AUSSTELLUNG KÜNSTLERISCHER PROJEKTE ZUM VERHÄLTNIS ZWISCHEN MASSENTOURISMUS UND ARCHITEKTUR
Ausstellungseröffnung:
Donnerstag 15. Juni 2006 um 19.30 Uhr
im stadtmuseumgraz, Sackstraße 18, A-8010 Graz
Mit Carola Dertnig (A), Ulrike Feser (D), Haubitz + Zoche (D)
Gabu Heindl (A), Yves Mettler (CH), Sascha Pohle (D)
Sascha Reichstein (A/CH), Martha Rosler (USA)
Dauer der Ausstellung:
16. Juni bis 22. August 2006
Öffnungszeiten:
Di–So: 10.00–18.00 Uhr, Do: 10.00–20.00 UhrNäheres zu Programm und Ausstellung unter:
http://www.gl.tugraz.at/wunderwelten.html
Kontaktadresse:
Institut für Gebäudelehre
Technische Universität Graz
Lessingstraße 25, A-8010 Graz
Michael Zinganel ++43.699.10719388
m.zinganel@tugraz.at
Mit freundlicher Unterstützung des Bürgermeisters der Stadt Graz,
des Amtes der Steiermärkischen Landesregierung, Abt. 3 – Wissenschaft u. Forschung,
Graz Tourismus und dem stadtmuseumgraz.
Die künstlerischen Arbeiten untersuchen unterschiedliche Aspekte der Konzeption von „Modernität“ und ihrer Dekonstruktion in touristischen Architekturen: Die weltweit selbstähnlichen Pools, mittels derer in Prospekten Hotels trotz Meer-Lage ihren Status als massenkonfektioniertes Luxustool zu beweisen trachten, werden vom Künstler Sascha Pohle wortwörtlich durchschwommen. Martha Rosler dokumentierte in den frühen 90er Jahren die ebenso selbstähnlichen kontemplativen Wartezonen, Gangways und Tunnels auf Flughäfen – ihre Fotos repräsentieren heute einen gewissermaßen melancholischen Rückblick, denn Flughäfen sind in zunehmendem Maße nichts als verdichtete Junk Spaces (Koolhaas), in denen aufgrund der Dichte kaufkräftiger Passanten jeder Meter als laut sich selbst bewerbende potentielle Konsumzone vermarktet wird. Yves Mettler widmet sich einer anderen Art von Terminals, den Tal- und Bergstationen von Seilbahnen, ebenfalls Transport- und Wahrnehmungsschleusen, die in seiner Arbeit einen gemeinsamen Dialog führen. Gabu Heindl zeigt in einem visionären Konzept am Beispiel Las Vegas, wie selbst der Müll einer Stadt als Erlebiswelt inszeniert werden könnte. Sascha Reichstein untersucht die spezifische Strategie des Weltkonzerns Hilton, sowohl was ihre Design-, Betriebs- und Personalpolitik betrifft. Haubitz + Zoche dokumentieren Rohbauten von Hotels auf der Halbinsel Sinai, die aus unterschiedlichsten Gründen nie fertig gestellt wurden und die daher von ihren emotionalisierenden Destinationsmasken noch freigehalten sind. Die Frage nach den politischen und ökonomischen Hintergründen interveniert dabei unausweichlich ins Bild. Carola Derting hingegen nähert sich in den Tiroler Bergen an, und sucht dort neben einem gescheiterten postmodernen Erlebnispark auch eine verschlossene Familienpension auf. Die wenigen Kleinode der Moderne sind längst abgerissen, sie weichen einem neuen, anderen Konzept, das zu untersuchen sich die begleitende Tagung vorgenommen hat.
Konzeption: Michael Zinganel
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