Werden und Sein der Bilder

Joseph Marsteurers „Bildbegehungen“ sind bis zum 14. Februar in den Minoriten Galerien, Mariahilferplatz 3/II in Graz möglich.

22/01/2007

Joseph Marsteurers „Bildbegehungen“ sind bis zum 14. Februar in den Minoriten Galerien, Mariahilferplatz 3/II in Graz möglich.

Werden und Sein der Bilder

Fragen um die Bildwerdung gibt der Leiter des Kulturzentrums bei den Minoriten, Johannes Rauchenberger, als Leitlinie für das Programm der Minoriten Galerien 2007 vor. Wann wird etwas im Kontext der bildenden Kunst zum Bild? Welcher Materialien, welcher inhaltlichen und formalen Voraussetzungen oder Ambitionen bedarf es und zu welcher Zeit respektive ab welchem Zeitpunkt entsteht aus grafischem und malerischem Engagement ein Bild? Fragen, die letztgültig, so die gleichwohl optimistische Prognose, kaum zu beantworten sein dürften, die aber eine programmatische Arbeitshypothese allemal zu tragen in der Lage sind und die Präsentation reflexiver und selbstanalytischer Kunst in einem Spannungsfeld zwischen Produktion, Ausstellung und Forschung plausibel erscheinen lässt.

In seinen die Malerei analysierenden Arbeiten sucht der Wiener Joseph Marsteurer nach Kriterien für Konstellationen potentieller Bilder. Er separiert Malmittel und Bildträger, die im konstruktiven Prozess für die Ausstellung „Bildbegehungen“ arrangiert werden. So entstehen Bildräume und formale Inhalte, die mittels eines Rastersystems aus Hartfaserplatten in räumliche und begehbare Installationen übertragen werden. Der potentielle Charakter dieser Instant-Bilder bleibt sichtlich erhalten und entspricht einer auf Zeit begrenzten Konstellation, die den weitgefassten Konventionen der Bildrezeption entsprechen, die aber in einer Neuanordnung allenfalls unterschiedlich ausfallen könnte. Abseits der Installationen stellt Marsteurer auch die Malmittel zur Verfügung – großformatige Pinselstriche als reine Farbe, datiert und in ihren Farbanteilen dokumentiert, aufgerollt und in Kartons verpackt.

Problemen der Bildwerdung widmen sich die Minoriten Galerien auch in den folgenden Projekten mit einem Crossover der Künste unter dem Titel „Schatten“. In Auftragsarbeiten der Sparten Literatur, Fotografie, Skulptur, Performance und Neue Musik behandeln neben anderen mehr Eric Aupol, Christian Eisenberger, Ilse Kilic, Kurt Straznicky und Josef Winkler zum Aschermittwoch die Kehrseite des Lichts (ab 21. Februar). Auf den ersten Blick profane Medien bringt Klaus G. Gaida ab 17. März in den Kunstkontext, indem er Bierdeckel mit anonymen Kritzeleien aus einem belgischen Dorf ausstellt: „Es fünf aber die“ wird als Zitat zum Titel und eröffnet ein weiteres Mal die Diskussion der nur scheinbar redundanten Frage, was ein Bild zum Bild macht.

Minoriten Galerien

Mariahilferplatz 3/II

A-8020 Graz

T 0316/71 11 33

Öffnungszeiten:

MO-FR 10.00-18.00 Uhr u.n.V.

Verfasser/in:
Wenzel Mracek, Empfehlung

Weiterführende Links

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„Was ist ein Bild?“ fragt Joseph Marsteurer

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