... anlässlich des autofreien Tages in Graz, der am 22.09.2009, nach einführenden Worten von Bgm. Siegfried Nagl, Bgm.-Stv.in Lisa Rücker und LR.in Kristina Edlinger–Ploder, um 16.00 Uhr (!) startete.
Was ist die Zeit? Wird sie je ein Ende finden? Und können wir in der Zeit zurückgehen? Und wann gibt es endlich Frühstück? Diese und ähnliche Fragen versucht Stephen Hawking seit geraumer Zeit zu beantworten.
Nun aber eine wirklich knifflige Frage: Wann beginnt der Tag? Sagen Sie nicht, das sei allgemein bekannt. In Graz erfährt man, wie angewandte Quantentheorie aussehen kann.
Der autofreie Tag wird feierlich um 15.00 Uhr eröffnet. Das ist einmal ein wirklich großzügiger Umgang mit Zeit. Der Tag beginnt erst dann, wenn der Bürgermeister Zeit hat. Der Bürgermeister als Herr der Zeit. Das sollte Schule machen. Alle lästigen Pflichttermine werden rigoros gekürzt. Dauern offiziell aber tagelang. Eine souveräne Deutung der Relativität.
Nein, das ist nicht Schwachsinn, das ist höheres Wissen, ein Wissen, das um seine Beschränkung weiß. Die Zeit als willkürliches System lässt sich auch willkürlich einteilen.
Der Bürgermeister hat nur bewiesen, dass er seinen Hawking gelesen und verstanden hat: „Es sieht so aus, als hätte jeder Beobachter sein eigenes Zeitmaß, seine eigene Uhrzeit, und als würden auch dieselben Uhren, von verschiedenen Beobachtern benutzt, in ihren Angaben nicht unbedingt übereinstimmen.“ Und daraus kann dann durchaus gefolgert werden, dass der Tag um 15.00 eröffnet wird und um 16.00 so richtig beginnt.
Warum nicht einen gedankenfreien Tag einführen, der um 8.00 Uhr früh beginnt, also in den Amtsstunden, mit offenem Ende? Die Gedanken sind frei, der Geist weht, wo er will, wie frei werden wir erst sein, wenn wir gar nicht denken? Uns keine lästigen Fragen stellen?
Und niemandem Rede und Antwort stehen müssen?
- Verfasser/in:
- Günter Eichberger, Glosse ...
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