
Es wird vereinbart, dass jedes Projekt, welches von einem Jurymitglied weiter besprochen werden möchte, also keine schweren städtebaulichen, funktionellen oder formalen Mängel aufweist und ausreichend innovativen Ansatz in sich birgt, in der weiteren Wertung verbleibt.
Es scheiden die Projekte Nr. 9, 11, 16, 20 und 27 (mit der Option auf Rückholung) aus.
Sodann wird der Antrag gestellt, dass Projekt Nr. 20 in die Wertung zurückzuholen. Diesem Antrag wird mit Stimmenmehrheit Folge geleistet.
TOP 5: Zweiter Wertungsdurchgang
In diesem Wertungsdurchgang werden Qualitäten und Mängel der einzelnen Projekte kurz beschrieben, sodann wird über den Verbleib mit einfacher Stimmenmehrheit entschieden.
Projekt Nr. 1:
Das Projekt ist durch einen klaren und kompakten Baukörper gekennzeichnet. Die Zimmeraufteilung mit der durchbrochenen Schrankwand wird gewürdigt, im Großen wird jedoch die banale Grundrissorganisation der Internatsräume mit der Mittelganglösung kritisiert. Das Freizeitatrium im Zwischenbereich von Alt- und Neubau liegt aufgrund der Enge extrem ungünstig. Die Brandschutz und Fluchtwegsituation ist nicht klar.
Der Antrag, das Projekt in der weiteren Wertung zu belassen, wird mit 0 : 5 Stimmen abgelehnt.
Projekt Nr. 2:
Der städtebauliche Ansatz, das Volumen in kleine Baukörper aufzuteilen, wird gewürdigt, das Konzept der ?tanzenden Häuser? scheint jedoch nicht ausreichend durchgehalten bzw. ist zu wenig dargestellt. Auch aus organisatorischen Gründen (etwa Personalaufwand) wird diese Konzeption kritisch gesehen.
Der Antrag, das Projekt in der weiteren Wertung zu belassen, wird mit 1 : 4 Stimmen abgelehnt.
Projekt Nr. 5:
Anerkannt wurden die Gruppenbereiche mit den vorgelagerten Freiplätzen. Die Eingangssituation ist nicht gut ausformuliert. Der Mehrzwecksaal und der Eingangsbereich stehen in keiner guten Beziehung zueinander.
Der Antrag, das Projekt in der weiteren Wertung zu belassen, wird mit 2 : 3 Stimmen abgelehnt.
Projekt Nr. 7:
Der Eingangsbereich und der Mehrzwecksaal sind gut situiert. Die Einsichtigkeit des Haupteingangs von der Straße ist jedoch nicht gegeben. Die außergewöhnliche Form des Baukörpers steht in keinem Bezug zur umgebenden Bebauung und zum Altbau. Die innenliegende Verkehrsfläche (Halle) im ovalen Baukörper ist kaum belichtet.
Der Antrag, das Projekt in der weiteren Wertung zu belassen, wird mit 1 : 4 Stimmen abgelehnt.
Projekt Nr. 8:
Die Situierung des Baukörpers steht in einem zu engen Abstand zum Altbestand. Der Platz zwischen den beiden Baukörpern lässt keine Vision für eine Freiraumgestaltung offen. Der Gebäudeschlitz zwischen den beiden Wohntrakten ist zu eng ausgebildet und lässt keine ausreichende natürliche Belichtung in den Untergeschossen erwarten. Gewürdigt werden der großzügig angelegte Vorplatz und der sanfte Übergang zum umliegenden Gelände.
Der Antrag, das Projekt in der weiteren Wertung zu belassen, wird mit 0 : 5 Stimmen abgelehnt.
Projekt Nr. 10:
Dadurch, dass der Baukörper aufgeständert angeordnet wird, erscheint das Objekt viergeschossig. Das optische Erscheinungsbild lässt hinter der Fassade eher ein Verwaltungsgebäude vermuten. Ein Bezug zu einem Internatsbau fehlt durch die Fassadengestaltung, die durch einen überzogenen Formalismus geprägt ist.
Der Antrag, das Projekt in der weiteren Wertung zu belassen, wird mit 0 : 5 Stimmen abgelehnt.
