Raum trifft Kraft - Röthelstein meets Berlin meets Barcelona
Text- und Fotocollagen zum Thema Architektur und Werbung und Auto
Aus aktuellem Anlass ein Rätsel vorweg: Gerade wurde in Stuttgart ein aufsehenerregendes Museum eröffnet: "Dort thront er, auf einem edlen Podest aus feinstem Stuckmarmor. Über ihm flirren Funken aus Kristallkugeln. Er selbst ist ruhig, mit seinen Gedanken ganz bei sich. Die Glitzerwelt, den Trubel um ihn herum, erträgt er mit der Gelassenheit des Patriarchen."(1) Was wird darin ausgestellt?
Und von wem stammt "der 150 Millionen Euro (237 Millionen Franken) teure Koloss, der mitten auf einem großen Platz 47,5 Meter hoch aufragt"?(2), für welchen "Guggenheim, Neue Nationalgalerie, Centre Pompidou, diese drei Meilensteine der Architektur"(1) Pate standen.
(Die Lösung erschließt sich - sofern nicht ohnehin bekannt - aus dem Lesen des Textes)Etwas Großes beginnt. Die vierte Dimension. Die Vereinigung von Kraft, Raum und Eleganz.
ZU ALLEN ZEITEN SEINER ZEIT VORAUS! (*)
Woher kommen wir, wohin fahren wir? Eine der zentralen Fragen der Menschheit nicht erst seit der Erfindung des Automobils.
Von Graz fährt man auf der S35 nach Bruck bei Röthelstein in einen Tunnel mit einem besonderen Portal: Es kann schon einmal passieren, dass Sie sich bei der Ausfahrt plötzlich in Barcelona wieder finden oder auf dem Potsdamer Platz in Berlin landen. Für diese besondere Reise in einem Raum mit "stattlichen Fauteuils im Stil der berühmten Eames-Loungechairs, die eine bisher nicht gekannte Bewegungsfreiheit einräumen - Kopf, Ellenbogen und Schultern haben so viel Spielraum, dass sich die wöchentliche Aerobic-Stunde hierher verlegen ließe"(3) benötigen Sie nur noch das richtige Auto.
Das Portal stammt von BRAMBERGER [architects], das Auto von Mercedes R-Klasse.
Für alle, die immer gerne genau wissen wollen, wo-ran sie sind:
DIE NEUE SICHT DER DINGE (*)
Der eingeschränkte Blick: Unterwegs auf der Straße ist alles, was man sieht, bereits ausgewählt - der Ausschnitt der Frontscheibe erzeugt das bekannte Kinogefühl mit meist langweiligem Programm. Eine Programmänderung sorgt für Abwechslung.
Inmitten eintöniger immer gleich bleibender Lärmschutzwände erscheinen plötzlich zackige Grate und dann wieder weichere Formationen, das durchgehende Weiß von noch vor ein paar Wochen hat sich in ein weißgraues abstraktes Gemälde verwandelt, dazwischen geben Glasausschnitte gleichsam Fenster in der Landschaft den Blick frei auf ein noch zartes Grün, aus dem die ersten Farben sprießen und endlich weiß ich es wieder: Vor mir liegt das Zederhaustal, es ist endlich Frühling. Und es trennen mich nur mehr wenige km von meinem eigentlichen Ziel.
Seitdem in Österreich die architektonische Begleitplanung auf Autobahnen Standard ist, ist jede An-Reise bereits Urlaub. (Österreich war das erste Land, in dem für Autobahnen verpflichtend Gestaltungswettbewerbe ausgeschrieben wurden)
MOVE YOUR MIND (*)
Inmitten zackiger Grate und Gesteinsbrocken wirkt es edelmetallisch schimmernd wie eine futuristische Installation, wie ein geheimnisvolles Mischwesen von einem anderen Stern, unterwegs in friedsamer Mission. Hier waren Kräfte am Werk, die etwas völlig Neues schufen: Eine gewaltige Raumfülle. Man muss schon neue Begriffe bemühen, um dieser gerecht zu werden - die Empore eines Filmtheaters drängt sich auf, oder die Loge im Konzertsaal. Auch deshalb, weil die audiovisuelle Inszenierung zum Konzept gehört wie die Serpentine zum Hochgebirge.(3) Und jeder, der jemals einem Konzert in diesem einzigartigen Ambiente beiwohnte, ist geneigt neue Superlative zu erfinden.
BORN TO PERFORM (*)
Die Gotik kannte die Form des Dreipass als architektonisches Element bereits sieben Jahrhunderte vor der Erfindung des ersten Automobils. Genau dieses Element in seiner räumlichen Dimension, digital programmiert war Ausgangsform von UNStudio (Ben van Berkel/Caroline Bos) für jenes Bauwerk, das die Geschichte des Automobils nacherzählt.
Um ein Atrium herum schrauben sich die Gebäudeteile spiralförmig nach oben; erzählt wird die Geschichte von oben nach unten. Mit dem Lift begibt sich der Besucher auf Zeitreise: innerhalb weniger Sekunden nach oben um 120 Jahre zurückversetzt, um dann den Mythen des Automobils und seiner Geschichte zu folgen. Und in diesem thront der eingangs Erwähnte: "Der älteste noch erhaltene Mercedes Simplex von 1902. Der antikste echte Oldtimer der Welt."
(1)"Neues Mercedes-Museum eröffnet in Stuttgart-Untertürkheim", http://www.auto-news.de/auto/news/anzeige.jsp?id=16481&page=2, 20.05.2006
(2)Thomas Kohler, "Das Automobil mit Geschichte verknüpft",
http://www.espace.ch/artikel_214884.html, 20.06.2006
(3) Mercedes Benz Präsentation der R-Klasse auf der Homepage von Deutschland
http://www.mercedes-benz.com/content/mbcom/international/
Mit (*) gekennzeichnete Sätze sind einige der Slogans für die Ewigkeit der bekanntesten Automobilhersteller seit den 50er Jahren. Dazu gibt es auch ein Quiz, in dem Sie Ihr Wissen testen können. Siehe untenstehender Link
- Verfasser/in:
- Ute Angeringer
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