Urban Renewal of Industrial Zones am Beispiel der VEB Fortschritt Herrenbekleidung Berlin

Das Institut für Wohnbau der Architekturfakultät der TU Graz nahm auch in diesem Studienjahr wieder mit 30 Studierenden an einem Internationalen Workshop in Leipzig teil.

02/02/2010

Das Institut für Wohnbau der Architekturfakultät der TU Graz nahm auch in diesem Studienjahr wieder mit 30 Studierenden an einem Internationalen Workshop in Leipzig teil. Die CG Holding Leipzig hatte unter dem Thema „Urban Renewal of Industrial Zones“ einen Wettbewerb ausgelobt, an dem Studierende und Lehrer der University INHOLLAND, der Chalmers University Göteborg, der HTW Dresden, der Fachhochschule Joanneum und der TU Graz teilnahmen.

Start-Up war ein gemeinsamer Workshop (Organisation Christian Becker / INHOLLAND im November 2009 in Leipzig, bei dem die Studierenden in international gemischten Gruppen (insgesamt waren 15 Nationen vertreten) Konzepte für eine Neunutzung der Industriebrache „VEB Fortschritt Herrenbekleidung Berlin“ erarbeiteten.

Im Laufe des Wintersemesters 2009/10 haben die Grazer Studierenden im Rahmen der Lehrveranstaltung „Entwerfen“ unter der Leitung von Marlis Nograsek / Institut für Wohnbau (mit Studienassistentin Andrea Glapa) und Mark Blaschitz / SPLITTERWERK, die Konzepte zu Entwürfen ausgearbeitet. Am Donnerstag, den 21. Jänner 2010 wurden die Projekte an der TU Graz präsentiert und von einer Fachjury, bestehend aus Rainer Kuchenbrodt, als Vertreter der CG-Holding, Christian Becker / INHOLLAND und Wolfgang Schmied / FH Joanneum die besten Projekte ausgewählt und prämiert. Die BetreuerInnen der Lehrveranstaltung waren anwesend, um eventuelle Unklarheiten zu beseitigen, hatten aber bezüglich des Juryurteils kein Stimmrecht. Die Jury entschied zwei 2. Preise, einen 3. Preis und einen Sonderpreis bzw. Ankauf auszuloben.

2. Preis: Temporary Variety Temporary Living – (Con-)Temporary Art

von Sandra Schmuck und Elisabeth Weber

Kunstproduktion, temporäre Ausstellungen und temporäres Wohnen werden hier nicht nur miteinander verbunden, sondern durchdringen einander ebenso wie die neuen Einbauten und das alte Gebäude. Das Thema des Wandels in der Zeit wird auch nach außen hin durch die Überlagerung der Medienwand mit der Jugendstilfassade ausgedrückt. Ausgehend von den Ausstellungsräumen im Erdgeschoß, werden ab dem 1. OG Wohnungen und Atelierräume in dynamischer Positionierung eingefügt, nach oben hin verdreht und zu Wohnungen verdichtet. Die Erschließungszonen dienen gleichzeitig der Präsentation der vor Ort geschaffenen Arbeiten.

2. Preis Lückenfüller

Alicia Leopold, Peter Mayrhofer

Nach ausführlicher Recherche über den Bezirk Lichtenberg und dessen Mängel hinsichtlich Kultur- und Freizeiteinrichtungen und Wohnungen für unterschiedliche Zielgruppen wird das Auffüllen dieser Lücken zum Ziel der VerfasserInnen. Das Eckgebäude aus den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts, das im Moment die alte Fabrik vor der Öffentlichkeit versteckt, erhält eine neue zeitgemäße Hülle und eine große Lücke, durch die das renovierte Jugendstilhaus sichtbar und gleichzeitig in einen Rahmen gestellt wird. Ein (Stadt-)Reihenhaus mit vorgelagerten Gärten erweitert das Wohnungsangebot, das im Altbestand in Form von großzügigen Lofts ausgebildet wurde.

3. Preis: Spiegelplatz

Kanita Elezovic, Aljaz Iskra

Um die ehemalige Repräsentationsfassade des Jugendstilgebäudes wieder als solche wirken zu lassen, wird ein großer Platz davor geschaffen, der in Lichtenberg bisher fehlt. Corporate Identity dieses Meeting Points ist eine, in Einzelteilen bewegliche, Spiegelwand, die die renovierte Fabrik immer wieder anders reflektiert. Die Erdgeschoßzone beinhaltet zum Platz hin öffentliche Einrichtungen, in den oberen Geschoßen werden Wohnungen unterschiedlicher Größe untergebracht.