Projekt Nr. 13:
Durch die enge hofartige und geschlossene Anordnung des Zubaus entsteht eine Typologie, die dem Zweck eines modernen Internates widerspricht. Die Maßstäblichkeit der einhüftigen Anlagenform korreliert nicht mit den Bestandsobjekten.
Der Antrag, das Projekt in der weiteren Wertung zu belassen, wird mit 0 : 5 Stimmen abgelehnt.
Projekt Nr. 15:
Die Anordnung des Eingangsbereichs unter Einbeziehung des Mehrzwecksaales wird gewürdigt. Auch die Erschließung und die funktionalen Qualitäten werden positiv beurteilt. Innenräumlich und im Ausdruck des Baukörpers sind jedoch keine innovativen Ansätze erkennbar. Der monolitische Baukörper ist dem Altbestand zu nahe gerückt, die dazwischenliegenden Freiräume bieten keine Entwicklungsmöglichkeiten.
Der Antrag, das Projekt in der weiteren Wertung zu belassen, wird mit 2 : 3 Stimmen abgelehnt.
Projekt Nr. 17:
Die markante rundgestaltete Form des Objektes bringt keine räumliche und funktionale Qualität. Der Baukörper steht in keinem Bezug zur Umgebung und zum Altbau. Der innenliegende Hofbereich ist in seiner Dimensionierung unzureichend und nicht nutzbar.
Der Antrag, das Projekt in der weiteren Wertung zu belassen, wird mit 1 : 4 Stimmen abgelehnt.
Projekt Nr. 18:
Durch die Anordnung des Mehrzwecksaales und die Haupterschließung von der Straße her wird keine funktionale Qualität erreicht. Die Anbindung an den Hauptbaukörper ist mangelhaft. Der Reiz der Fassadendarstellung entspricht nicht der Darstellung der Grundrisse. Vor allem die überaus lange Mittelgangerschließung wird als negativ empfunden. Die Internatszimmer werden durch den quergestellten und überdimensionierten Nasszellenbereich in ihrer eigentlichen Nutzung stark eingeschränkt. Die Erschließungsflächen für die Zimmer sind einerseits überdimensioniert, andererseits sind die seitlichen Aufenthaltszonen zu gering bemessen.
Der Antrag, das Projekt in der weiteren Wertung zu belassen, wird mit 1 : 4 Stimmen abgelehnt.
Projekt Nr. 19:
Der an der Straßenseite angeordnete Baukörper verhindert die Sicht auf den Eingang, der sich auf der Restfläche entlang der Quererschließung zum Hauptbaukörper des Altbaus anhängt. Die schlichte, einfache und nicht innovative Mittelgangerschließung sowie die konventionellen Grundrisse der Internatszimmer werden negativ beurteilt.
Der Antrag, das Projekt in der weiteren Wertung zu belassen, wird mit 1 : 4 Stimmen abgelehnt.
Projekt Nr. 20:
Durch die Zweiteilung der Baukörper und den dazwischengeschalteten ?Tanzboden? wird eine unruhige Vorzone geschaffen. Die Erreichbarkeit des Mehrzweckraumes durch die Bewohner ist nur auf langem Weg möglich. Der extrem schmale mittlere Erschließungsflur wird negativ beurteilt. Die Dynamik der stark auskragenden Baukörper steht im Widerspruch zu den konventionellen Grundrissen bzw. Baukörpern.
Der Antrag, das Projekt in der weiteren Wertung zu belassen, wird mit 1 : 4 Stimmen abgelehnt.
Projekt Nr. 21:
Die Stellung des Baukörpers wird positiv bewertet, da eine gute Entwicklungsmöglichkeit für den Hofbereich absehbar wäre. Auch die Eingangslösung und die Erreichbarkeit des Mehrzwecksaales sind gut gelöst. Der Verbindungsgang zwischen Neubau und Altbau ist expressiv ausgeformt. Unklar bleibt die Gestaltung der Fassaden, insbesondere der Glasfassaden vor den bewohnten Bereichen. Die Gestaltung der Internatszimmer ist sehr konventionell und lässt keine innovative Wohnform erwarten.
Der Antrag, das Projekt in der weiteren Wertung zu belassen, wird mit 2 : 3 Stimmen abgelehnt.
