Leider nur bis 8. Juni 2006 konnte man auf dem Gelände der Alten Technik "schwebende Objekte", 55 Arbeiten von insgesamt 180 ArchitekturstudentenInnen, besichtigen, die im Rahmen der Lehrveranstaltung „Experimenteller Hochbau“ entstanden sind.
Die Objekte nennen sich „Tensegrity“, ein Kunstwort, das sich aus „tension“ und „integrity“ zusammensetzt. Materialien wie Aluminium-, Bambus-, Plastikrohre oder –stäbe werden so durch Schnüre miteinander verknüpft, dass sie sich dabei nicht berühren. Diese Technik verleiht den Exponaten einen schwerelosen, schwebenden Charakter. Sie erinnern mit ihren einfachen, geometrischen Grundformen und dem Einsatz möglichst geringer Materialien an die revolutionären Kuppelkonstruktionen der Architekten Buckminster Fuller und Kenneth Snelson.
Die abstakt wirkenden Exponate sind technisch einwandfrei konzipiert. Sie schweben in ruhiger Harmonie auf dem gesamten Campus. Das eine oder andere Werk trägt ein konkretes Motiv in sich, das ihm einen surrealen Charakter verleiht: Zum Beispiel ein in einem weißen Stiefel eingeschnürtes Damenbein, dessen Beengtsein im Kontext mit den freischwebenden Elementen durchaus auch eine feministische Botschaft zu transportieren vermag. (Nr. 9/2, AutorIn unbekannt).
Neben den ästhetisch ansprechenden „Dancing Mikados“ von Sandra Pieber, Susanne Reiterer und Katharina Sgouridis (Gruppe 10/ Freißmuth 2) präsentiert sich auch „MI KA DO ME NIG“ als ein Entwurf, der das Wort des „Entwerfens“ als „Einfach hinschmeißen“ etymologisch aufdeckt. (Gruppe Rampula, Franziska Maier, Gorana Sucur, Hans J.J. Zirngast). Ein sprachreflektorisches Artefakt ist auch „schw[enbendest]ütze“ von Johannes Friessnig, Clemens Mitheis, Sebastian Holzer, die Stütze und Riegel als wesentliches Element sehen.
Von den 55 Skulpturen, die auch käuflich zu erwerben sind, wurden insgesamt zehn bei einem Voting am Eröffnungstag (2. Juni) prämiert. Die Kriterien dafür richteten sich nach strengen architektonischen Vorgaben. Leider war es trotz intensiver Recherche bisher nicht möglich, die Namen der Verfasser der Preisträgerprojekte zu erfahren.
Anm. d. Red.:
Da die Zeit drängt, die konstruktiv wie formal ansprechenden Objekte sind nur mehr bis Donnerstag, den 8. Juni ausgestellt, haben wir uns erlaubt, den Beitrag und einige der Skulpturen ohne Titel und Verfasser zu veröffentlichen. Wir werden jedoch versuchen, in den nächsten Tagen vom Institut für Architekturtechnologie eine umfassende Projektdokumentation zu erhaltenAUSSTELLUNG:
"Schwebendes" - ein skulpturales Experiment mit 55 Tensegrities
AUSSTELLUNGSORT:
Technische Universität / Alte Technik
Rechbauerstraße 12 / Lessingstraße 25 und im Park, 8010 Graz
DAUER DER AUSSTELLUNG: 2.-8. Juni 2006
VERANSTALTER / TEILNEHMERINNEN
Institut für Architekturtechnologie / TU-Graz
Peter Schreibmayer * Peter Hammerl * Hannes Freißmuth * Bernhard Wilfried Kargl * Mabel Altmann * Emilio Hauer * Gernot Kupfer * Iris Rampula * Andreas Roschitz * Rudolf Ziegler
INFORMATIONEN zur Ausstellung und zu den Objekten erhalten Sie am
Institut für Architekturtechnologie / TU-Graz
Rechbauerstraße 12, 8010 Graz
Ansprechperson:
Ao. Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn.Peter Schreibmayer
T 0316/873-6302, schreibmayer@at.tugraz.at
- Verfasser/in:
- Vilja Popovic, Empfehlung






