Die Unabhängigen Initiative Pensionssicherung ZiviltechnikerInnen und die plattform kontra we2000 rufen zur Unterschriftenaktion für eine Überführung der ZT-Wohlfahrtseinrichtung ins staatliche Pensionssystem auf.
Die konkrete gemeinsame Forderung ist:
- Die Totalüberführung der Wohlfahrtseinrichtung (WE) in das staatliche Pensionssystem bis 31.12.2011 ohne Verluste der bereits geleisteten Beitragsjahre und Beitragsleistungen.
Die Unabhängige Initiative Pensionssicherung ZiviltechnikerInnen fordert zudem:
- Die Ernennung eines mindestens 6-köpfigen kompetenten Verhandlungsteams zur raschen und konsequenten Verhandlungsführung innerhalb der nächsten 2 Monate auf politischer Ebene.
- Die Forderung nach einer gemeinsamen Verhandlungslinie.
- Und eine transparente Verhandlungsdokumentation sämtlicher Verhandlungstermine (Protokolle) die innerhalb von 10 Tagen auf der Homepage der Kammer allen Mitgliedern zugänglich zu machen sind.
Was soll der Übertritt ins staatliche System bringen:
- Risiko und eine ev. erforderliche Ausfallshaftungen werden von der ganzen Gesellschaft übernommen.
- Anrechnung der im ASVG und GSVG erworbenen Beitragszeiten. Bereits einbezahlte Beiträge verfallen nicht mehr. (Es ist damit möglich innerhalb seines Berufslebens unterschiedliche Tätigkeiten auszuüben)
- ZiviltechnikerInnen werden so gestellt wie andere Berufsgruppen auch. Staatliche Zuschüsse werden wie bei allen anderen Pensionssystemen lukriert.
POSITION DER BUNDESKAMMER:
Aufgrund zahlreicher Reaktionen von Kammermitgliedern zur Unterschriftenaktion hat die Bundeskammer der ZiviltechnikerInnen am 23.03.2011 nachfolgendes Rundmail zu ihrer Position an die Mitglieder verschickt:
Betreff:
ALTERSVORSORGE DER ZIVILTECHNIKER/INNEN - POSITION DER BUNDESKAMMER
Wien, 23. März 2011
Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
in den letzten Tagen und Wochen wurde unsere Kammer vermehrt mit Anfragen zur Zukunft der WE (Wohlfahrtseinrichtungen), einem für jedes einzelne Mitglied sowie für den gesamten Berufsstand fundamentalen Thema, konfrontiert.
Wir, die unterfertigten Präsidenten, möchten Sie daher über den aktuellen Stand informieren und einige Klarstellungen treffen. Uns ist bewusst, dass unsere Risikogemeinschaft zu klein ist, um die Lasten der Altersversorgung langfristig alleine tragen zu können. Die Forderung nach einer Einbeziehung unserer Altersvorsorge in das staatliche Pensionsversicherungssystem (FSVG - Freiberufler Sozialversicherungsgesetz) ist daher logische Konsequenz und nicht erst seit kurzem einheitliche Verhandlungslinie unserer Kammer.
Wir meinen, dass wir dafür gute Argumente haben. Während die Pensionssysteme anderer Anspruchsgruppen unserer Gesellschaft mit hohen Beiträgen aus dem Bundesbudget subventioniert werden (4,3 Mrd. EUR für die unselbständig Beschäftigten, 3,5 Mrd. EUR für Eisenbahner, Bauern und Gewerbetreibende, 8 Mrd. EUR für die Beamten) hat unser Pensionssystem seit 1950 keinen einzigen Euro Bundeszuschuss erhalten. Wir halten es nicht nur für eine Frage der moralischen Gerechtigkeit sondern auch für ein Gebot der Wettbewerbsgleichheit, uns nicht schlechter zu stellen, als unsere direkten Mitbewerber.
Gegenwärtig sind Gespräche mit den beiden ressortzuständigen Ministerien, dem Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz sowie mit dem Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend im Gange, Spitzengespräche mit den beiden Ministern Hundsdorfer und Mitterlehner sind in Vorbereitung. Wir dürfen Ihnen versichern, dass wir dabei nicht nur das Ziel der Überführung der Wohlfahrtseinrichtungen der Ziviltechniker in das staatliche Pensionsversicherungssystem sondern auch das leidige Thema der Anrechnung von in anderen Systemen erworbenen Anwartschaften mit größter Konsequenz und in aller Deutlichkeit verfolgen werden.
Über die Verhandlungen werden wir Sie laufend informiert halten. Wenn Sie Fragen haben, schreiben Sie uns bitte (we@arching.at).
Wir ersuchen Sie weiterhin um Ihre Unterstützung unserer Arbeit und bleiben
mit freundlichen kollegialen Grüßen
_ Arch. Dipl.-Ing. Georg Pendl
Präsident Bundeskammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten
_ Dipl.-Ing. Rudolf Kolbe
Vizepräsident Bundeskammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten
und Präsident Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Oberösterreich und Salzburg
_ Arch. Mag. arch. Walter Stelzhammer
Präsident Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Wien, Niederösterreich und Burgenland
_ Dipl.-Ing. Gerald Fuxjäger
Präsident Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Steiermark und Kärnten
_ Dipl.-Ing. Alfred Brunnsteiner
Präsident Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Tirol und Vorarlberg
Bundeskammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten
A-1040 Wien, Karlsgasse 9
T: +43 1 505 58 07
E: office@arching.at
W: www.arching.at
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Die Unterschriftenaktion kann auch von Architekturschaffenden ohne oder mit ruhender Befugnis, TU-AbsolventInnen, etc., die von einer Überführung der ZT-Wohlfahrtseinrichtung ins staatliche Pensionssystem zukünftig betroffen sein werden oder könnten, unterstützt werden.
Das unterfertigte Antwortschreiben (siehe LINK am Ende dieser Seite) ist bis 31. März 2011
per Fax an 01/216 22 83 15 oder
per Mail an we.g@inode.at oder
per Post an Pensionssicherung ZiviltechnikerInnen
Postfach 3, 1062 Wien
zu senden.
KONTAKT:
plattform kontra we 2000 – die plattform gegen das pensionsystem der ziviltechniker österreichs
und IVA Interessensvertretung Architektur
Medieninhaber & Herausgeber:
Peter Pircher, Graf-Starhemberggasse 39/32, 1040 Wien
kontra.we@chello.at
Proponentenkomitee der Initiative Pensionssicherung ZiviltechnikerInnen:
Barbara Landrock, Monika Lehner, Werner Luger, Andreas Newald, Clemens Resch, Gretl
Salzer, Bernhard Sommer
- Verfasser/in:
- Redaktion GAT Graz Architektur Täglich