Projekt Nr. 25:
Die Eingangssituation an der Rückseite des Gebäudes ist unklar. Der Mehrzwecksaal als eigener Baukörper verhindert die Entwicklungsfähigkeit des Hofes. Die Situation der Internatszimmer ist nicht gut gelöst. Proportion und Gestaltung des Baukörpers werden bemängelt.
Der Antrag, das Projekt in der weiteren Wertung zu belassen, wird mit 0 : 5 Stimmen abgelehnt.
Projekt Nr. 26:
Die Stellung der Baukörper und die Verbindung von Alt- zu Neubau sind spannungslos. Die Situierung des Gruppenraums am Verbindungsgang ist nicht überzeugend. Auch die Erweiterungen der Gangzonen mindern nicht die negativen Aspekte der Mittelganglösung. Der architektonische Ausdruck erscheint überzogen und steht im Widerspruch zur Schlichtheit des Gebäudes.
Der Antrag, das Projekt in der weiteren Wertung zu belassen, wird mit 1 : 4 Stimmen abgelehnt.
Projekt Nr. 28:
Positiv wird der Versuch einer Baukörpergliederung bewertet. Auch die zweiseitig belichteten Internatszimmer werden gewürdigt. Die Durchbildung der Baukörper und der Fassaden ist überzogen und nicht überzeugend. Die Formensprache entspricht nicht der Nutzung.
Der Antrag, das Projekt in der weiteren Wertung zu belassen, wird mit 0 : 5 Stimmen abgelehnt.
Projekt Nr. 29:
Die beiden Richtungen (Altbau und Straße) werden in zwei Gebäudeflügeln aufgenommen, wodurch ein interessanter Freiraum entstehen könnte. Die Erschließung der Baukörper sowie des Mehrzweckraums sind gut situiert. Die architektonische Durchbildung der Grundrisse sowie der Fassaden ist nicht überzeugend.
Der Antrag, das Projekt in der weiteren Wertung zu belassen, wird mit 2 : 3 Stimmen abgelehnt.
Projekt Nr. 30:
Die Stellung des Baukörpers zur Straße mit ausreichendem Abstand zum Altbau würde eine Entwicklung des Hofbereiches zulassen, diese wird jedoch durch den Einbau eines Solitärs beeinträchtigt. Die Eingangssituation im Hofbereich ist unglücklich gelöst.
Der Antrag, das Projekt in der weiteren Wertung zu belassen, wird mit 1 : 4 Stimmen abgelehnt.
Es verbleiben somit die Projekte Nr. 3 (5 : 0), 4 (3 : 2), 6 (3 : 2), 12 (3 : 2), 14 (4 : 1), 22 (Rückholung 4 : 1), 23 (4: 1), 24 (3 : 2), 31 (4 : 1), 32 (4 : 1), 33 (4 : 1).
TOP 6: Weitere Vorgangsweise:
Die verbliebenen 11 Projekte werden von der Vorprüfung eingehend überprüft und von der Jury bei der nächsten Sitzung am 24.06.2003 bewertet und gereiht.
Zweite Jurysitzung:
Nach der Begrüßung durch den Hausherrn und den Vorsitzenden wird die weitere Vorgangsweise besprochen:
TOP 1: Erster Rundgang ohne Wertung
Nach den Bewertungskriterien der Ausschreibung, insbesondere denjenigen Punkten, die während des ersten Teils als besonders wichtig empfunden wurden, werden die verbliebenen 11 Projekte besprochen. Es sind dies:
· Lage des neuen Baukörpers am Grundstück
· Beziehung des neuen Baukörpers zum Altbestand
· Beziehung des neuen Baukörpers zum Außenraum
· Gestaltung des Zwischenraums zwischen Alt- und Neubau
· Lage des Eingangs (in Verbindung mit Mehrzwecksaal)
· Baumassenverteilung am Grundstück
· Innere Organisation (insbesondere Wohnbereiche des Internats, Wegeführung zwischen Zimmern, Gruppenräumen, Mehrzwecksaal und Altbestand)
TOP 2: Bericht der Vorprüfung
Die vertiefte Vorprüfung der verbliebenen 11 Projekte wird in einer ausführlichen schriftlichen Dokumentation vorgelegt und von Prietl mündlich erläutert. Insbesondere wurden folgende Vorprüfungskriterien untersucht:
1. Barrierefreie Ausführung im Erdgeschoss
2. Einhaltung der städtebaulichen, bebauungs- und baurechtlichen Vorgaben
3. Die Flächenaufstellung, Raum- und Funktionsprogramm/statistische Vergleichswerte
4. Kostenschätzung, Überprüfung der grundsätzlichen Durchführbarkeit der Wett-bewerbsprojekte
TOP 3: Erster Wertungsdurchgang
Die einzelnen Projekte werden ein weiteres Mal besprochen und einer Wertung insofern zugeführt, als über deren Verbleib mit einfacher Stimmenmehrheit abgestimmt wird. Diese Bewertungsrunde führt zu folgendem Ergebnis:
Projekt Nr. 3:
Der Antrag, das Projekt in der weiteren Wertung zu belassen, wird mit 5 : 0 Stimmen angenommen.
