Theater im Palais erhält zeitgemäßes Foyer

Zur Erlangung von baukünstlerischen Vorentwurfskonzepten für den Neubau des Foyers beim „Theater im Palais“ der Kunstuni Graz lobte die BIG eine geladenen, einstufigen Re

12/04/2011

Zur Erlangung von baukünstlerischen Vorentwurfskonzepten für den Neubau des Foyers beim „Theater im Palais“ der Kunstuni Graz lobte die BIG eine geladenen, einstufigen Realisierungswettbewerb aus, den das Architekturbüro balloon aus Graz für sich entscheiden konnte. Zum Nachrücker wurde das Projekt von Gangoly + Kristiner Architekten gewählt.

Weitere TeilnehmerInnen waren:

ARTEC Architekten - Bettina Götz + Richard Manahl, Wien

dreiplus Architekten ZT GmbH, Graz

Innocad Architektur ZT GmbH, Graz

nonconform architektur vor ort ZT GmbH, Wien

propeller z, Wien

Share Architects ZT-KG, Wien

YES architecture, Arch. DI Marion Wicher, Graz

Bauaufgabe

Das Theater im Palais, die Studiobühne der Kunstuniversität Graz (KUG), erhielt in den 1980er-Jahren nach Plänen des Architekten Ignaz Holub ein Foyer, das den heutigen Ansprüchen weder in seiner Gestaltung noch funktionell und technisch genügt. Der Neubau soll die Mängel des Bestandsbaus beheben, dabei die Nebenzone zwischen dem Bestandsgebäude und der Mauer an der Lichtenfelsgasse einschließen, die ebenfalls in den 1980er-Jahren gestalterisch an das westseitige Foyer angepasst mit einem Oberlichtband eingerichtet wurde sowie eine Seitenbühne als Lager und Rangierfläche für Requisiten und Bühnenprospekte, Fluchtwege für ca. 150 Personen mit Nebenzonen, zusätzliche Lager und Technikflächen einschließen.

Teil der Aufgabenstellung des Wettbewerbs war im Sinne einer entsprechenden Ensemblewirkung, die Gestaltung der gesamten Hoffläche zwischen den historischen Bestandsgebäuden bzw. zwischen dem neuen Bauwerk des Foyers/Institutsbereichs und dem Palais Meran. Der historische Bestandsbau selbst war nicht Gegenstand des Wettbewerbs.

Das Theater im Palais liegt innerhalb der Zone III des Grazer Altstadterhaltungsgesetzes. Besonderes Augenmerk war beim Entwurf auf die Einfriedung der Liegenschaft zu richten, auf dem sich das Bauwerk befindet. Sie bestand in ihrer ursprünglichen Ausformung aus gemauerten Pfeilern und dazwischen eingezogenen Mauerscheiben und umschloss das Gesamtareal des Palais Meran inklusive Park.

Beschreibung des Siegerprojektes

Um das Gebäudekonglomerat des TiP - Hauptgebäude Bestand, Foyer Neu, Technik Zubauten und Umfassungsmauer - zusammenzufassen, wird über das gesamte zu bearbeitende Areal ein ‚baldachinartiges’ Dach gespannt. Dieses Dach, knapp unterhalb der Traufenhöhe des Bestandes, umschließt das Satteldach vierseitig und schafft so eine architektonische Großform, die sich im Ensemble der Universität sowie im städtebaulichen Gesamtzusammenhang zu behaupten versteht. Ein vierseitiger Vorhang verstärkt das ‚baldachinartige’ Volumen der Großform, ‚inszeniert’ das Satteldach des Bestandes bühnenartig und lässt die architektonische Großform städtebaulich von allen Seiten gleichwertig erscheinen. Dieser Vorhang aus 3mm goldfärbigem Aluminiumblech mit unterschiedlichen Lochungen und Prägungen ist semitransparent und übernimmt im Bereich des Foyers die Funktion des außenliegenden Sonnenschutzes.

Die bestehende Umfassungsmauer wird nicht angegriffen und bleibt in ihrer Silhouette hinter dem goldenen Vorhang sichtbar. Das friesartige Ornament der Lochungen und Prägungen wurde aus einem ‚Pferdemotiv’ entwickelt, das eine Reminiszenz zur ursprünglichen Nutzung des Gebäudes als Stall- und Wagenremise

darstellt. Bis zu einer Höhe von 2, 4 m ist die Foyerfassade verglast und kann teilweise geöffnet werden.

Bestandsgebäude, Foyer Neu, Hof und Palais Meran verschmelzen so zu einer räumlichen Einheit. Der gesamte Hof wird somit zum Foyer und zur Eingangssituation des Gesamtensembles.

Sämtliche neue Gebäudeteile sind in Stahl- und Leichtbauweise konzipiert. Der Konstruktionsraster von 3,55m ergibt sich aus dem Fassadenrhythmus des Bestandsgebäudes und ermöglicht sehr geringe Dimensionierungen von Hauptstützen und Hauptträgern. Um dies optisch noch weiter zu verringern, werden die sichtbaren Konstruktionsteile spiegelnd beschichtet. Die abgehängte Decke des Foyers nimmt das Motiv der Vorhangfassade auf und verstärkt so den räumlichen Charakter des ‚Baldachins’.

Die Jury unter dem Vorsitz von Arch. DI Bernhard Marte beurteilte das Siegerprojekt wie folgt: „Das Projekt versucht, das TiP im Stadtraum markant zu verankern und dem Campus eine zentrale Stellung im städtischen Umfeld zu verleihen. In diesem Kontext gelingt eine sinnfällige Verknüpfung der heterogenen Versatzstücke des Bestandes, wobei vor allem der Umgang mit der Mauer an der Lichtenfelsgasse gewürdigt wird. Positiv beurteilt werden insbesondere die Eigenständigkeit der Fassadenlösung und die räumliche Beziehung, die zum Palais Meran hergestellt wird. Auch in der inneren Organisation überzeugt der Großraum des Foyers.“

Verfasser/in:
Redaktion GAT Graz Architektur Täglich

Weiterführende Links

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Siegerprojekt, Schaubild Außenansicht Foyer. Planung: balloon _Wohofsky ZT-KG (Arch. DI Johannes Wohofsky, Arch.in DI Iris Rampula, Arch. DI Andreas Gratl), Graz
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Siegerprojekt, Schaubild Foyer, Innenraum. Planung: balloon _Wohofsky ZT-KG (Arch. DI Johannes Wohofsky, Arch.in DI Iris Rampula, Arch. DI Andreas Gratl), Graz

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