summerstage diskussion live !!!
Ein erster Versuch von GAT, in Zusammmenarbeit mit der ZV (Zentralvereinigung österreichischer Architekten), die Mobilfunk-Technologie nutzend, über die Veranstaltung unmittelbar zu berichten.
Auf diese Art wird eine fast live-Berichterstattung zur Nachlese der sommerlichen Veranstaltung der ZV - Zentralvereinigung Österreichischer Architekten.
ZUR INFORMATION
Die summerstage´04 finden jeden 3. oder 4. Freitag im Monat von Mai bis September 2004 mit Beginn um 19.00 Uhr im Gastgarten des Schlossbergrestaurants statt.
Adam Boudak hält sein Referat.
Er spricht über meta structuren und Fassaden, berichtet über verschiedene Projekte, über Dominik Lejman und Jacek Dominickak, über den polnischen Pavillion über den Kulturpavillion, ein deutsch polnisches Projekt.
Über nsmoonStudio, Architekten in Krakau (http://www.moonstudio.com.pl)
Über Zvi Hecker, Architekt in Berlin/Tel Aviv (http://www.zvihecker.com).
Gezeigt wird das letzte wichtigste Projekt von Zvi Hecker, 40.000 m2, 70 Mio Euro: "Royal Military Police,International Airport Amsterdam-Schiphol". Das Projekt wird im Hauptpavillon in Italien gezeigt. Wir zeigen eine Installation aus zwei labyrinthischen Neonröhren als künstlerischer Ausdruck des Projektes.
Hecker arbeitet an Gebäuden ohne Fassaden; Transgression: Wall becomes the city itself; Fassade als Unterbrechung mit der Fassade.
Diller Scofidio + Renfro.
Diller wurde in Lemberg geboren, das damals eine Art Wiege für die Architektur war; auch Libeskind kommt von dort her. Roman Polanski studierte dort.
Gezeigt wird eine Videoinstallation von Diller. Wir übertragen live zum Thema Fassade, Übertragung: ist Leitmotiv von Diller und Renfro. Liveübertragungen vermischt mit fiktiven Geschichten.
Das ist eine zusätzliche Schicht zur Hauptschicht (layer) der Ausstellung.
Die Ausstellung soll in einem Monat fertig sein, die Eröffnung ist am 9. September.Arge LOFT (Vortrag Markus Bogensberger)
"Mein Thema ist regional und damit eine andere Liga."
Arge LOFT wurde 1993 als privater Zeichensaal im Gegensatz zu den öffentlichen TU-Zeichensälen gegründet, die die Grazer Architekturszene in den letzten Jahrzehnten wesentlich prägten.
Loft wollte in der Kulturarbeit mitarbeiten und aktiv werden.
Frische Fische wollte in seiner zweiten Phase junge Architektenteams ausstellen, die bereits gebaut hatten und reflexiv arbeiteten. Die Ausstellung (Siehe untenstehenden Link) sollte mobil sein, die Projekte transportabel: Hülle und Kern; wir wollten nicht in Konkurrenz treten zu "Latente Utopien" und wollten unsere Ausstellung auch Graz vorenthalten. Deswegen blieben die Projekte verpackt. Die Stadtausstellung 2002 hat im Palais Thienfeld stattgefunden. Die Ausstellung ging ins AZW weiter. Wir fühlten uns als Exilanten aus Graz, umso mehr, als wir in Graz mehr oder weniger ignoriert und in Wien mit offenen Armen empfangen wurden.
Nächste Station war Oslo, auf Einladung der Architectural Association of Oslo. Anschließend daran stellten wir in Feldkirch aus („Architekturhochburg“) auf Einladung des VAI. Letzter Stopp war Budapest, wo die Situation vergleichbar ist mit Polen. Das Interesse war sehr groß, wir kooperierten mit einer jungen Gruppe.
Abschluss war in der Belgiergasse in Graz (Architektur Stage) mit Enthüllung der Projekte.
Parallel zu der letzten Ausstellung im steirischen herbst 03 haben wir die jungen Grazer Architekturinitiativen mobilisiert: Architekturgruppen, Fotoausstellungen und Installationen, Workshops u.a. der TU Graz.
Seit 2002 haben wir parallel zur Fischefrischeschlinge im Kontakt mit dem HdA Round Table Veranstaltungen gemacht. Der Rahmen ist sehr informell und entwickelt sich immer zu sehr offenen und informativen Gesprächen zwischen arrivierten und jungen ArchitektInnen.