Ankauf: Lichtenberg Farm

Caroline Puchleitner, Sanja Subasic

Ausgehend von der Problematik der Tiertransporte, den langen Wegen, die unsere Nahrungsmittel zurücklegen, der Gefährdung der Gesundheit durch Junk-Food

und aufgrund des Leitbildes für den Bezirk Lichtenberg in Berlin, dessen Ziele auf Gesundheit, Ökologie und Agrarwirtschaft aufbauen, schaffen die beiden Projektverfasserinnen unter großzügiger Freiräumung des Grundstückes Agrarflächen und Tierweiden in zentraler Lage. Die Farm, deren Mittelpunkt die ehemalige Fabrik darstellt, beinhaltet Stallungen, Verkaufsflächen für die biologischen Produkte, Wintergärten für den Gemüseanbau und Seminarräume, die vor allem für die umliegenden Schulen als Lehrräume dienen können.

Während der Jurysitzung kam Frau Prof. Hain, Vorstand des Institutes für Stadt -und Baugeschichte und vergab spontan einen Sonderpreis für das Projekt „Urban Jungle“. Mark Blaschitz gab als Vertreter des Büros SPLITTERWERK ebenfalls einen Sonderpreis an das Projekt Folkethus. Marlis Nograsek schließt sich als Vertreterin des Wohnbauinstitutes diesen beiden Entscheidungen an.

Sonderpreis „Urban Jungle“

von Melanie Pils und Susanne Roth

Lichtenberg weist sehr viele Grünflächen auf. Dieses Thema nehmen die beiden Verfasserinnen auf und verdichten in ihrem – metaphorisch interpretierten - Projekt dieses Grün zu einem Dschungel, der durch neu gebaute Wohntürme begrenzt wird. Eine Kunstuniversität mit Bibliothek, Galerie und Ateliers im Altbau steht im Mittelpunkt des alles überwuchernden und auch das Innere durchdringenden Grüns, durch das man sich entweder seine Wege selbst schlagen kann oder wo man über ein Netzwerk von Verbindungsbrücken überall hingelangen kann.

Sonderpreis „Folkethus“

von Stefan Haas und Christoph Ringhofer

Die Fabrik wird der Bevölkerung von Lichtenberg zur Verfügung gestellt. Diese Öffnung für das Volk drückt sich auch im Abriss der umliegenden, nach Meinung der Verfasser nicht mehr erhaltenswerten Gebäude aus. Eine neue Hülle wird sowohl über die Oberfläche des so entstandenen großen Platzes, als auch über das dadurch in den Mittelpunkt gerückte Volkshaus gestülpt, deren Pixel je nach Nutzer zur Präsentation ihrer (Kunst-) Werke, ihrer Arbeitsweise oder je nach Bedarf jeweils unterschiedlich belegt bzw. programmiert werden können.

Die Arbeiten können im Februar 2010 im Wohnbaulabor des Institutes für Wohnbau an der TU Graz besichtigt werden.

Kontakt:

Marlis Nograsek, Institut für Wohnbau, TU Graz

Mandellstraße 13, 1.Stock

T 0316 / 873 4263

Verfasser/in:
Marlis Nograsek, Inst. f. Wohnbau; TU Graz

Weiterführende Links

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Plakat
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2. Preis "Temporary Variety Temporary Living – (Con-)Temporary Art", von Sandra Schmuck und Elisabeth Weber
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Preisverleihung an Sandra Schmuck und Elisabeth Weber
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2. Preis "Lückenfüller", von Alicia Leopold, Peter Mayrhofer
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Alicia Leopold und Peter Mayrhofer
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3. Preis "Spiegelplatz", von Kanita Elezovic und Aljaz Iskra
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Kanita Elezovic und Aljaz Iskra
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Ankauf "Lichtenberg Farm", von Caroline Puchleitner, Sanja Subasic
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Caroline Puchleitner und Sanja Subasic
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Sonderpreis „Urban Jungle“, von Melanie Pils und Susanne Roth
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Melanie Pils und Susanne Roth
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Sonderpreis „Folkethus“, von Stefan Haas und Christoph Ringhofer
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Preisverleihung an Stefan Haas und Christoph Ringhofer

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