Das „Geramb-Dankzeichen für Gutes Bauen“ ist eine Auszeichnung, die erstmals im Erzherzog-Johann-Jahr 1959 gewidmet und mit der eine Anzahl von besonderen Bauleistungen ausgezeichnet wurde. Diese Auszeichnung ist damals als Viktor Geramb Dankzeichen im Gedenken an Hofrat Univ.-Prof. Dr. Viktor Geramb benannt worden, der Gründungsmitglied und durch Jahrzehnte verdienstvoller Präsident des Vereins Heimatschutz in Steiermark war.
Das „Geramb-Dankzeichen für Gutes Bauen“ wird ab 1981, dem Jahr der Ortsbildpflege und -gestaltung in der Steiermark vom Verein „Heimatschutz in der Steiermark“ wieder herausgebracht und verliehen. Dieser Verein wurde 2002 in Verein „BauKultur Steiermark“ umbenannt.
Das „Geramb-Dankzeichen für Gutes Bauen“ wird für Leistungen verliehen, die der Erhaltung oder Schaffung einer qualitätsvollen Baukultur dienen.
Definitionen
„Bauen“ umfasst dabei alle jene Maßnahmen, bei denen – unabhängig vom Fachbereich, dem Ausmaß oder einer bestimmten Zweckbestimmung des Bauwerks – durch materielle Veränderungen neue Zustände geschaffen werden. Darunter sind auch solche Maßnahmen zu verstehen, durch die nachteilig veränderte Zustände wieder in ihre ursprüngliche Form zurückgeführt werden.
„Qualität“ ist in einer möglichst weiten Begriffsauslegung als die Erfüllung umfassender Erwartungen in funktioneller, sozialer, künstlerischer, historischer, ökologischer und ökonomischer Hinsicht und in der notwendigen Polarität zwischen Bewahrung und Veränderung zu verstehen.
„Baukultur“ umfasst in diesem Begriffsverständnis die Summe menschlicher Leistungen des Gebrauchs, der Modulation oder Veränderung einer jeweils vorgefundenen natürlichen oder gebauten Umwelt.
Die Baukultur einer bestimmten Zeit ist somit ein integraler Teil und ihr Qualitätsgehalt ist eine direkte Folge der allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung und eines sich permanent wandelnden Gestaltverständnisses. Baukultur ist im Kraftfeld wechselweiser Beziehungen also nur als ein Teil menschlichen Kulturschaffens im weitesten Sinn zu verstehen. Die Qualitätserhöhung der gebauten Umwelt des Menschen ist ein Beitrag zur Erhöhung der allgemeinen Lebensqualität.
Voraussetzungen und Kriterien
Für eine Auszeichnung kommt nach den vorgestellten Definitionen das gesamte Bauschaffen im Lande in Frage.
Bei der Beurteilung ist auf folgende Punkte besonders einzugehen:
• Zweck- und Funktionserfüllung
• Wirkung und Erscheinung (baukünstlerische Gestaltung)
• naturräumlicher oder städtebaulicher Bezug
• Bezug zum historischen Bestand
• Projektabwicklung und bautechnische Umsetzung
Im Einvernehmen mit dem Vorstand kann die Begutachtungskommission besondere Bauleistungen, die aus nachvollziehbaren Gründen diesen Voraussetzungen und Kriterien nicht entsprechen, mit einer besonderen Auszeichnung würdigen.
4. Richtlinien zur Beurteilung
Die Beurteilung der Preiswürdigkeit für eingereichte und genannte Bauleistungen erfolgt durch eine Begutachtungskommission.
Diese Kommission wird vom Vorstand eingesetzt und besteht aus:
• einer/einem Vorsitzenden aus dem Vereinsvorstand
• mindestens 2 Juroren aus dem Vereinsvorstand, nach Möglichkeit Mitglieder der Beurteilungskommission des Vorjahres und der Beurteilungskommission des folgenden Jahres. Sie sollen die Kontinuität der Entscheidungen wahren.
• 1 - 2 Juroren, die nicht im Vereinsvorstand tätig sind und von der/dem Vorsitzenden vorgeschlagen werden.
Neben der Verleihung der Geramb-Rose an herausragende Bauleistungen hat sich der Verein BauKultur Steiermark folgende Schwerpunkte in seiner Vereinstätigkeit gesetzt:
1. UMFASSENDE BEWUSSTSEINSBILDUNG
Neue Wege der Information, Wertevermittlung und Akzeptanzerhöhung zur Baukultur sind zu erproben und zu verbessern
2. AKTIVE BAUBERATUNG – bis zu INNOVATIONSPROJEKTEN
Organisation der regionalen Beratung bis zur Unterstützung von zukunftsweisenden Lösungsansätzen
3. MARKENSETZUNG
„REGIONALE ARCHITEKTUR STEIERMARK“
Information-Motivation-Dokumentation bis zum Marketing neu organisierter Dienstleistungen
4. QUALIFIZIERUNG in BAUKULTURELLEN FRAGEN
Aus der Geschichte über Gegenwartsprobleme: Anforderungsprofile und Organisationshilfe zur praxisorientierten Weiterbildung anbieten!
5. VERNETZUNG DER BETEILIGTEN
wie Bauherrn, Architekten, Kammern, Bauinnung, TU-Graz, Bundesdenkmalamt, Haus der Architektur, ZT-Forum, Forum Stadtpark u.a.m.
vom kulturpolitischen bis in den wirtschaftspolitischen Bereich!