Am 5. November 2004 findet im Grazer Schlossbergrestaurant der Architekturwahnsinnsball statt.WONDERLAND (Vortrag Ogris und Wanek)
Ogris & Wanek haben die Ausstellung „Wonderland“ konzipiert, die im Jahr 2003 in Kärnten, Wien und Graz gezeigt wurde. Nach diesen drei Veranstaltungen brauchte Wonderland eine neue inhaltliche Orientierung; wir konzentrierten uns daher auf die Idee, den EU-Gedanken aufzugreifen, in die östlichen Beitrittsländer zu gehen, Kontakte zu knüpfen und mit ArchitektInnen vor Ort auszustellen. Das neu an Bord genommene Team sollte dann die Ausstellung weiter begleiten. Am Ende sollten sich 99 Team beteiligt. Die Erweiterung erforderte eine Professionalisierung, wir suchten größere Sponsoren und die Unterstützung der öffentlichen Hand. Die Ausstellung wird von einem professionellen Büro organisiert.
Die erste Station war Bratislava. Die Auswahl erfolgt nach demokratischen Kriterien.
Die nächste Station ist PRAG, Eröffnung ist am 2. September 2004 (siehe im GAT-Kalendarium unter "WONDERLAND", Hinweis: Tour zur Ausstellungseröffnung am 2.09.2004 in Prag). Alle Grazer Architekten sind herzlich dazu eingeladen!
DISKUSSION: 20h54
Adam Budak unterstreicht die große Bedeutung der Rolle des Kurators. Die verschiedenen europäischen Schulen haben immer wieder Probleme mit der Repräsentation, was mit der Geschichte des Museums und der zugehörigen materiellen Tools zur Darstellung der Architektur zusammenhängt: Verteilung des Raumes, Verteilung der Projekte im Raum, Erzeugung einer Narrative.
Bogensberger: Die Mittel zur Repräsentation von Gegenwartskunst sind verschieden von jenen zur Repräsentation der Gegenwartsarchitektur. Es geht auch um das Publikum. Das Publikum einer Architekturbiennale ist anders als jenes einer Kunstbiennale.
Krammer: Wenn das Haus der Architektur in das Palais Thienfeld umzieht, wird diese Diskussion virulent.
Budak: Es gibt verschiedene Konzepte, den White Cube und andere Häuser, wie beispielsweise das Kunsthaus Graz. Das ist eine große Herausforderung, oder besser: eine große Inspiration. Ich arbeite gerne mit einer großen Inspiration. Diese Bauten sind nicht durch Mauern definiert, nicht durch Linien. Dadurch muss ich mit der Identität des Ortes und dem darin Ausgestellten zurecht kommen.
Sol LeWitt wäre nirgends sonst möglich gewesen.
Krammer: Wie sieht Ogris&Wanek den Professionalitätsschub der Ausstellung Wonderland?
Ogris & Wanek: Das Konzept hat so zugenommen, dass ich Wonderland neben unserem Büro nicht mehr organisieren konnte. Man muss bei diesem Umfang ganztags daran arbeiten. Die zweite Ebene ist die, dass es auch Teams gibt, die sich um professionelle Organisation kümmern. Dadurch haben sie eine Menge an Kontakten und treiben so Wonderland voran. Was die Kuratoren angeht, so haben wir das Prinzip der 11, 22, 33 etc. Teams, und das der Vertrauensteams. Wir sind mit dem System, wie es sich entwickelt hat, sehr zufrieden.
Rampula: Mich interessiert, wie Sie (an alle 3 Vortragenden) die Ausstellung an sich als Medium der Repräsentation sehen? Ist das ein gutes Medium für die Zukunft? Und sind Konzepte, Skizzen etc. eher geeignet oder Raum, den man begehen und erfahren muss, oder Teams?
Ogis & Wanek:
Es haben sich bei Wonderland 2 Wege herauskristallisiert: das Werk an sich, und Abbilder zu transportieren; die Mischung war die Landscape. Aber wir haben auch diese Diskussionen geführt. Was die Zukunft betrifft, habe ich keine Antwort darauf.
Bogensberger: Man hat sehr gute Ausstellungen mit Bildern gemacht; es gibt verschiedenste Ansätze für die Zukunft.
Budak: Auch ich bin für die Mischung. Ein Beispiel ist die galerie Henry Urbach Architecture in N.Y. (Link: http://www.huagallery.com/site.html), mit einem ähnlichen Ansatz wie Aedes in Berlin. Er hat einen Mischansatz zwischen Architekturpraxis und der zeitgenössischen Kunst.
Rampula: Die anderen Medien haben ja ganz spezielle Darstellungsformen (Video, Fotografie). Bei Architektur kann man Raum in den Raum bringen, aber auch die anderen Medien heran ziehen.
Budak: Ja, man kann natürlich alle anderen Medien verwenden. Da ist die Architektur in einer sehr privilegierten Position.
Martin Krammer dankt allen Teilnehmern. Bis zum nächsten Mal. Ende der Diskussion: 21h24
- Verfasser/in:
- Redaktion GAT / ZV






