Auszug aus einem VORTRAG von Univ.Prof. Arch. DI VOLKER GIENCKE im Rahmen des VORARLBERGER HOLZBAUPREISES 2003, Innsbruck:
Holz ist ein göttlicher Baustoff. Gleichsam vom Himmel gefallen, wächst es auf dieser Welt vom 80. Breitengrad Nord bis zum 60. Breitengrad Süd.
"Also gebrauchte der Mensch die Axt und erfand die Säge, fällte die Bäume und schnitt das Holz - und baute Häuser daraus."
Die ersten Architekturen überhaupt sind Pfahlbauten, die letzten sind Schachteln aus Holz.
Aus wissenschaftlicher Sicht ist diese Entwicklung ein Rückschritt. Sie schadet der Architektur, weil der billigste zugleich der kleinste Nenner ist und degradiert die Architekten zu Systematikern und Kalkulanten. Solche Architektur kennt weder die Sehnsucht nach dem Unverwechselbaren noch das Phänomen des Nicht-Aussprechbaren - die entscheidenden Kriterien der Architektur.
Architektur, das ist im weitesten Sinne die Verbindung von Wissenschaft und Kunst, die Konfrontation des Machbaren mit dem Vorstellbaren, d.h. die angewandte Kombination aus technischem Wissen und Erfindung.
Erfindungen, das sind in der Kunst wiederum Begriffe wie z.B. Formfindung und Gestaltung.
Kisten wurden konstruiert, um sie logistisch einwandfrei neben und übereinander stapeln zu können.
Holzhäuser funktionieren heute ganz ähnlich. Käfige sind es für Menschen, die, in Kastengrundrissen groß geworden, später Semmelbrösel und Erbsen zählen werden...
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