Nach einem Start-Up-Workshop in der Baumwollspinnerei in Leipzig, den Christian Becker (University INHOLLAND, Haarlem, NL) veranstaltet hatte, erarbeiteten angehende ArchitektInnen der TU Graz Vorschläge für die Neunutzung der ehemaligen Stahlfabrik >Gohliser Höfe< in Leipzig. Der Inhaber, Christoph Gröner von der CG Holding hatte unter dem Thema >Urban Renewal of Industrial Zones< einen Wettbewerb für mehrere Industriebrachen ausgelobt, an dem die University INHOLLAND, die Fachhochschule Joanneum und die TU Graz teilnahmen.
Im Rahmen der Lehrveranstaltung Entwerfen am Institut für Wohnbau der TU Graz wurden die Konzepte unter der Leitung von Marlis Nograsek und Mark Blaschitz / SPLITTERWERK zu Entwürfen ausgearbeitet und am Mittwoch, den 28. Jänner 2009 einer Fachjury, bestehend aus Christoph Gröner, Christian Becker, Bernd Steinhuber / INNOCAD und den beiden Betreuern der Lehrveranstaltung, präsentiert.
Die Jury vergab zwei erste Preise an die Projekte
„Networks Factory“, verfasst von Adina Camhy, Katharina Dielacher, Hanna Geisswinkler, Christina Klappacher und „The Floating Bow“, von Judith Urschler und Rita Lopez dos Santos.
Den 3. Preis erhielt das Projekt „Alte Dame sucht …“, von Klaus Hyden, Markus Meirhofer und Tobias Ziegelmeyer.
Je ein Special Reward ging an das Projekt „Schrittmacher“, von Andrea Glapa, Elsbeth Harkamp, Claudia Kresser und Stefanie Sorger-Domenigg sowie an „Gohlis 2089“ von Anna Katrin Rottmann und Josef-Matthias Printschler.
PROJEKTBESCHREIBUNGEN
„Networks Factory“ nimmt das Thema der Messestadt Leipzig auf und bietet sowohl für Aussteller als auch für Besucher Boarding Houses zur Erfüllung ihrer Bedürfnisse hinsichtlich Wohnen, Arbeiten und Freizeit. Die schlüssige Konzeptidee und die konsequente Umsetzung des Themas Networking im Entwurf wurden von der Jury sehr positiv bewertet.
„The Floating Bow“, dessen Inhalt Wohnungen sind, nimmt die Dynamik des Altbestandes auf und beugt sich als „weißer Prinz“ über die gealterte „Maid“, die dadurch zu neuem Leben erweckt wird und sich nun für Neues öffnet: Büros, Fitness- und Spa-Bereiche. Der poetische Ansatz und die formale Ästhetik des Projektes haben die Jury überzeugt.
„Alte Dame sucht …“ junge dynamische Menschen, mit oder ohne Anhang, die den Kreislauf der 135 Jahre alten Dame (Altbestand) wieder in Schwung bringen. Die Konsequenz der reinen Sanierung im Außenbereich der Fabrik bietet einen spannenden Kontrast zur dynamischen Innenraumgestaltung der Bauten, die sowohl dem Wohnen, als auch der Bildung, Bewegung und der Präsentation dienen.
„Schrittmacher“ baut auf einer wissenschaftlichen Analyse der Fabrik und deren Produktionsabläufen auf. Entlang des Raum organisierenden Stranges, der gemeinsam mit den eingeplanten Impulsräumen sowohl Erschließung als auch jegliche Infrastruktur bietet, besteht für die zukünftigen Benutzer die Möglichkeit, Räume je nach Bedarf anzumieten, sowohl im renovierten Altbestand, als auch im neu errichteten Abschnitt, der als zeitgemäße Interpretation der ursprünglichen Gebäudehülle folgt.
„Gohlis 2089“ ist ein Impulsprojekt, das sich vorerst über 80 Jahre - ausgehend von der Lebensdauer eines Menschen und darüber hinaus - erstreckt. Ausgangspunkte (Leben als ein spontanes Ereignis zwischen zwei Punkten), deren Situierung durch Frequenz und Volumen des vor Ort aufgenommenen Sounds bestimmt werden, werden durch ein räumliches Geflecht verbunden, das sich durch die Fluktuation der Zeit und die Veränderung der Parameter, je nach Bedarf selbst generiert.
AUSSTELLUNG
Alle Wettbewerbsprojekte sind bis 10. Februar 2009 im Foyer der TU Graz, Rechbauerstraße 12, ausgestellt.
- Verfasser/in:
- Institut für Wohnbau,
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