Der Wettbewerb: ein qualitätssicherndes Instrument für höchste Baukultur!
Einige Anmerkungen anlässlich der Präsentation des Wettbewerbsergebnisses Burggasse 15 (vormals Kommod-Haus) am 14. Februar 2005 im HDA - Haus der Architektur Graz
Dass Zaha Hadid den Wettbewerb Burggasse 15 gewonnen hat, ist bekannt, ebenso die Vorgeschichte (falls nicht, siehe unten stehende Links) und die Aufregungen um das ehemalige Kommod-Haus.
Und: "Die Aufregung hat sich gelohnt", formulierte Reinhard Hohenberg, Chef der WEGRAZ und Auslober des Wettbewerbes, an dem insgesamt elf Architektenteams teilnahmen (ursprünglich waren zwölf Büros geladen – COOP Himmelb(l)au sagte aus Termingründen ab).
Das angekündigte Erscheinen der Grande Dame der internationalen Architekturszene und Pritzker-Preisträgerin Zaha Hadid ließ Architektur- und Kunstschaffende von Graz in großer Zahl ins HDA pilgern. Hadid ließ sich entschuldigen und entsandte ihren Partner, den seit der Ausstellung "Latente Utopien" im Herbst 2002 hierorts bekannten Patrik Schumacher, um das Projekt zu präsentieren.
Die Verbauung der prominentesten Grazer Ecklücke stellte für das Architektenteam eine spannende Bauaufgabe dar.
Der Entwurf greift die Formensprache der 1960er Jahre auf. Die geplante Oberflächengestaltung des Baukörpers aus glänzende Materialien wie Glas und möglicherweise Aluminium sowie die in fünf Obergeschoßen zellenartig angeordneten Apartments für Langzeitgäste werden das Straßenbild entscheidend prägen. Das Erdgeschoß, in dem ein Restaurant vorgesehen ist, soll sich mit seiner Raum hohen Verglasung zum Außenraum hin öffnen. In den Untergeschoßen sind, von außen nicht wahrnehmbar, eine Bar und ein Fitness-Center konzipiert. Die Schaubilder der Innenräume zeigen Kunststoff-Formen, mit fließenden Übergängen der verschiedenen Funktionen.
Im Idealfall könnte noch im Jahr 2005 mit dem Bau begonnen werden. Wie viel das Siegerprojekt in seiner Umsetzung kosten wird, bleibt ungewiss. Eine Kostenplanung war im Verfahren nicht gefordert.
An diesem Abend der Projektpräsentation ließ sich übrigens auch ein weiterer Protagonist der Angelegenheit "Kommod-Haus" entschuldigen: Bürgermeister Siegfried Nagl.
Einer Meinung waren die Redner des Abends, Dr. Reinhard Hohenberg, Stadtrat Gerhard Rüsch und Stadtbaudirektor Bertram Werle in dem Punkt, dass Wettbewerbe besonders taugliche Mittel zur Erlangung von ausgezeichneten Projekten sind. Beinahe erscheint es, als hätte man die Zeichen der Zeit erkannt, anderenorts geschah dies bereits früher, dass qualitätsvolle Architektur mehr ist als ein Luxus, den man sich leistet oder nicht. Als Beispiel sei hier der unlängst von Roman Delugan und Elke Meissl gewonnene Wettbewerb für das neue Porsche-Museum in Stuttgart genannt.Sollten die Verantwortlichen aus Politik, Wirtschaft und nicht zuletzt die Architekten selbst in Zukunft das Instrument "Wettbewerb" bestmöglich spielen, können wir hoffen, dass es eine positive Antwort auf die Frage der UNESCO in 200 Jahren geben wird: "Wie sind die Verantwortlichen im 21. Jahrhundert mit den Baulücken der Stadt umgegangen?"
Die Ausstellung des Siegerprojekts von Zaha Hadid und aller eingereichten Projekte des geladenen Wettbewerbs Burggasse 15 ist bis Freitag 18.02.2005 im HDA Haus der Architektur Graz, Engelgasse 3-5 täglich von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr zu sehen.
GAT präsentiert die Projekte der teilnehmenden Architekturbüros BWM, FEICHTINGER ARCHITECTS, VOLKER GIENCKE, ERNST GISELBRECHT, ZAHA HADID, HENKE UND SCHREIECK, INNOCAD, KLAUS KADA, KREUTZER UND KRISPER, HRVOJE NJIRIC, PETER REITMAYR auf der nächsten Seite. Klicken Sie auf untenstehenden Link.
- Verfasser/in:
- Ute Angeringer, Kommentar





