Das Experiment “one2one optimales Wohnen auf minimalem Raum“ hat seine Alltagstauglichkeit bewiesen: Ein Jahr danach, oder wie aus (skin)gspan Tante-Ju wurde, deLUX zu Landespreisehren kam und 365 bewegtes wohnen noch auf seine Nachnutzung wartet.
Zur Erinnerung: Im März letzten Jahres wurden wir Zeugen eines außergewöhnlichen Prozesses; 18 Studierende der Architekturfakultät der TU Graz bauten auf dem Mariahilferplatz innerhalb einer Woche drei sehr unterschiedliche Raumhüllen, die alle denselben Anspruch hatten, nämlich auf einem Minimum an Fläche ein Maximum an Wohnqualität für zwei Erwachsene zu bieten, dabei noch clusterfähig und leicht abbau- und wieder aufbaubar zu sein. Dem voran gegangen war ein intensiver Entwurfsprozess unter der Leitung von Ao. Univ.-Prof. DI. Dr. techn. Peter Schreibmayer am Institut für Architekturtechnologie.
Für gewöhnlich landen derlei Experimente irgendwo im Niemandsland irgendwelcher Speicher, werden sich selbst überlassen, bis sie schlimmstenfalls auf der Müllhalde der Studentenprojekte landen, sofern ihre Bestandteile nicht anderweitig Verwendung finden. Nicht so im Falle der drei Wohnmodelle, die ihre Praxistauglichkeit auf sehr unterschiedliche Weise unter Beweis stellten. Ihr Aktionsradius reicht vom Burgenland bis Südafrika. Während deLUX gleich einmal beim Architekturpreis des Landes Burgenland 2008 von sich reden machte und mit einer Auszeichnung bedacht wurde, begab sich (skin)gspan auf große Reise, um schließlich in Südafrika vor Anker zu gehen. 365 bewegtes wohnen ist zu Hause geblieben. Der Option, Teil des Pixelhotels anlässlich der Kulturhauptstadt Linz 09 zu werden, wurde gegenüber der fixen Zusage des Aufbaus anlässlich der Mountainbike EM als VIP Lounge der Vorzug gegeben. Daraus wurde nichts und so hat es ein Privater gekauft und wird es diesen Sommer seiner neuen Bestimmung zuführen.
Und was ist das für eine Geschichte mit der Tante-Ju?
Andere 16 Studierende desselben Institutes stellten sich mit ihren BetreuerInnen gleichfalls der Herausforderung, Geplantes im Maßstab 1:1 zu bauen, taten dies aber am südlichen Ende der südlichen Hemisphäre, wo nichts Geringeres als eine Schule entstand, das Ithuba Skill College in Johannesburg, Südafrika (GAT berichtete, siehe Link am Ende dieser Seite).
Was hier noch fehlte, gab es zuhause - eine Unterkunft für die Lehrerinnen und Lehrer: Also rein in den Container mit (skin)span, und los ging die Reise nach Südafrika. Die Betreuer DI Gernot Kupfer und Renate Ziegler, Rene Präsol vom Projektteam (skin)gspan reisten per Flugzeug nach und bauten ihr Projekt wieder auf. Im neuen Outfit mit einer Fassade aus Wellblech, unter neuem Namen und mit ergänztem Innenausbau bietet das, was bei uns ob seines sparsamen Raumangebotes für zwei Personen Erstaunen auslöst, Raum für einen Lehrer, seine Frau und ihre beiden Kinder.
Eigentlich freue ich mich schon darauf, nächstes Jahr wieder den Spuren der drei zu folgen, um zu schauen, was aus ihnen geworden ist.
Die one2one-Teams im Überblick
Leitung:
Ao.Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Peter Schreibmayer, Institut für Architekturtechnologie, TU Graz
Assistentin: Theresa Kalteis
Team Delux:
Katharina Volgger
Maida Coric
Albert Ludwig Eljavec
Matthias Gumhalter
Christian Reschreiter
Andreas Jaklin
Team 365 bewegtes wohnen:
Johanna Haderer
Verena Sommerbichler
Johannes Kerschner
Robert Kogler
Martin Tappeiner
Philipp Erkinger
Team (skin)gspan:
Renate Ziegler
Ines Seehalter
Hermann Nussdorfer
Rene Präsol
Thanh Ho Peter Ngo
Matthias Salzmann
- Verfasser/in:
- Ute Angeringer-Mmadu, Bericht
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