Die Vertreibung meinerseits aus dem öffentlichen Raum erfolgt diesmal etwas brutaler, als seinerzeit auf dem Freiheitsplatz (siehe LINK am Ende dieser Seite), nämlich, indem der öffentliche Raum gleich vernichtet oder zusammengeschrumpft wird.
Ich hatte endlich einmal ein wenig Freude mit Graz und seiner Haltung zum öffentlichen Raum. Beim Neubau der FH Joanneum in der Eggenberger Allee wurde ein echter, städtischer Vorplatz geschaffen, der Bedeutung und Nutzung des Gebäudes entsprechend. Ich war, als ich das sah, richtig ergriffen - endlich haben Menschen, Planer, Beamte, städtebaulich großzügig gedacht und getan. Ich stellte mir vor, wie sich Student/innen hier treffen, wie Menschen, in Eggenberg wohnhaft, auch diesen Raum genießen können und habe wieder an die mögliche Zukunft städtebaulichen Denkens in Graz geglaubt. Ein wenig verwundert war ich nur über die eigenartige Bepflanzung des Vorbereiches, es hat so nach Wildnis ausgesehen und lud nicht zum Aufenthalt ein.
Aus mit der Freude, aus mit meiner Ergriffenheit, weg ist er der öffentliche Raum. Zu Grabe getragen - zur Grube verwandelt.
Heute gesehen anlässlich einer Tagung in der FH. Conclusio: nichts ist fix, aber jeder Wahnsinn möglich.
Der Raum wird verbaut - die Öffentlichkeit vertrieben....doch keine Zukunft für den Städtebau in Graz....und jetzt ist mir auch klar, warum der Bereich vorher nicht zum Betreten und Verweilen einlud, es war ja nie gedacht, dass man hier dauerhaft verweilen soll, also sollte kein Gewohnheitsrecht daraus entstehen.
- Verfasser/in:
- Architektin Elisabeth Lechner, freie Meinung
