steirischer herbst 2010: Michael Schuster. AUFEINWORT, 2010. Installation (unrealisiert)

Im Rahmen der herbst-Ausstellung "Utopie und Monument II"; Eröffnung: 24.09., 17.00 Uhr, Ausstellungspavillon: Tummelplatz

23/09/2010

Styropor, LED-Beleuchtung, Holzkonstruktion schwarz bemalt

Hauptplatz, Rathaus

Installation im Rahmen der Ausstellung "Utopie und Monument II" - Über die Virtuosität des Öffentlichen (näheres dazu siehe weiter unten).

steirischer herbst 2010

Veröffentlicht während der Ausstellung "Utopie und Monument II" (24.09.-02.11-2010) in:

Camera Austria, Graz; Der Standard, Wien; Kleine Zeitung, Graz

und auf www.gat.st als Special Edition (ab 24.09.; wöchentlich, jeweils montags, werden dann während der Ausstellungsdauer neue Aufnahmen gemacht und der Special Edition hinzugefügt.)

„AUFEINWORT“ sollte über dem, dem Hauptplatz zugewandten Haupteingang des Grazer Rathauses in einen Meter hohen Buchstaben prangen, die in der Nacht farbig leuchten. Nachdem aufgrund denkmalschützerischer Vorbehalte keine Genehmigung erteilt wurde, zirkuliert die Arbeit von Michael Schuster nun als Fotomontage in einer Anzeigenkampagne, die allerdings vorgibt, dass sie realisiert worden wäre.

Die ursprüngliche Intervention, zugleich Textarbeit wie Skulptur, Kommunikation wie Installation, war als öffentliche Aufforderung angelegt, über die verschiedenen Sprecherpositionen in und über Öffentlichkeit zu reflektieren. Wodurch entsteht die Notwendigkeit, überhaupt das Wort zu ergreifen? Fühlen wir uns denn noch (von Kunst) angesprochen, selbst zu sprechen? Sind es nicht gerade „wir“ als Öffentlichkeit, die die Politik vermehrt zur Seite nehmen sollten, um von „unserer“ Wirklichkeit in „unserer“ Sprache zu sprechen? Verschränkt mit einer Befragung der Grundlagen von Kunstproduktion (Skulptur, Typografie, Farbe) richtet die Arbeit also ihr „Wort“ an die Öffentlichkeit, um dieses Wort, um ein Sprechen, um Debatte und Konflikt als Kern jeder öffentlich-politischen Dimension zu unterstreichen. Dass die Arbeit einen neuralgischen Punkt innerhalb dieses Feldes an Fragestellungen über das Verhältnis von Kunst, Öffentlichkeit und Politik besetzt, wurde gerade dadurch evident, dass letztendlich keine Genehmigung zur Realisierung vor Ort gegeben wurde.

Damit wird dieser zentrale urbane Ort einem Diskurs seiner kritischen Befragung und Neuverortung innerhalb des urbanen, öffentlichen Raumes entzogen, damit natürlich auch gerade jener Debatte um Kunst, Öffentlichkeit und Politik, die die Arbeit von Schuster initiieren wollte. Die Fotomontage konfrontiert somit (wie es die ursprüngliche Intervention „in situ“ getan hätte) die urbane Wirklichkeit mit ihrer kläglichen Depolitisierung als Raum von Konsum, Unterhaltung und Tourismus, aus dem gerade die politisierenden Sprecherpositionen ausgegrenzt werden, in dem gerade die Fragen nach den Anteilen am öffentlichen Sprechen, nach den Anteilen an der Konstruktion von Öffentlichkeit selbst zunehmend unterdrückt werden. „AUFEINWORT“ hätte jedenfalls dazu eingeladen, diese – und andere – Fragen als öffentliche und öffentlich relevante auch öffentlich zu bedenken.

AUSSTELLUNG Utopie und Monument II

Über die Virtuosität des Öffentlichen


Ausstellungsdauer: 24.09.-02.11.2010

Ausstellungsort: öffentlicher Raum Graz / Ausstellungspavillon Tummelplatz

ERÖFFNUNG:

wann. Fr 24.09.2010, 17.00,

wo. Ausstellungspavillon Tummelplatz

Kuratiert von Sabine Breitwieser

Mit Armando Andrade Tudela (PE/D), Kader Attia (F/DZ), Ângela Ferreira (MOZ/P/ZA), Andrea Fraser (USA), Isa Genzken (D), John Knight (USA), Jutta Koether (D), Kooperative für Darstellungspolitik (Jesko Fezer, Anita Kaspar & Andreas Müller) (D), Paulina Olowska (PL), Michael Schuster (A), Ruby Sircar (D) mit Studierenden des IZK/TU Graz, sozYAH (Sabine Haring & Anja Eder) (A)

„Utopie und Monument“ ist eine zweiteilig angelegte temporäre Ausstellung für den öffentlichen Raum. Als Ausgangspunkt werden provokant zwei Begriffe zur Diskussion gestellt, die aus der Debatte um Öffentlichkeit verschwunden sind: Utopie als Denkraum und Monument als Erinnerungsraum. Nach „Utopie und Monument I”, über die Gültigkeit von Kunst zwischen Privatisierung und Öffentlichkeit, ist Teil II der „Virtuosität des Öffentlichen“ gewidmet: Wie setzt sich Kunst für den öffentlichen Raum den Blicken der anderen in einem gemeinsamen Raum aus, welche Transfers, welche Interventionen, aber auch welches Verschwinden insistiert darauf, sich diesen gemeinsamen Raum zu teilen? Zehn Künstlerinnen und Künstler, sowie zwei universitäre Einrichtungen entwickeln Projekte zu dieser Thematik für den Stadtraum von Graz.ERÖFFNUNG steirischer herbst 2010:

WANN: Fr 24.09.2010, 19.30 Uhr

WO: Helmut-List-Halle 98a, 8020 Graz

Christine Gaigg/Bernhard Lang/Winfried Ritsch/Philipp Harnoncourt

Maschinenhalle #1

Verfasser/in:
steirischer herbst

Weiterführende Links

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Michael Schuster, AUFEINWORT, Graz 2010 (Entwurf), Montage: Auner

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