Die Vortrags- bzw. Gesprächsreihe „Wohnbau-Tetris“ des Instituts für Wohnbau/TU Graz präsentiert in Form von Vorträgen und moderierten Gesprächen ArchitektInnen und ArchitekturtheoretikerInnen unterschiedlicher Generationen, die Wohnbaugeschichte geschrieben haben und noch schreiben.
Der zweite öffentliche Block der Wohnbau-Tetris, die nach den Regeln des bekannten Computerspieles aufgebaut ist, bestand aus drei Vorträgen, „maßstäblich“ aufgebaut vom Innenraum über den Wohnbau bis zum Städtebau:
Die Grazer Architektin Doris Dockner präsentierte ihren sehr sensiblen Zugang zur Architektur mit ihren kreativen und in künstlerischer Hinsicht außergewöhnlichen Raumgestaltungen, die durch unterschiedliche Einflüsse ihre individuelle Prägung erhalten, z.B. durch besondere Funde vor Ort wie Ammoniten und Korallen, Inspirationen aus Bali und Metaphern wie Gedankenflüsse. Im einem „Coachingroom“ ermöglichen Ausblicke in virtuelle Welten den Blick auf neue Horizonte und dienen somit auch als berufsunterstützendes Medium für die Auftraggeberin.
Martin Lesjak, Gründungsmitglied der Planungsgruppe INNOCAD und als Architekt, in der Projektentwicklung und als Bauträger tätig, führt durch die Welt des Wohnens aus seiner eher pragmatischen aber genauso leidenschaftlich motivierten Sicht. Die Metamorphose einer Wohnungs- bzw. Grundrisstypologie schafft durch einfachste Mittel ungeheure Vielfalt und Flexibilität. Die prinzipiell monochrome Gestaltung der Bauten von INNOCAD wird immer wieder überlagert durch überraschende, oft poetische bzw. narrative Elemente wie z.B. das Rosenmotiv als eine Referenz an die Zeit des Spätbarock, aus der das Gebäude stammt.
Thomas Pucher, ebenfalls in Graz ansässiger Architekt, schafft eine Erweiterung des Blickfeldes der Zuhörer, indem er den großmaßstäblichen Entwurf für eine Stadt in Finnland präsentiert. Aufbauend auf zahlreichen ortspezifischen, klimatischen, energetischen und ökologischen Recherchen entsteht ein städtisches Gefüge, das durch die Form einer Schneeflocke, die das ökologische Ziel sogar eher erreicht als es z.B. ein Raster tun würde, rationale Konzeption mit poetischer Gestaltung nicht als Widerspruch, sondern als selbstverständliche Einheit in Erscheinung treten lässt.
Das anschließende Gespräch der ReferentInnen verschaffte dem Publikum durch die außergewöhnlichen Fragen des Moderators Mark Blaschitz, Gründungsmitglied von SPLITTERWERK und Professor für Wohnbau und Entwerfen an der Staatlichen Akademie für Bildende Künste in Stuttgart, noch eine spannende und informative Stunde.
> NÄCHSTER TERMIN in der Reihe "Wohnbau-Tetris":
Wolfdieter Dreibholz
"Vom Modell Steiermark in Graz bis zu Coop Himmelblau in Wien."
WANN: Dienstag, 15. Juni 2010, 19.00 Uhr
WO: TU Graz HS II, Alte Technik, 1.KG
Rechbauerstraße 12, 8010 Graz
Idee, Konzept und Organisation der Vortrags- und Gesprächsreihe "Wohnbau-Tetris":
DI Dr. Marlis Nograsek
Institut für Wohnbau
Architekturfakultät / TU Graz
http://wohnbau.g03.net
- Verfasser/in:
- Marlis Nograsek, Inst. f. Wohnbau; TU Graz



