In der Ausstellung „Schöner Wohnen“ treten der afrikanische Künstler Atta Kwami und der österreichische Architekt und Maler Eilfried Huth in eine spannungsreiche Korrespondenz, die sich in inhaltlichen Kontrasten ausdrückt.
Eröffnung: 03. August 2006, 19.00 Uhr
Künstlerhaus Graz, Burgring 2
Kurator: Peter Pakesch
Kuratorische Assistenz: Katia Schurl
Ausstellungsdauer: 04.08. – 05.09.2006
Öffnungszeiten:
Mo - Sa 09.00 - 18.00 Uhr, So 09.00 - 12.00 UhrSo unterschiedlich die stilistischen und inhaltlichen Zugänge ihrer Werke sind, so verschieden sind auch die beiden Künstlerpersönlichkeiten: Eilfried Huth ist als eine der großen Persönlichkeiten einer Architekturbewegung bekannt, welche die lokale Baukunst zu großer internationaler Bedeutung gebracht hat. Gemeinsam mit Günther Domenig hat Eilfried Huth von seinem Frühwerk an bis hin zu seinen späteren Tätigkeiten Wesentliches zur Entwicklung unseres Architekturverständnisses beigetragen. Da s gilt sowohl für seine Überlegungen im Bereich der experimentellen Architektur in den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts als auch für seine Beiträge zur Entwicklung biomorpher Formen. Die Begegnung mit Eilfried Huth als Maler mag überraschen, doch hat der Architekt die Malerei über viele Jahre quasi als Kontrapunkt und Seitenstrang seiner Arbeit betrieben. Auch wenn er in seinen Bildern keine Verbindung zu seinen Architekturüberlegungen sieht, so stehen seine Kunstwerke durchaus in einer starken und dialektischen Beziehung zu seinem architektonischen Werk. Eine entsprechende Beziehung, die der afrikanische Maler Atta Kwami von einer anderen Seite her aufrollt.
Kwami ist einer der bedeutendsten Vertreter der postkolonialen Kunst, der weit über die Grenzen seines Heimatlandes Ghana hinaus bekannt ist und in vielen Ausstellungen der letzten Jahre international vertreten war. Mit Eilfried Huth verbindet ihn der postkoloniale Blick; auch der Architekt erlebt Kultur als Transformation, ist er doch selbst in Indonesien geboren. Kwamis Malerei stellt eine sehr spezifisch poetische Form der Abstraktion dar, die durch die dialektische Auseinandersetzung mit Architektur eine Erweiterung findet. Einfache Hütten beispielsweise, die in seiner afrikanischen Heimat zu temporärem Gebrauch bestimmt sind, werden für Kwami zu Bildträgern und Ausstellungskörpern.
Die Durchmischung der Bilder beider Künstler ergibt eine wechselseitige Folie der Rezeption: Dort wo Kwami afrikanische Farbigkeit und Poesie an die Formen der Moderne heranführt, formuliert Huth komplexe inhaltliche und formale Konstellationen von Bildfindungen. Im Künstlerhaus werden diese beiden Ansätze in Form einer Kistenkonstruktion zusammengeführt: an den Außenwänden malerische Fragmente Atta Kwamis und im Innenraum politikkritische Bild-Installationen Eilfried Huths: „Schöner Wohnen“ einmal anders.