Projekt Nr. 4:
Der Antrag, das Projekt in der weiteren Wertung zu belassen, wird mit 1 : 4 Stimmen abgelehnt.
Die städtebauliche Platzierung des Neubaus wird positiv bewertet. Der Eingangsbereich sowie der Zugang zu Foyer und Mehrzwecksaal sind gelungen, die außenräumliche Situation lässt Entwicklungsmöglichkeiten erkennen.
Der Vorschlag eines abgesenkten freien Zugangsbereiches zu den Garderoben im Kellergeschoss (Schmutzschleuse) wird als sehr gut gelöst angesehen.
Die funktionellen Kriterien sind erfüllt. Die flexible Nutzung des Mehrzweckraums ist gegeben. Der dargestellte Grundriss des Internatszimmers ist nicht optimal, es ergeben sich zwei ungleich gewichtete Plätze.
Die architektonische Gestaltung des Neubaus ist sehr spartanisch dargestellt und daher nicht im Detail nachvollziehbar.
Ökonomisch ergeben sich laut Vorprüfungsbericht günstige Daten.
Projekt Nr. 6:
Der Antrag, das Projekt in der weiteren Wertung zu belassen, wird mit 0 : 5 Stimmen abgelehnt.
Die städtebauliche Einbindung des Neubaus ist gut gelöst. Der gemeinsame Eingangsbereich zwischen Neu- und Altbau erscheint vorteilhaft.
Die funktionellen Kriterien sind weitestgehend erfüllt. Auch der Mehrzwecksaal ist in seiner Lage und verschiedener Bespielbarkeit gut gelöst. Jedoch erscheinen sowohl die innere Erschließung als auch die Erweiterungen der Gangbereiche zu ?Gruppenräumen? nicht günstig. Die Internatszimmer sind gut gelöst.
Die architektonische Gestaltung des Baukörpers ist zurückhaltend. Die für das Projekt charakteristische trapezförmige Grundrissgestaltung lässt innenräumlich keine wesentliche Verbesserung der Mittelgangerschließung erkennen.
Ökonomisch entspricht das Projekt den Vorgaben.
Projekt Nr. 12:
Der Antrag, das Projekt in der weiteren Wertung zu belassen, wird mit 0 : 5 Stimmen abgelehnt.
Der langgestreckte Baukörper wird in der Erdgeschosszone aufgestelzt. Die Anordnung der im Erdgeschoss liegenden Räume wird als lapidar empfunden und nutzt nicht die Möglichkeit, die sich in der Erdgeschosszone bieten würde.
Die innere Erschließung der Internatszimmer in den Obergeschossen ist spannend gelöst. Erschließungsflächen und Ruhezonen lassen in der Abfolge hohe Raumqualität erwarten. Dadurch, dass die Fluchtwege durch die so entstehenden Wohnbereiche führen, werden die zu erwartenden bau- und feuerpolizeilichen Auflagen nicht erfüllt und wird die Raumqualität bei allfälligen notwendigen Abänderungen komplett verloren gehen.
Die Lösung, den Baukörper sehr stringend und linear durchzubilden, wird von der Jury gewürdigt, ebenso die auf der Restfläche verbleibende Unterbringung von teilweise gedeckten PKW-Stellflächen.
Die ökonomischen Kriterien sowie die wirtschaftlichen Vorgaben bei Errichtung und Betrieb lassen sich durch das Projekt erfüllen.
