Im Pfauengarten zwischen Karmeliterplatz und Stadtpark wollte die PG-Liegenschaftsverwaltung schon ab 2009 17 Millionen Euro verbauen. Das werde sich nun nicht ausgehen, meint Geschäftsführer Jörg Krasser. Nach wie vor liegt die Fläche brach. „Erst 2010 werden wir sagen können, was dort wann umgesetzt wird.“ Ein Hotel sei nach wie vor geplant, „aber in letzter Zeit wurden vier Hotels gebaut. Wenn das so weitergeht, wird man das überdenken müssen.“
Seit Ostern gehen die Arbeiten am ehemaligen ÖGB-Haus am Südtirolerplatz schleppend voran. Architekt Gerhard Wallner: „Es gab Bemühungen, die Errichtungskosten zu senken, daher waren Umplanungen nötig.“ Wallner bestätigt, dass sich die Preise für die Wohnungen halbiert hätten, sie lägen nun bei bis zu 3.000 Euro pro Quadratmeter, für die Penthäuser gebe es noch keine Preise. Eine Panne passierte bei der Namensgebung des Projekts: Es wurde von „Residenz zum weißen Elefanten“ in „Zum silbernen Elefanten“ umgetauft - steht doch der weiße Elefant als Synonym für geerbte, ungeliebte Projekte.
Eine ewige Ruine ist das Fünfzigerjahre-Ensemble Thalia, für das Acoton-Chef Gerald Gollenz die Baurechte hält. Ein Hotelbau scheiterte am Altstadtschutz sowie an einer Ausschreibung, Gollenz sieht die Schuld bei der Stadt und will ihr die Baurechte wieder andrehen. Die ÖVP überlegt sowohl einen Rückkauf als auch Haftungsübernahmen. SPÖ, KPÖ und FPÖ lehnen es ab, in der Not den Investor retten zu sollen. Die Koalitionspartner überlegen noch: Christina Jahn von den Grünen warnt vor „megamäßigen Ausfallshaftungen“.
Beim geplanten ECE-Einkaufszentrum beim Leiner-Haus am Bahnhof ist fraglich, ob es die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) schaffen wird. Das Land hat bisher den Bebauungsplan nicht abgesegnet – es will ein Konzept sehen, wie die Stadt eine weitere Verschlechterung der dort ohnehin zugespitzten Lärm- und Luftsituation verhindern will. Auch ist eine Beschwerde beim Bundesumweltsenat anhängig, „dadurch könnte schon jetzt eine UVP für den geplanten Leiner-Umbau nötig werden“, sagt der schwarze Ex-Stadtrat und ECE-Gegner Werner Miedl. Düster schaut es für die Nahverkehrsdrehscheibe bei der Annenstraße aus: Der Bund stellt sich beim Mitzahlen taub.
Der Problembär unter den Plätzen ist der Andreas-Hofer-Platz. Ex-Planungsstadtrat Gerhard Rüsch schrieb dem Platz den „Charme von Bukarest in den 70er Jahren“ zu. Nun soll ein Wettbewerb zur Neugestaltung ausgeschrieben werden. Dann muss sich auch Gollenz, der die Bestandsrechte hält, festlegen, was damit passieren soll, im Gespräch waren ein Hotel, auch das Casino meldete Interesse an.
Traurig anzuschauen ist die Lücke, die das denkmalgeschützte Kommod-Haus hinterlassen hat, das Wegraz-Chef Reinhard Hohenberg abreißen ließ. Es tobt ein Rechtsstreit um einen Wiederaufbau. Laut Hohenberg kann aber schon 2010 der Bau des Hotels von Star-Architektin Zaha Hadid starten.
- Verfasser/in:
- Donja Noormofidi, Gerlinde Pölsler; Bericht; erschienen im Falter Stmk. 26/09
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