Der Freiheitsplatz ist der einzige, in seinen Grundzügen klassizistische Platz in Graz.
Die nach 2003 vorgenommene Neugestaltung des Freiheitsplatzes kann als die gelungenste Platzgestaltung der letzten Jahre in Graz bezeichnet werden.
Die sandgebundene Kiesdecke als Platzfläche stellt auf subtile Art die Verbindung zur Geschichte her und befreit den Platz ohne aufdringliche Verbotstafeln und Hinweisschilder von seiner bisherigen Funktion als Abstellplatz für Kraftfahrzeuge.
Auf überzeugende Weise und beispielhaft gelingt die Kombination Platz, Denkmal und Platzfassade. So scheint der Freiheitsplatz als Cour d`Honneur der prächtigen Südfassade des Lambrechter Hofes an der nördlichen Platzseite zugeordnet. Seine architektonische Geschlossenheit und klassizistische Prägnanz erinnert an baugeschichtlich bedeutendere Stadtplätze, die sich alle durch urbane Großzügigkeit auszeichnen.
Eine Begrünung des Platzes, und sei es auch nur durch Baumpflanzungen an den Platzseiten, ist weder historisch zu begründen, noch stellt sich dem, der die Stadt bewusst als zeitgeschichtliches und urbanes Ensemble erlebt, die Frage nach einer Behübschung durch Blumentröge oder Grünflächen.
Im Frühjahr, Sommer und Herbst sind die Vorgärten der Gastbetriebe an der Westseite des Platzes willkommene Platzmöblierung, vorausgesetzt, diese Einrichtungen sind qualitativ hochwertig und beweglich geplant, bzw. botanisch anspruchsvoll, wenn es sich um temporäre Bepflanzung handelt. Eine Platzmöblierung durch Bänke sollte, wenn, mit größter Sorgfalt und sparsam erfolgen. Die Notwendigkeit stellt sich allerdings nicht, da der Sockel des Denkmals als Sitzgelegenheit dienen kann. Auf allen berühmten Plätzen der Welt sitzen Besucher auf Stufen und Sockeln aus Stein.
- Verfasser/in:
- Grazer Altstadt-Sachverständigenkommission (ASVK)
Weiterführende Links

