Klagenfurt. Das Vergabeverfahren für den Neubau des Klagenfurter EM-Fussballstadions wird fortgesetzt. Mängel sollen ausgeräumt werden, Rechtsexperten dafür sorgen, dass die Vergabe nicht anfechtbar sein werde, versichert Landeshauptmann Jörg Haider.
Wenig Freude mit dem Vergabeverfahren in Klagenfurt hat der Präsident der Ingenieurkammer für Kärnten und Steiermark, Werner Nussmüller. Auch wenn die Gründe für das Hickhack um das Klagenfurter Stadion politischer Natur seien, so Nussmüller, „wären die Kärntner besser dran, wenn sie ein zweistufiges Verfahren gewählt hätten, in dem Planung und Ausführung getrennt vergeben werden".
Müsse jetzt an der Planung etwas geändert werden, „dann lässt sich der Totalunternehmer das Länge mal Breite honorieren". Dazu komme, dass man vertraglich an einen Generalerrichter gebunden sei und Zwischenaufträge nicht an andere Firmen vergeben könne.
Nussmüller warnt vor der geplanten Änderung des Bundesvergabegesetzes, das in Richtung einstufiges Vergabeverfahren gehe: „Es hat sich bewährt, Planung und Bau getrennt auszuschreiben. Wir Architekten verstehen uns als rechte Hand des Auftraggebers, sozusagen als sein Controller. Kommt das einstufige Verfahren, werden nur noch ein paar große Firmen zum Zug kommen, die auf den ersten Blick billige Projekte anbieten können. Das Controlling fällt dann jedoch völlig weg und jede kleinste Änderung wird sehr teuer werden."
Andreas Kolb
(Zusammenfassung eines Artikels aus dem Wirtschaftsblatt vom Freitag, 21. Jänner 2005)
