Sachspenden für eine Schule in Namibia

Ende August 2005 reist eine Kunststudentin aus Wien nach Namibia, um an einer Schule in Otjikondo ein Jahr lang das dortige Kunstatelier zu betreuen. Sie benötigt dafür M

08/08/2005

Ende August 2005 reist eine Kunststudentin aus Wien nach Namibia, um an einer Schule in Otjikondo ein Jahr lang das dortige Kunstatelier zu betreuen. Sie benötigt dafür Malutensilien und Bastelwerkzeug.

Otjikondo liegt im Norden Namibias, 500 Kilometer von der Hauptstadt Windhoeck entfernt. Im Jahr 1989, als im damaligen Südwestafrika zum ersten Mal freie Wahlen stattfanden, kaufte eine englische Lehrerin mit Unterstützung ihres deutschen Ehemanns eine Farm in Otjikondo, renovierte die bestehenden Gebäude und gründete 1991 eine Grundschule für die Kinder der auf den umliegenden Farmen beschäftigten Landarbeiter, ausschließlich Schwarze.

Die Landarbeiter des einstigen Südwestafrikas erhielten in den 100 Jahren der deutschen Kolonialherrschaft keine Schulbildung, weil in dieser Zeit nur billige Arbeitskräfte ohne Machtansprüche gefragt waren. Heute leidet der Aufbau einer weiterführenden Industrie unter dem Mangel an qualifizierten einheimischen Fachkräften. Daher wurde in Namibia die allgemeine Schulpflicht für 7 bis 14 jährige Kinder eingeführt. Um auch den Kindern der armen Landarbeiter eine Ausbildung zu ermöglichen, fördert der Staat die so genannten Farm-Schulen in den ländlichen Regionen. Neben einer Grundschulausbildung erhalten die Kinder dort meist eine Berufsausbildung, die ihnen das Überleben in den ländlichen Regionen ermöglichen und die Landflucht verringern soll. Die meisten Farm-Schulen sind stark subventionierte Institutionen. Der Staat übernimmt die Lehrergehälter, einen Teil der Instandhaltungskosten und ein Taggeld für jeden Schüler (rund 0,75 Euro Cent). Er liefert auch die Schulausstattung. Für die Strom- und Wasserversorgung sind die Schulen selbst zuständig. Ohne Spenden aus den reichen Industriestaaten, meist aus England und Deutschland sowie das soziale Engagement von freiwilligen Mitarbeitern könnten diese Schulen jedoch nicht betrieben werden.

Die Otjikondo-Schuldorf-Stiftung unterhält heute eine Schule mit Internat für 230 Kinder im Alter von sieben bis vierzehn Jahren. Sie kommen aus den verschiedensten ethnischen und gesellschaftlichen Schichten der schwarzen Bevölkerung. Neben der schulischen und sozialen Erziehung erwerben sie Fähigkeiten auf dem Gebiet der Landwirtschaft sowie der Metall- und Holzbearbeitung. Die Versorgung der Schule mit Wasser und Strom ist durch Windräder, Solaranlagen und Generatoren gewährleistet. Das Projekt ist seit seinem Bestehen ein Modell für weitere ländliche Schulprojekte geworden und damit ein wichtiger Faktor für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung Namibias.

Ende August 2005 wird Caroline Kleindienst, Absolventin der Akademie der bildenden Künste in Wien, nach Namibia reisen, um für ein Jahr unentgeltlich das Kunstatelier der Otjikondo-Schule zu betreuen. Da die Kinder aus budgetären Gründen in ihrem Werkunterricht mit Materialien, die sie auf der Straße finden, arbeiten müssen, sammelt Caroline Kleindienst in Österreich Material, das sie nach Namibia mitnehmen möchte. Dringend benötigt werden Farbstifte, Mal- und Ölkreiden, Klebebänder, Scheren – also alles, womit gemalt, gezeichnet und modelliert werden kann, mit Ausnahme von Papier. Es ist anzunehmen, dass in vielen Architekturbüros, Ämtern, Schulen und Privathaushalten derartige Utensilien verwaist „herumkugeln“. Caroline Kleindienst kann sie brauchen und freut sich über jede noch so kleine Sachspende.

INFO UND KONTAKT (noch bis 28. August 2005)

Caroline Kleindienst

T 0699/11554558

caroline@fusion.at

Geldspenden für den Betrieb der Schule können an die Deutsch Namibische Entwicklungsgesellschaft, Amorbach zweckgebunden für die Otjikondo-Schuldorf-Stiftung. unter „Atelierspende“ IBAN DE 56796500000 620311050, BIC BYLADEM1MIL überwiesen werden.

Verfasser/in:
Redaktion GAT Graz Architektur Täglich

Weiterführende Links

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