Projekt Nr. 14:
Der Antrag, das Projekt in der weiteren Wertung zu belassen, wird mit 5 : 0 Stimmen angenommen.
Projekt Nr. 22:
Der Antrag, das Projekt in der weiteren Wertung zu belassen, wird mit 0 : 5 Stimmen abgelehnt.
Gewürdigt werden der kompakte Baukörper und die dargestellte Einfachheit der Fassadengestaltung.
Die Grundrissanordnung der Geschosse ist einfach und gut gelöst, jedoch erscheint die innenräumliche Organisation der Zimmereinheiten aber zu schematisch.
Im Erdgeschoss wird der Zugangsbereich mit dem schrägen Glaskörpereinschnitt als zu formal angesehen. Auch ist dadurch die Nutzung des Mehrzwecksaales stark eingeschränkt.
Die Neugestaltung des Vorplatzes und der Parkierung mit Verbindung zum Eingang wird gewürdigt.
Projekt Nr. 23:
Der Antrag, das Projekt in der weiteren Wertung zu belassen, wird mit 1 : 4 Stimmen abgelehnt.
Der senkrecht zum Internat stehende Baukörper ist durch den Vor- und Rücksprung des Erdgeschosses geprägt. Aus dieser Gestaltung lässt sich kein funktioneller Vorteil ablesen.
Die Gliederung der Grundrisse mit einer Mittelgangerschließung und den konventionell gestalteten Zimmergrundrissen entsprechen nicht den Erwartungen des Auslobers.
Die architektonische Haltung des Projektes erscheint in der Gestaltung zu reduziert.
Positiv wird der Eingangsbereich mit der zentralen Erschließung von Mehrzwecksaal, Internatswohnbereich und Altbau gesehen.
Projekt Nr. 24:
Der Antrag, das Projekt in der weiteren Wertung zu belassen, wird mit 3 : 2 Stimmen angenommen.
Projekt Nr. 31:
Der Antrag, das Projekt in der weiteren Wertung zu belassen, wird mit 3 : 2 Stimmen angenommen.
Projekt Nr. 32:
Der Antrag, das Projekt in der weiteren Wertung zu belassen, wird mit 1 : 4 Stimmen abgelehnt.
Ein kompakter Baukörper ist dem Altbau vorgelagert.
Funktionell wird der Entwurf des Internatszimmers positiv bewertet. Negativ erscheint die Lage des Mehrzwecksaals in dem, dem Eingangsbereich abgewandten Teil des Gebäudes (versteckt für externe Nutzung). Unglücklich erscheint die Baukörperverteilung im Bereich des Eingangs im Erdgeschoss (Wohnbereich Mädchen).
Ökonomisch liegt das Projekt im vorgegebenen Rahmen.
Projekt Nr. 33:
Der Antrag, das Projekt in der weiteren Wertung zu belassen, wird mit 4 : 1 Stimmen angenommen.
Es verbleiben somit fünf Projekte (3, 14, 24, 31 und 33) in der Wertung. Nach kurzer Diskussion wird sodann der Antrag gestellt, das Projekt Nr. 23 als Nachrücker in die Wertung zurückzuholen. Dieser Antrag wird einstimmig angenommen.
TOP 4: Projektdatenvergleich/Kostenschätzung der Projekte
Die Vorprüfung hat eine umfangreiche, sehr sorgfältig erarbeitete Kostenschätzung der Projekte vorgenommen, wozu sowohl die DIN 276/06.93 als auch die ÖNORM B 1801-1 herangezogen wurden. Diese Unterlagen sind in schriftlicher Form dokumentiert und werden dem Preisgericht vorgelegt sowie von Prietl für die in der engsten Wahl verbliebenen fünf Projekte detailliert vorgetragen.
TOP 5: Weiterer Durchgang ohne Wertung
In diesem Rundgang wird einmal mehr auf die innere Organisation eingegangen: Wegeführung, Gestaltung der Zimmer, Organisation der Gruppenräume etc.
Projekt Nr. 3:
Die äußere Erschließung ? Aufschließung des Zubaus und des Altbestandes ? erfolgt in eindeutiger Weise von den auf dem Restgrundstück verbleibenden Parkplätzen. Der eingeschossige Verbindungsbaukörper zum Altbestand lässt eine eindeutige Erschließung zu. Der Baukörper des Zubaus reagiert überzeugend auf den Altbestand und lässt eine bestmögliche Nutzung der innenhofartigen Außenräume erwarten.
