Sigrid Mantsch: Planung eines Waldes

Sigrid Mantsch beschreibt die Planung eines Waldes in der Stadt als Ort der Ruhe und des Wohlfühlens abseits von Thermen und Wellness-Centern.

18/05/2005

Warum der Wald in die Stadt kam

Der Wald symbolisiert für den Großteil der Menschen einen Ort der Ruhe und der Naturverbundenheit. Wenn wir von Wald sprechen, denken die meisten von uns an Erholung, Beruhigung und Ausgeglichenheit. Trotzdem ziehen wir es oft vor, zur Erholung in Thermen, Kinos und Wellness-Centern zu flüchten.

Die Ökologische Wichtigkeit des Waldes steht außer Frage und muss wohl nicht weiter behandelt werden. Wie sieht es aber mit unseren seelischen Bedürfnissen aus? Ich gehe in Gedanken gerne an einen Ort dessen Vorzüge mir eine „Großstadterholung“ nicht bieten kann. Die Abgeschiedenheit und Ursprünglichkeit in meinem Wald ist unbezahlbar – folgen Sie mir.

Die drei Fichten dort drüben, genau das Richtige um darunter so richtig zu relaxen. Eine Stärkung an den Heidelbeersträuchern und dann runter zum Bach, kein begradigter brauner Strom Wasser, sondern ein chaotisches, unebenes Bächlein, kalt und klar. Uns so wie im Wellness-Center alle paar Monate die Yoga-Entspannungsmusik gewechselt wird, ändern sich hier die Jahreszeiten – natürlich im Preis inbegriffen.

Wenn wir jetzt noch die steile Böschung im Teich finden, können wir unser müden Beine baumeln lassen – ah, da ist sie ja. Vielleicht beenden wir unseren Rundgang oben bei der kleinen Höhle, Sie werden begeistert sein.

Und? Nicht die schlechteste Art, den Tag ausklingen zu lassen, oder?

Mein Wald hält zwar nicht psychologisch geschickt positionierte Blickfänger und Werbebotschaften für Sie bereit, auch kurbelt er nicht die Wirtschaft an, er bietet mir aber etwas anderes – echtes Wohlfühlen.

Und deshalb kam der Wald in die Stadt.

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