Die geforderte Zuordnung der Nutzungen ist gut gelöst. Der Mehrzweckraum im Erdgeschoss ist auch für eine externe Nutzung gut situiert. Die Lösung der Zimmer und die sehr unterschiedliche Zonierung der einzelnen Bereiche innerhalb des Zimmers sind spannend, der Ansatz auf ?neues Wohnen? und ?Wohnen lernen? in sich birgt.
Die Gruppenräume liegen jeweils am Ende des Ganges, was vom Nutzer als ungünstig beurteilt wird.
Die sehr sachliche und unprätentiöse Durchbildung des Baukörpers und der Verbindungselemente zum Altbestand werden in ihrer architektonischen Haltung von der Jury positiv bewertet und entsprechen sowohl der Nutzung als auch den städtebaulichen Gegebenheiten.
Die ökonomischen Kriterien sowie die wirtschaftlichen Vorgaben bei Errichtung und Betrieb lassen sich durch das Projekt erfüllen.
Projekt Nr. 14:
- Positiv wird die hohe räumliche Qualität der Zimmer bewertet.
- Der Eingangsbereich inkl. Zugang zum Mehrzwecksaal ist gut gelöst.
- Unvorteilhaft erscheint der Jury die innere Erschließung über die relativ langen und engen Gangsituationen.
- Die (im 3-D-Bild dargestellte) vermeintliche Verschränkung der Baukörper ist aus der inneren Organisation und der Konstruktion nicht ableitbar. Ebenso ist der Verschränkungspunkt nicht deutlich als Knoten ausgebildet.
- Somit bringt der formale Gestaltungswille einige Zugeständnisse an die Grundrisslösung mit sich.
Projekt Nr. 24:
- Als besonders positiv wird die Organisation der Zimmer mit dem gemeinsamen Vorbereich für zwei Einheiten hervorgehoben.
- Die überzogene formale Lösung erscheint sowohl für die Funktion eines Internats, als auch für den Ort Fürstenfeld nicht angemessen, zu ?aufgeregt?.
- Die Gruppenräume liegen jeweils am Ende der Gänge nicht günstig.
- Durch die plastische Durchbildung des Baukörpers entstehen interessante Raumfolgen und Verbindungen zu den Freiräumen.
- Die viergeschossige Ausbildung mit dem abgesenkten Garagendeck ist sehr aufwendig und kostenintensiv.
- Positiv wird die signalhafte und dynamisch auskragende Durchbildung des gemeinsamen Eingangsbereiches gewürdigt.
Projekt Nr. 31:
- Die Stellung des neuen Baukörpers zum Altbestand erscheint zu eng.
- Der Eingangsbereich ist gut gelöst.
- Das Projekt ist sehr sparsam und reduziert, wodurch sich kurze Wege und geringe Kubaturen ergeben. Die Idee ist jedoch in ihrer Konsequenz und Poesie nicht entsprechend ausformuliert.
- Die Internatszimmer sind nicht optimal organisiert, in deren Nutzung ergeben sich zwei ungleichwertige Plätze.
Projekt Nr. 33:
- Die Zimmer sind ?schlafwagenartig? organisiert und nicht gut gelöst.
- Die Anbindung an den Altbau ist räumlich spannend.
- Die starke formale Ausprägung der blauen Betonhaut erscheint überzogen und sowohl der Aufgabe als auch dem Ort nicht zu entsprechen.
- Die Verteilung der Baumasse auf dem Parkplatz ist gut gelöst.
Es wird der Antrag gestellt, das Projekt Nr. 24 für den ersten Ankauf zu nominieren. Dieser Antrag wird einstimmig angenommen.
Es wird der Antrag gestellt, das Projekt Nr. 31 für den zweiten Ankauf zu nominieren. Dieser Antrag wird mit 4 : 1 Stimmen angenommen.
Mittagspause
Es wird der Antrag gestellt, das Projekt Nr. 31 gegen das Projekt Nr. 4 (Rückholung) auszutauschen. Als entscheidende qualitative Vorteile für diesen Antrag werden genannt:
So lobenswert bei Projekt Nr. 31 die Kompaktheit mit dem lichtdurchflutenden Luftraum auch erscheint, so undifferenziert ist seine Positionierung sowohl in Hinblick auf dem Bestand als auch zum Straßenraum. Die windmühlenartigen Erschließungsgänge sind beengt, der Übergang vom Altbau zum Neubaukörper stellt ein missglücktes Nadelöhr dar. Der Zimmergrundriss ist für die Bewohner ungleichwertig und wenig inspirierend.
Demgegenüber ist der Baukörper des Projektes Nr. 4 präziser gesetzt und schafft damit das Potential für einen qualitätsvolleren Außenraum. Der Zugang zur Garderobe ist originell, die innere Erschließung mit den zugeordneten Balkonen zeigt Ansätze von Raumqualität. Demgegenüber ist die Ausformulierung des Baukörperausdrucks unausgegoren, auch der Zimmergrundriss überzeugt nicht.
Im direkten Vergleich überwiegen jedoch die Qualitäten des Projektes Nr. 4 gegenüber dem Projekt Nr. 31.
Nach kurzer Diskussion wird diesem Antrag mit 3 : 2 Stimmen Folge geleistet.
TOP 6: Zweiter Wertungsdurchgang
Die drei für die Preisränge verbliebenen Projekte (3, 14, 33) werden nochmals ausführlich besprochen. Keines der Projekte erscheint der Jury ohne Überarbeitung realisierbar zu sein. Daher wird insbesondere auf die Entwicklungsfähigkeit der vorliegenden Entwürfe (bzw. die Behebbarkeit der vom Preisgericht erkannten Schwächen) eingegangen. Letztendlich wird der Antrag gestellt, den ersten Preis dem Projekt Nr. 3 zuzusprechen. Der Antrag wird einstimmig angenommen.
Folgende Überarbeitungsauflagen werden formuliert:
Das Siegerprojekt Nr. 3 bietet für die weitere Ausarbeitung ein hohes Entwicklungspotential. Die Jury regt an, im engen Zusammenwirken mit dem Nutzer folgende Punkte zu präzisieren und zu verbessern:
Die Schwachstellen bei der Anbindung des Neubaus an den neu geschaffenen Eingang sind zu eliminieren.
Die Gruppenräume bzw. Teeküchen in den zwei Obergeschossen sind ins Zentrum an die Verbindungsspange zu legen.
Die ausgesprochene Raum- und Nutzungsdifferenzierung der Zimmer und Erschließungszone ist weiter auszuarbeiten. Der Schlafbereich erscheint derzeit zu klein, es fehlt an Raum für konzentriertes Einzelstudium. Weiters ist zu prüfen, ob die Vorzonen der Individualbereiche für mehr als ein Zimmer ausgeformt werden können. Dies würde die streng kammartige Auffädelung der Individualzonen an den Wohngang auflockern.
Die Unterbringung von weiteren Stellplätzen auf dem Grundstück ist zu überprüfen, wofür sich der straßenseitige Außenraum anbietet.
Weiters ist zu überprüfen, ob die Oberlichten über den Wohnbereichen nicht mehr Probleme in Hinblick auf Überhitzung, Konstruktion und Kosten als tatsächlichen Nutzen bringen.
Es wird der Antrag gestellt, dem Projekt Nr. 33 den zweiten Preis zuzusprechen. Der Antrag wird mit 4 : 1 Stimmen angenommen.
Es wird der Antrag gestellt, dem Projekt Nr. 14 den dritten Preis zuzusprechen. Der Antrag wird mit 4 : 1 Stimmen angenommen.
TOP 7: Öffnung der Verfassungskuverts
Im Anschluss an den letzten Bewertungsdurchgang und Festlegung der Preisträger werden die Verfasserkuverts geöffnet:
Projekt Nr. 3 (1. Preis): 129176
Architekt Dipl.-Ing. Johannes Scheurecker, Wien
Projekt Nr. 33 (2. Preis): 030413
Architekt Dipl.-Ing. Heimo Math, Feldbach
Projekt Nr. 14 (3. Preis): 162331
Architekt Dipl.-Ing. Manfred Partl, Graz
Projekt Nr. 24 (1. Anerkennung): 471174
morearchitecture, Architekt Dipl.-Ing. Wladimir Goltnik, Graz
Projekt Nr. 4 (2. Anerkennung): 151617
Architekt Dipl.-Ing. Heimo Staller, Anger
Projekt Nr. 23 (Nachrücker): 358065
dreiplus Architektur, Architekten Diplomingenieure Baumgartner, Federspiel, Heil, Hoinkes, Graz
Projekt Nr. 1: 240541
Stadtgut, Architekt Dipl.-Ing. Nikolaus Westhausser, Wien
Projekt Nr. 2: 231232
Archipol + architekten, Arch. Dipl.-Ing. Alex Mautner & Ing. Harald Ofner, St. Johann, Wien
Projekt Nr. 5: 967007
Architekt Dipl.-Ing. Dr.techn. Roland Heyszl, Graz
Projekt Nr. 6: 200306
büro get, Architekt Dipl.-Ing. Andreas Karl, Graz
Projekt Nr. 7: 030609
Architekt Dipl.-Ing. Martin Strobl, Graz
Projekt Nr. 8: 180166
Architetto Francesco De Luca, Graz
Projekt Nr. 9: 101663
Architekt Dipl.-Ing. Günter Glatz, Graz
Projekt Nr. 10: 190589
Architekt Dipl.-Ing. Hajsok-Momic Zeljka, Graz
Projekt Nr. 11: 502010
Architekt Dipl.-Ing. Johannes Melbinger, Graz
Projekt Nr. 12: 312113
Architekt Dipl.-Ing. Dr.techn. Michael Grobbauer, Graz
Projekt Nr. 13: 675849
Architekt Dipl.-Ing. Gerhard Binder, Wien
Projekt Nr. 15: 765675
Architekt Dipl.-Ing. Hans Walter Tanos, Graz
Projekt Nr. 16: 075040
Architekt Dipl.-Ing. Georg Giebeler, Köln
Projekt Nr. 17: 101878
Architekt Dipl.-Ing. Harald Dablander, Hopfgarten
Projekt Nr. 18: 111111
Architekturbüro Pittino u. Ortner, Deutschlandsberg
Projekt Nr. 19: 833036
Architekt Hans Rudolf Kaponig, Graz
Projekt Nr. 20: 035141
Architekt Dipl.-Ing. Siegfried Loos, Bad Gleichenberg
Projekt Nr. 21: 753908
Architekt Dipl.-Ing. Hans Mesnaritsch, Graz
Projekt Nr. 22: 010696
Burger Rudacs Architekten, D-München
Projekt Nr. 25: 782303
Architekt Dipl.-Ing. Alfred Koth, D-Calw
Projekt Nr. 26: 547124
Architekt Dipl.-Ing. Paul Michael Pilz, Graz
Projekt Nr. 27: 611126
Architekt Dipl.-Ing. Ottokar Hessinger, Fürstenfeld
Projekt Nr. 28: 108117
Architekt Dipl.-Ing. Michael Kammlander, D-Berlin
Projekt Nr. 29: 121407
Architekturbüro Dipl.-Ingre. Burgstaller, Paier, Schmölzer, Graz
Projekt Nr. 30: 141158
Architekt Dipl.-Ing. Werner Kampits, Graz
Projekt Nr. 31: 084711
Architekt Dipl.-Ing. Reinhold Tinchon, Graz
Projekt Nr. 32: 121377
Architekt Dipl.-Ing. Adolph Kelz, Graz
TOP 8: Ausstellung der eingereichten Wettbewerbsarbeiten
Die Projekte sind wochentags von Mittwoch, 25.6.2003, bis Freitag, 11.7.2003, im Billiardraum der Landesberufsschule Fürstenfeld öffentlich in der Zeit von 8.00 Uhr bis 13.00 Uhr zu besichtigen.
Der Auslober ersucht die Teilnehmer, nicht prämierte Projekte entweder am Freitag, dem 11.7.2003, bis 13.00 Uhr, in Fürstenfeld oder von Dienstag, dem 15.7.2003 bis Freitag, dem 18.7.2003, in der Zeit von 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr bei der Landesimmobilien-GesmbH, Wartingergasse 43, 8010 Graz, im 8. HG, Zi.Nr. 82, abzuholen. Nicht abgeholte Projekte werden gemäß Auslobung für die Teilnehmer kostenpflichtig per Nachnahme an die Verfasser zurückgeschickt.